Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

SILENEN: Mit Tryycheln statt Trommeln an der Fasnacht

Seit Jahren zieht eine Gruppe Tryychler am Güdelmontag von frühmorgens bis am Mittag durchs Dorf. Die Tradition ist so alt, dass über den ursprünglichen Grund nur gerätselt werden kann.
Carmen Epp
Gerold Fedier (vorne im Bild) führt die 21-köpfige Tryychler-Gruppe an. (Bild: Urs Hanhart (Silenen, 12. Februar 2018))

Gerold Fedier (vorne im Bild) führt die 21-köpfige Tryychler-Gruppe an. (Bild: Urs Hanhart (Silenen, 12. Februar 2018))

Güdelmontag, kurz vor 5 Uhr, im Riedli in Silenen. Nach und nach treffen Männer, Frauen und Kinder mit Hirtenhemden und verschlafenen Gesichtern aus der Dunkelheit.

Um 5 Uhr ist es aus mit der nächtlichen Stille: Die 21-köpfige Gruppe zieht mit tosenden Tryycheln los, um das Dorf aus dem Schlaf zu rütteln. Mit dabei ist auch der 49-jährige Silener Gerold Fedier. Von Kindesbeinen an gehört das Tryychlen am Güdelmontag zu seinem festen Fasnachtsprogramm.

Den Winter mit Tryycheln vertrieben

Welche Bedeutung hinter dieser speziellen Fasnachtstradition steht, weiss Fedier selber nicht genau. Er vermutet, dass es sich um einen Vorläufer der Katzenmusik handelt. «Damals, als die Leute noch keine Instrumente hatten, vertrieben sie den Winter vermutlich noch mit Tryycheln statt mit Trommeln», spekuliert Fedier. Das ist heute denn auch dringend nötig, begleitet doch starker Schneefall die Tryychler-Gruppe auf ihrer Tour.

Fediers Vater, in Silenen als «Xaveri-Hansi» bekannt, hatte den Brauch vor Jahrzehnten wieder aufleben lassen. «Und unsere Mutter hat uns jeweils startklar gemacht, damit wir auch mittryycheln konnten», erinnert sich Fedier. Seit dem Tod seines Vaters führt Fedier zusammen mit seinen Geschwistern und seiner Mutter die Tradition weiter.

Mit dabei sind auch Mitglieder der Silener Tryychler, die das ganze Jahr über mit ihren Glocken an verschiedenen Anlässen zu hören sind, aber auch Personen, die ausschliesslich am Güdelmontag tryycheln. «Früher haben wir die Tryycheln jeweils von verschiedenen Bauern der Region zusammengetragen», erklärt Fedier. Mittlerweile hätten die meisten ihre eigenen Tryycheln, für die anderen bringt Fediers Bruder, der selber Bauer ist, die verschiedenen Tryycheln für den Güdelmontag mit. Ebenfalls macht Fediers jüngere Schwester Martina beim Tryychler-Marsch mit.

Auch die Kleinen sind mit dabei

Dass die Silener Fasnachtstradition auch in den nächsten Jahrzehnten weiterlebt, scheint wahrscheinlich zu sein. Schliesslich tragen auch Fediers Frau und die drei Kinder im Alter zwischen zehn und 14 Jahren bereits fleissig ihre Tryychel mit – und trotzen dabei Wind und Wetter.

Unterwegs wird die Gruppe von Privatpersonen und in Restaurants bewirtet, bis sie um 12 Uhr wieder zurück im Riedli ist. Jetzt geht’s für Fedier und seine Mitstreiter weiter mit der traditionellen Fasnacht – dem Umzug der Katzenmusik am Nachmittag.

Carmen Epp

carmen.epp@urnerzeitung.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.