Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Singen ist ein besonderer Wert des Lebens für den Gemischten Chor Erstfeld

Eine illustrierte Festschrift gibt Auskunft über die bewegte Geschichte des Gemischten Chors Erstfeld. Jüngere Mitglieder zu finden ist derzeit die grösste Herausforderung.
Der Gemischte Chor Erstfeld im Jahre 2017. (Bild: PD)

Der Gemischte Chor Erstfeld im Jahre 2017. (Bild: PD)

Für den kirchlichen Gesang in Erstfeld ist seit 1918 der Gemischte Chor zuständig. Am Samstag, 8. Dezember (Mariä Empfängnis), feiert der Verein mit Gottesdienst, Apéro, Mittagessen und Unterhaltungsprogramm das 100-Jahr-Jubiläum.

Sowohl die Festschrift (verfasst von Ehrenmitglied Guido Giger und Martin Baumberger) als auch der Rück- und Ausblick des Präsidenten Robert Walker zeigen die vergangenen Fixpunkte der Vereinsgeschichte auf. Sie beleuchten auch die Herausforderungen der kommenden Jahre.

14 Präsidenten und 6 Dirigenten

In den Kriegswirren und der Grippezeit um 1918 hatten einige Frauen und Männer das Bedürfnis, den Gemischten Chor ins Leben zu rufen. Dieser diente in erster Linie der Gottesehre und der gesanglichen Mitgestaltung der heiligen Messen. Es mag erstaunen, dass im damaligen Vorstand bereits zwei Frauen Einsitz nahmen. Als erster Präsident unterzeichnete Johann Furrer die Jahresberichte und als Dirigent amtete Landammann Josef Wipfli. Über all die Jahre gab es Hochs und Tiefs. Mehrmals (wie auch heute) hatte der Chor mit Mitgliederschwund zu kämpfen.

Dass die operative und musikalische Führung jedoch an Stabilität keine Wünsche offen liess, beweist die Tatsache, dass nur 14 Personen das Präsidentenamt bekleideten und der Dirigentenstab lediglich sechs Mal in andere Hände überging. Davon entfielen allein auf Alfred Zwyer 35 Dirigentenjahre. Als Organisten begleiteten in den letzten Jahrzehnten Josef Graf, Armin Wyrsch und Esther Stadler den kirchlichen Gesang. Seit dem Jahr 2017 kamen verschiedene Organisten aus Uri und Umgebung an der Orgel zum Einsatz.

Der Gemischte Chor führte diverse Vereinsreisen in der Schweiz oder im benachbarten Ausland durch. In der Blütezeit der Gotthardbahn gab es sogar Unterhaltungsabende. Als Fixpunkte der Vereinsgeschichte gelten unter anderen folgende Anlässe: 50- und 75-Jahr-Jubiläum, Einweihung der renovierten und vergrösserten Pfarrkirche St. Ambrosius (1958), jährliche ökumenische Messfeiern mit dem evangelisch-reformierten Kirchenchor (seit 1982), Einweihung der renovierten Kirche in Silenen (2002), Umrahmung der Messe im Alters- und Pflegeheim Spannort (seit dessen Eröffnung). Kultstatus erlangten während der Ära Alfred Zwyer zu Weihnachten die Mitternachtsmessen zusammen mit dem Orchester Erstfeld.

Jüngere Mitglieder werden gesucht

Als musikalischer Leiter zeichnet seit 2005 Michel Huser verantwortlich. Den Vorstand im Jubiläumsjahr bilden Robert Walker (Präsident), Rita Kempf (Vizepräsidentin), Marietheres Wyrsch (Kassierin), Alfred Schilter (Aktuar) und Vreny Gnos (Materialverwalterin). Am vergangenen Kirchweihfest vom 21. Oktober sang der Chor die St.-Albin-Messe und suchte dazu vor Jahresfrist projektbezogen Sänger. Das Vorhaben darf als gelungen bezeichnet werden, auch wenn sich danach nur Einzelne für ein weiterführendes Engagement entschliessen konnten.

Heute zählt der Gemischte Chor rund 35 Aktivmitglieder. Der Altersdurchschnitt ist jedoch recht hoch, sodass sich gewisse Zukunftsfragen aufdrängen. Ob die Zusammenarbeit mit einem Chor einer Nachbargemeinde eine mögliche Option darstellt, dürfte mittelfristig zur Diskussion stehen.

Mit der hoffnungsvollen Einladung «Chumm, sing mit!» gelangen die Autoren der Festschrift an die jüngere Generation und geben zu bedenken, dass Singen ein besonderer Wert des Lebens und gleichzeitig eine kostenlose Therapie für die Sinne darstellt. Im Weiteren halten sie fest: «Der Gemischte Chor kann nicht allein den Weg zur Jugend wieder finden. Dies wird eine Aufgabe der ganzen Pfarrei oder der Kirche Schweiz sein.» Der Kirchengesang stellt selbstverständlich das Kerngeschäft des Gemischten Chores dar. Für Gesangsfreudige mit Berührungsängsten gegenüber der Kirchenmusik sei an dieser Stelle jedoch erwähnt, dass der Erstfelder Chor auch weltliche Literatur sowie diverse Volkslieder in seinem Repertoire führt, die bei einem entsprechenden Anlass gerne dargeboten werden.

Der Gemischte Chor bereichert mit seinen Liedern am Samstag, 8. Dezember, 9.30 Uhr, den Gottesdienst und lädt anschliessend alle Interessierten zum Apéro in den Stegmattsaal ein. Am Mittag findet für die geladene Festgemeinde im Pfarreizentrum das Bankett statt. Gemeinsam mit den befreundeten Kirchenchören Amsteg und Silenen bietet der jubilierende Verein am Nachmittag ein buntes Unterhaltungsprogramm. Das Organisationskomitee steht unter der Leitung von Martin Zgraggen. Das Fiirwehrcheerli Erstfeld bestreitet einen Gastauftritt und die Conférence liegt in den Händen von Matthias Furger. (pd/ml)

Die Chorleiter: 1918-1926, Josef Wipfli, Landammann; 1926-1954, Josef Wipfli, Gemeindeschreiber; 1955-1964, Josef Staub, Lehrer; 1964-1999, Alfred Zwyer, Musiklehrer; 2000-2005, Armin Wyrsch, Musiklehrer; seit 2005, Michel Huser, Lehrer.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.