SISIKON: Baulärm ist nicht zu vermeiden

Die SBB-Axen-Strecke wird für 127 Millionen saniert. Die SBB informierten am Montag, was das für Sisikon bis Ende 2019 bedeutet. Ein Thema war aber auch die schlechte Finanzlage der Gemeinde.

Urs Hanhart
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Das seeseitige Geleise der SBB-Axen-Strecke zwischen Brunnen und Flüelen wird ab Januar 2017 saniert.Bild: Urs Hanhart (Sisikon, 13. 12. 2016)

Das seeseitige Geleise der SBB-Axen-Strecke zwischen Brunnen und Flüelen wird ab Januar 2017 saniert.Bild: Urs Hanhart (Sisikon, 13. 12. 2016)

An der Einwohnergemeindeversammlung vom Montagabend in Sisikon informierte SBB-Vertreter Michael Künzli, SBB-Gesamtprojektleiter Infrastruktur, über das Sanierungsprojekt auf der Axen-Strecke. Das seeseitige Gleis des zwölf Kilometer langen Abschnitts zwischen Flüelen und Brunnen soll auf Vordermann gebracht werden. Der Grund: Nach einer provisorischen Sanierung 2004/05 läuft die Nutzungs­dauer 2030 aus.

Die strategische Netzentwicklung des Bundesamts für Verkehr (BAV) sieht vor, die Nutzungsdauer des Seegleises um weitere 50 Jahre zu verlängern. Aus Intervallgründen kann damit nicht bis 2030 zugewartet werden. Das in Stand gesetzte Gleis muss mit der Inbetriebnahme des Ceneri-Basistunnels 2020 zur Verfügung stehen. Michael Künzli wies darauf hin, dass im Rahmen der Instandstellung neun Tunnels mit einer Gesamtlänge von 5380 Metern saniert werden müssen. Zu erneuern sind die bestehenden Ingenieurbauten (Portale, Gewölbe, Widerlager, Entwässerungen) sowie die gesamte Bahntechnik mit Fahrbahn, Kabelanlagen und Fahrleitung. Die Strecke wird für den 4-Meter-Korridor flottgemacht.

Ausführung erfolgt in drei Etappen

Das 127 Millionen Franken teure Sanierungsprojekt wird in drei Etappen realisiert, und zwar im Zeitraum zwischen Januar 2017 und Dezember 2019. Gewisse Vorbereitungsarbeiten wie das Einrichten eines Containerdorfs und einer Installationsplattform sowie der Einbau von Spurwechseln sind bereits angelaufen. Gearbeitet wird hauptsächlich im Zweischichtbetrieb. Für gewisse Arbeiten ist jedoch ein Dreischichtbetrieb erforderlich. «Wir befinden uns in einem heiklen Gebiet, das sonst schon stark dem Lärm ausgesetzt ist», sagte Künzli. «Deshalb ist die Umweltverträglichkeit ein sehr wichtiges Thema.»

Die gesamte Baustelle steht gemäss Künzli unter Aufsicht einer Umweltbaubegleitung. Ein Ingenieurbüro hat den Auftrag erhalten, den Bauunternehmen genau auf die Finger zu schauen, damit die Vorgaben eingehalten werden. Auch auf eine gute Kommunikation legt die Bauherrin grossen Wert. So sollen lärmintensive Phasen jeweils frühzeitig angekündigt werden. Zudem ist die Durchführung eines Tages der offenen Baustelle geplant.

Es wird mit roten Zahlen gerechnet

Neben dem Informationsblock wurden auch die üblichen Traktanden der Herbstgemeindeversammlung abgehandelt. Sisikon stehen finanziell alles andere als rosige Zeiten bevor. Der Voranschlag 2017 sieht bei Ausgaben von rund 1,83 Millionen Franken einen Aufwandüberschuss von 148300 Franken vor. Gemäss Finanzplan 2017 bis 2022 muss auch ab 2018 mit grossen Defiziten gerechnet werden. Die wichtigsten Investitionen, die bis 2022 anstehen, sind die Umsetzung eines Parkplatzkonzepts, eine Bestandesaufnahme bezüglich der Sanierung des Schulhauses, die Sanierung von Gemeindestrassen sowie die Neuanschaffung eines Gemeindefahrzeugs und eventuell eines Schulbusses. Bereits abgesegnet ist ein Bruttokredit von 50000 Franken für die Beschaffung von neuen Stühlen und Tischen für die Mehrzweckhalle.

«Angesichts unserer Finanzlage müssten wir den Steuerfuss eigentlich auf 150 Prozent an­heben», sagte Gemeindepräsident Timotheus Abegg. «Aber das wäre utopisch und kontraproduktiv. Der Reiz, nach Sisikon zu ziehen, würde dann noch mehr schwinden.» Deshalb beschlossen die 43 Versammlungsteilnehmer einstimmig, den Steuerfuss für natürliche Personen auf 120 Prozent zu belassen. Der Kapitalsteuersatz für juristische Personen bleibt bei 2,4 Promille. Im Zusammenhang mit der schlechten Finanzlage der Gemeinde betonte Timotheus Abegg: «Leider haben wir jeweils sehr viele fremdbestimmte Ausgaben, die schwer zu budgetieren sind, vor allem in den Bereichen Sozial­wesen und Pflegefinanzierung. Aber wir suchen stets das Gespräch mit den zuständigen Stellen und halten nach Verbes­serungspotenzial Ausschau.» Sisikon arbeitet eng mit Flüelen zu­sammen. Derzeit laufen Verhandlungen bezüglich eines weiteren Ausbaus, und zwar ins­besondere im Schulbereich.

Verschiedene Wahlgeschäfte erledigt

Tina Gamma bleibt ein weiteres Jahr Präsidentin des Schulrats. Neu in den Schulrat gewählt wurde Gemeindeverwalterin Karin Keiser. In der Rechnungsprüfungskommission werden weiterhin Präsident Theophil Zurfluh sowie die beiden Mitglieder Henry Euler und Peter Achermann tätig sein. Das Amt des Gemeindeweibels übernimmt neu Ferdinand Michienzi. Er ersetzt Walter Muheim. Neue Abstimmungsbeamte sind Pranvera Pernoka und Pia Stadler.

Im vergangenen November wurde in Sisikon in Zusammenarbeit mit der Hochschule Luzern ein Workshop zum Thema Dorfentwicklung durchgeführt. Da­ran nahmen knapp 50 Einwohner teil. Aufgrund des grossen Interesses wird nun erwogen, schon bald einen weiteren Workshop durchzuführen. Dort sollen dann die erarbeiteten Kernpunkte weiter vertieft werden.

Urs Hanhart