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SISIKON: Das Projekt Axen verzögert sich weiter

Die neue Axenstrasse kann frühestens 2027/28 in Betrieb genommen werden. Da sich der Widerstand hartnäckig hält, dürfte das Ziel jedoch noch weiter in die Ferne rücken. Derweil warten die Sisiger sehnlichst auf eine Umfahrung.
Carmen Epp
Im Gebiet Gumpisch geht der Sisikoner Tunnel dereinst in den Berg. (Bild: Urs Hanhart (14. Februar 2018))

Im Gebiet Gumpisch geht der Sisikoner Tunnel dereinst in den Berg. (Bild: Urs Hanhart (14. Februar 2018))

Carmen Epp

carmen.epp@urnerzeitung.ch

Eigentlich hätten in Sisikon längst die Bagger auffahren und mit dem Bau des Sisikoner Tunnels beginnen sollen. Im Auflageprojekt der Neuen Axenstrasse von 2014 (siehe Kasten) war der Baubeginn für 2017 vorgesehen, die Inbetriebnahme der neuen Strasse auf 2025. Daraus wurde respektive wird jedoch nichts. Bis die neue Axenstrasse tatsächlich realisiert ist, dürfte noch viel Wasser die Reuss herunterfliessen, beziehungsweise viele Autos und Lastwagen durch Sisikon fahren.

Gemäss Prognose von Gesamtprojektleiter Paul Gerber vom Tiefbauamt Schwyz wäre die Inbetriebnahme der neuen Axenstrasse inklusive Umfahrung Sisikon frühestens 2027/28, also in rund 3250 Tagen, möglich. Bei 14000 Fahrzeugen, die täglich durch Sisikon fahren, muss die Gemeinde am Axen also noch mindestens 46 Millionen vorbeifahrende Autos und Lastwagen erdulden, bis der Verkehr durch den künftigen Sisikoner Tunnel geführt werden kann.

Mit weiterem Widerstand ist zu rechnen

Dabei handelt es sich um eine äusserst optimistische Rechnung, wie Gerber auf Anfrage erklärt: Eine Fertigstellung der neuen Axenstrasse 2027/28 ist nur möglich, wenn das Auflageverfahren ohne zeitliche Verzögerung abläuft. Davon sei jedoch nicht auszugehen, erklärt Gerber. Nach der öffentlichen Planauflage im Herbst 2014 sind 57 Einsprachen gegen das Projekt eingegangen. In zwei Dritteln der Fälle habe man in der Zwischenzeit eine «gütliche Lösung» finden können, mit einigen Einsprechern stehen die Verhandlungen kurz vor dem Abschluss. «In drei, vier Fällen aber werden wir keine Einigung finden», sagt Gerber. Um welche Einsprecher es sich dabei handelt, will der Gesamtprojektleiter nicht verraten. Nur soviel: Der Widerstand betreffe nicht Details, sondern Grundsätzliches wie etwa den Netzbeschluss von 1960 und dessen bundesrechtliche Umsetzung, der dem Projekt zugrunde liegt.

Das dürfte die weitere Entwicklung zusätzlich bremsen. Derzeit läuft das sogenannte Instruktionsverfahren beim Bundesamt für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek). Dabei führt das Bundesamt die letzten Schriftenwechsel mit den Einsprechern. Ist der Schriftenwechsel abgeschlossen, hat das Uvek sechs Monate Zeit, eine Plangenehmigungsverfügung mit etwaigen Auflagen auszustellen. Gerber rechnet damit, dass die Verfügung des Uvek im Herbst 2018 vorliegt. Gegen diese Verfügung können sämtliche Einsprecher Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht einreichen, und wenn sie mit dessen Entscheid nicht zufrieden sind, ans Bundesgericht gelangen. «Wenn dieser Weg beschritten wird, ist es sehr schwierig, eine Prognose zu machen», sagt Gerber. «Das kann ein, zwei Jahre dauern – oder auch länger.»

Sobald der Rechtsweg beendet und die Plangenehmigungsverfügung des Uvek in Rechtskraft erwachsen ist, können Vorbereitungsaufträge rasch vergeben und die grossen Baulose ausgeschrieben werden. Die Ausschreibung und Vergabe der Arbeiten nimmt gemäss Gerber wiederum zirka ein Jahr Zeit in Anspruch. Und: Auch gegen die Vergabe kann der Rechtsweg ergriffen werden, was den Baubeginn ebenfalls wieder um Monate oder Jahre nach hinten verschieben könnte.

Verzögerungen sind für Sisikon eine «Tortur»

Wenn dann definitiv die ersten Bagger auffahren können, geht es während eines Jahres an die Vorarbeiten, erst dann an den Bau der beiden Tunnels. Insgesamt ist gemäss Gerber mit einer Bauzeit von acht Jahren zu rechnen.

Dass sich der Bau der Neuen Axenstrasse und damit auch die Umfahrung Sisikon weiter verzögert, sei man sich in Sisikon langsam gewohnt, sagt Gemeindepräsident Timotheus Abegg auf Anfrage. Trotzdem sei der Unmut darüber natürlich gross. «Diese ständigen Verzögerungen sind eine Tortur für die Bevölkerung», erklärt Abegg. Mittlerweile sei die Verkehrssituation in Sisikon nämlich zum Trauerspiel geworden. Im Sommer komme man zum Teil weder ins Dorf hinein noch heraus, und selbst beim kleinsten Unfall staue sich der Verkehr schnell bis nach Flüelen oder Brunnen. «Das stellt für Sisikon auch ein massives Sicherheitsrisiko dar bei Naturgefahren, Feuer oder anderen Notfällen», gibt Abegg zu bedenken.

Hinzu komme, dass der Verkehr wegen diverser Baustellen in der Zentralschweiz über den Axen ausweiche und Sisikon als Nadelöhr dies besonders zu spüren bekomme. «Das hohe Verkehrsaufkommen belastet die Gemeinde massiv. Eine Entlastung ist absolut notwendig.» Dies zumal Sisikon eine der einzigen Gemeinden der Schweiz sei, in der eine Nationalstrasse mitten durchs Dorf führe.

Für den Widerstand aus Schwyz und von den Umweltverbänden gegen das Projekt Neue Axenstrasse (siehe Kasten) hat Abegg wenig Verständnis. So stehe er den beiden Hauptargumenten des vermehrten Verkehrsaufkommens und der zu hohen Kosten «äusserst kritisch» gegenüber. «Der Verkehr nimmt sowieso stetig zu», sagt Abegg dazu. «Das Projekt würde zu einer stabileren Verkehrsführung führen.»

Ausserdem sei der Zustand der Axenstrasse ohnehin so bedürftig, dass grosse Sanierungen nötig wären. Diese in kleinen Häppchen zu realisieren, wie es einige Gegner fordern, wäre mühsamer und kostenintensiver, als wenn man die Strasse im ganzen und dafür richtig macht, ist Abegg überzeugt. Und schliesslich gehe es nicht nur um das Dorf Sisikon, sondern um die ganze Axenstrasse, weshalb auch eine Gesamtlösung angestrebt werden müsse. «Für mich ist schwer nachzuvollziehen, dass man über zu hohe Kosten des Projekts jammert, jedoch über die Kosten, welche die ganzen Einsprachen und Verzögerungen mit sich bringen, kein Wort verliert», hält Abegg fest.

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