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Sisikon wird zum Extremsport-Mekka

Rund 13'500 Zuschauer haben das Spektakel der Red Bull Cliff Diving World Series am Wochenende besucht. 24 Klippenspringer aus aller Welt beweisen ihr akrobatisches Können und stürzten sich mit tollkühnen Sprüngen in den Urnersee.
Remo Infanger
Sisikon war am Sonntag gut besucht: 8200 Schaulustige kamen ans Klippenspringen. (Jakob Ineichen (Sisikon, 5. August 2018))

Sisikon war am Sonntag gut besucht: 8200 Schaulustige kamen ans Klippenspringen. (Jakob Ineichen (Sisikon, 5. August 2018))

Körperspannung, Kühnheit und Koordination sowie Nerven, die so dick sind wie Stahlseile. Das sind Eigenschaften, die am Wochenende in Sisikon bei den Red Bull Cliff Diving World Series besonders gefragt waren. 27 Meter die zerklüftete Felswand hinauf sehen selbst von unten atemberaubend aus – kaum vorstellbar, wie das ist, vom Rand der Absprungplattform mit beinahe 90 Kilometern in der Stunde in den Urnersee zu stürzen. Um dieses Spektakel mitzuverfolgen, haben Zuschauer aus aller Welt den Weg nach Sisikon gefunden. 5300 waren es am Samstag, 8200 am Sonntag. So wurde die sonst beschauliche 370-Seelen-Gemeinde während zweier Tage zu einem Mekka des Extremsports.

«Wir haben vom Event erfahren und sind darum mit dem Motorrad extra hierher gereist», sagt Ole Borseth. Der 27-jährige Norweger befindet sich auf einer Reise quer durch Europa und ist mit einem Freund nach Sisikon gereist. «Für diese Kulisse hier in Uri finde ich kaum Worte», so Borseth. «Es ist schlicht paradiesisch hier.»

Die Plattform in Sisikon. (Bild: Jakob Ineichen (Sisikon, 5. August 2018))
Das Spektakel aus der Vogelperspektive. (Bild: Jakob Ineichen (Sisikon, 5. August 2018))
Die Athleten zeigen Sprüngen mit Saltis und Rotationen. (Bild: Jakob Ineichen (Sisikon, 5. August 2018))
Eine Teilnehmerin in Aktion. (Bild: Jakob Ineichen (Sisikon, 5. August 2018))
8200 Zuschauer besuchten am Sonntag den Event. (Bild: Jakob Ineichen (Sisikon, 5. August 2018))
Der Schweizer Teilnehmer Matthias Appenzeller taucht in die Tiefe... (Bild: Pius Amrein (Sisikon, 4. August 2018))
...er ist zufrieden mit seinem Wettkampf. (Bild: Jakob Ineichen (Sisikon, 5. August 2018))
Mit bis zu 85 km/h tauchen die Athleten ins Wasser ein. (Bild: Romina Amato / Red Bull)
Jeder Sprung wird von der 5-köpfigen Jury benotet. (Bild: Pius Amrein (Sisikon, 4. August 2018))
Die Zuschauer machten es sich auf Luftmatratzen, Gummibooten oder Badeinseln bequem. (Bild: Pius Amrein (Sisikon, 4. August 2018))
Zum ersten Mal in der Schweiz tritt auch die Elite der Damen gegeneinander an. (Bild: Pius Amrein (Sisikon, 4. August 2018))
Der Luxemburger Alain Kohl. (Bild: Pius Amrein (Sisikon, 4. August 2018))
Athleten verfolgen die Springer. (Bild: Romina Amato / Red Bull)
Ein Athlet bereitet sich mental vor. (Bild: Romina Amato / Red Bull)
Der Mexikaner Jonathan Paredes. (Bild: Pius Amrein (Sisikon, 4. August 2018))
Der Weissrusse Viktar Maslouski aus Weissrussland stürzt sich in die Tiefe. (Bild: Romina Amato / Red Bull)
Der Schweizer Matthias Appenzeller im Einsatz. (Bild: Romina Amato / Red Bull)
Tolle Kulisse für die Klippenspringer in Sisikon. (Bild: Romina Amato / Red Bull)
Die Red Bull Cliff Diving World Series haben in Sisikon zum dritten Mal stattgefunden. (Bild: Romina Amato / Red Bull)
Beim Wettkampf herrschten für die Athleten sowie Zuschauer traumhafte Bedingungen. (Bild: Romina Amato / Red Bull)
Kris Kolanus aus Polen. (Bild: Romina Amato / Red Bull)
Die Absprunghöhe für Männer beträgt 27 Meter, bei den Frauen 20 Meter. (Bild: Romina Amato / Red Bull)
Eine Athletin auf dem Weg zum Start. (Bild: Romina Amato / Red Bull)
Am Wochenende strömten insgesamt über 13'500 Besucher nach Sisikon. (Bild: Romina Amato / Red Bull)
24 Bilder

Klippenspringen in Sisikon: Aus 27 Metern mit 85 km/h ins Wasser

Drei Sekunden Zeit, um Jury mit Rotationen zu überzeugen

In der Zwischenzeit macht sich auf der Absprungplattform ein Athlet zum Sprung bereit. Gerade noch so zu erkennen, nähert sich der Klippenspringer mit grossen Schritten dem Abgrund. Als wäre ein normaler Absprung nicht schon genug Spektakel, richtet er sich an der äussersten Kante in den Handstand und setzt zum Sprung an. Einige Rotationen mit Schrauben und Salti, den Körper stets angespannt, durchbohrt der Luftakrobat schliesslich mit den Füssen vor an die Wasseroberfläche.

In der Luft hat der Klippenspringer bloss drei Sekunden Zeit, um die fünf Jurymitglieder zu überzeugen. Anke Piper ist eine davon. Die dreifache Europameisterin im 10-Meter-Turmspringen beobachtet mit scharfem Blick die Bewegungen in der Luft. «Ein sehr anspruchsvoller Sprung bedeutet dabei nicht gleich eine höhere Punktzahl», erklärt die deutsche Jurorin. «Gut ausgeführt muss er natürlich ebenfalls sein.» Und das bedeutet höchste Körperspannung und ein möglichst spritzerfreies Eintauchen.

Für weitaus mehr Spritzer sorgen die Zuschauer in den Logenplätzen. Luftmatratzen, Gummiboote oder gar ganze Badeinseln reihen sich dicht aneinander, um den Helden der Lüfte zuzusehen. Wer sich von der brütenden Sommerhitze abkühlen will, macht das mit einem Sprung ins Wasser. «Wir haben uns mit ein paar Freunden für das Cliff-Diving extra Badeinseln gekauft», sagt Fabio Ziegler aus Altdorf. «Jetzt haben wir uns je zu zehnt auf drei Inseln eingenistet und geniessen bei kaltem Bier die tolle Show – inklusive Urner Flaggen.»

Matthias Appenzeller: «Die Stimmung ist einfach geil»

Von der Atmosphäre begeistert ist auch Matthias Appenzeller. Er ist der einzige Schweizer Cliff-Diver unter den 24 internationalen Athleten. «Die Stimmung hier ist einfach geil», schwärmt der 24-jährige Rupperswiler. «Ich könnte mir kein besseres Publikum vorstellen.» Mit seinen Sprüngen ist er zufrieden. «Ich bin nicht mit dem Hauptziel eines Podestplatzes hierher gekommen», sagt der Jus-Student. «Vor allem wollte ich den Zuschauern eine tolle Show bieten und mir beweisen, dass ich mich für den Wettkampf gut vorbereitet habe.» Appenzeller, der dank einer Wildcard in Sisikon teilnehmen durfte, schafft es auf den zehnten Platz.

Bei den Männern siegt schliesslich der Brite Gary Hunt, der bereits 2010 in Sisikon den ersten Platz belegte. Bei den Frauen, die in der Schweiz zum allerersten Mal gegeneinander antraten, kann die Kanadierin Lysanne Richard die Jury mit ihren vier Sprüngen am meisten überzeugen.

Organisatoren sind vom Grossanlass überwältigt

Für die Organisatoren war der Anlass ein voller Erfolg. OK-Präsident Adrian Scheiber ist überwältigt: «Fantastisch, eindrücklich, grandios.» Man habe gewusst, dass es viel Publikum und schönes Wetter geben wird, aber mit dieser Kulisse hätte er nicht gerechnet. «Was dieses kleine Dorf geleistet hat, ist grossartig.» Laut dem OK-Präsidenten sei der Event ohne Zwischenfälle über die Bühne gegangen. «Nach den Anstrengungen in den vergangenen Tagen herrscht eine gelöste Stimmung. Wir dürfen stolz sein.»

Auch der Gemeindepräsident von Sisikon, Timotheus Abegg, ist glücklich: «Wir durften zwei wunderbare Tage erleben. Dieser Event wird vielen Menschen noch lange in Erinnerung bleiben.» Und wie stehen die Chancen, dass Sisikon zukünftig wieder in den Genuss einer Austragung kommt? «Wir bleiben mit Red Bull weiterhin in Kontakt und lassen uns überraschen», sagt Abegg.

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