SKI ALPIN: Routiniers geben auf Brüsti den Ton an

Beim Renn-Weekend auf dem Brüsti setzte es einige Überraschungen ab. Zum herausragenden Akteur avancierte Ruedi Herger aus Spiringen.

Urs Hanhart
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Fuhr auf dem Brüsti als Einziger zweimal aufs Podest: Ruedi Herger aus Spiringen, hier beim Nachtslalom in Andermatt. (Bild Urs Hanhart)

Fuhr auf dem Brüsti als Einziger zweimal aufs Podest: Ruedi Herger aus Spiringen, hier beim Nachtslalom in Andermatt. (Bild Urs Hanhart)

Urs Hanhart

Der SC Attinghausen setzte heuer auf ein neues Organisationskonzept. Erstmals wurden der USV-Slalom und der traditionelle Brüsti-Riesenslalom am gleichen Wochenende durchgeführt. Für den langjährigen OK-Chef und ehemaligen Weltcupfahrer Leo Püntener eine Neuerung, die sich bewährt hat, wie er betont: «Durch diese Konzentration konnten wir verschiedene Synergien nutzen und somit den Organisationsaufwand reduzieren. Das ist eine optimale Lösung für uns.»

«Oldie» holt Slalomgold

Die kantonale Slalommeisterschaft entschied überraschend Thomas In­fanger für sich. Unerwartet vor allem deshalb, weil der 36-jährige Routinier in dieser Saison noch kein einziges Regionalrennen bestritten hatte. In­fanger wies nach dem ersten Lauf noch einen erklecklichen Rückstand auf seinen Klubkollegen und Topfavoriten René Arnold, Leader im regionalen Raiffeisen Grand Prix, auf, verdrängte diesen jedoch mit einem fulminanten zweiten Durchgang noch klar von der Spitze. Püntener über den neuen Champion: «Thomas Infanger hat eine solide Technik, einen sicheren Fahrstil und verfügt zudem über eine sehr grosse Erfahrung, die kaum ein anderer vorzuweisen hat. Diese Kombination hat er gekonnt ausgespielt.» Hinter Arnold sicherte sich Ruedi Herger vom SC Spiringen die bronzene Auszeichnung.

Bei den Frauen landete Antonia Zurfluh (SC Isenthal), die genau gleich wie Infanger ebenfalls über viel Routine verfügt, einen überlegenen Sieg. Sie verwies ihre ältere Schwester Marianne Zurfluh und Andrea Arnold (SC Unterschächen) mit deutlichem Vorsprung auf die Plätze. Die Urner JO-Titel gingen beide ins Oberland, und zwar an die Urschner Leonie Christen und David Ziegler, die für den SC Gotthard Andermatt an den Start gingen.

Überraschungscoup von Herger

Eine überaus knappe Entscheidung setzte es bei der 64. Auflage des Brüsti-Riesenslaloms ab. Die fünf Schnellsten trennten nur gerade 26 Hundertstel­sekunden. Den Tagessieg bei diesem prestigeträchtigen, weil ältesten Urner Skirennen riss sich überraschend der 29-jährige Spirgner Ruedi Herger, der ganz ähnlich wie Infanger in dieser Saison noch kaum in Erscheinung getreten war, unter den Nagel. Herger holte sich bereits im ersten Durchgang die Leader-Position, die er dann im Entscheidungslauf knapp vor den beiden Ostschweizern Dominik Bischof und Christof Altherr verteidigte. Püntener zu den Fahrten des Tagessiegers: «Ruedi Herger sind zwei nahezu perfekte Läufe gelungen. Er hat sich auch im zweiten Durchgang nicht verkrampft und ist locker geblieben. Dadurch konnte er seinen kleinen Vorsprung über die Runden bringen.» Dank dieses Überraschungscoups avancierte Herger beim Brüsti-Weekend zum herausragenden Akteur. Der Schächentaler konnte als Einziger bei beiden Rennen auf das Podest fahren.

Frauen: Auswärtige dominieren

Das Rennen der Frauen dominierten zwei auswärtige Rennfahrerinnen. Therese Altherr (SC Urnäsch) triumphierte mit einem denkbar knappen Vorsprung von 0,05 Sekunden auf Carina Truttmann (SC Sattel-Hochstuckli). Als einzige Urnerin schaffte es Christine Zurfluh (SC Isenthal) auf das Podest. Die ehemalige Schweizer Amateur-Meisterin büsste als Drittklassierte exakt vier Zehntelsekunden auf die Tagessiegerin ein. Immerhin konnte sich Zurfluh damit trösten, die Führung im Zwischenklassement des Raiffeisen-Grand-Prix verteidigt zu haben. Allerdings sitzt ihr die Verfolgerin Carina Truttmann dicht im Nacken. Für die Regionalfahrer steht das Saison-Highlight an: Am 19. März werden in Schwarzsee zum vierten Mal die Schweizer Amateur-Meister-Titel vergeben. Bei diesem Event hat der USV einige heisse Eisen im Feuer.

Hinweis

Resultate unter: www.zssv.ch