SKI NORDISCH: Urner Youngster hat Weltcup im Visier

Die Urnerin Stefanie Arnold hat in letzter Zeit die Swiss-Loppet-Szene tüchtig aufgemischt. Mittelfristig möchte die 20-Jährige aus Unterschächen den Sprung auf die höchste internationale Ebene schaffen.

Urs Hanhart
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Siegt beim Rothenthurmer Volksskilauf solo: die 20-jährige Stefanie Arnold aus Unterschächen. (Bild: Urs Hanhart (Rothenthurm, 22. Januar 2017))

Siegt beim Rothenthurmer Volksskilauf solo: die 20-jährige Stefanie Arnold aus Unterschächen. (Bild: Urs Hanhart (Rothenthurm, 22. Januar 2017))

Urs Hanhart

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Beim kürzlich ausgetragenen Rothenthurmer Volksskilauf über 22,5 Kilometer lief eine junge Athletin von Beginn weg frech vorne im Männerfeld mit. Die Spitzenreiterin sorgte zunächst beim Speaker für Verwirrung, konnte er doch offensichtlich zunächst ihre Startnummer nicht ausfindig machen. Und er schien die Leaderin nicht beim Namen zu kennen. Schliesslich wurde das Rätsel doch noch gelöst. Der Platzsprecher liess verlauten: «Die Leaderin bei den Frauen heisst Stefanie Arnold und läuft für den SC Unterschächen. Sie gehört dem B-Kader von Swiss-Ski an und zählt damit logischerweise auch zu den Topfavoritinnen.»

Im Verlaufe des Rennens musste Stefanie Arnold für ihren forschen Start ein wenig büssen. Die Volkslaufspezialistin Claudia Schmid (SC Horw), die den Rothenthurmer schon 2014 und 2015 für sich entschieden hatte, konnte zwischenzeitlich aufschliessen und lieferte der jungen Urnerin in der Folge einen spannenden Zweikampf um den Tagessieg. In der Schlussphase behielt Arnold dank ihrer besseren Endschnelligkeit dann deutlich die Oberhand und holte sich mit 20 Sekunden Vorsprung diesen prestigeträchtigen Sieg.

In der Surselva nachgedoppelt

Nur eine Woche später bestätigte Stefanie Arnold diesen Erfolg auf eindrückliche Art und Weise. Die 20-Jährige gewann im Bündnerland auch den Surselva-Mara­thon, der ebenfalls zur Swiss-Loppet-Serie zählt. Schmid belegte erneut Platz zwei. Die Entscheidung zu Gunsten von Arnold fiel wiederum in der Schlussphase. «Ich freue mich riesig über diese beiden Siege. Dass ich die erfahrene Volkslaufspezialisten Claudia Schmid gleich zweimal hintereinander schlagen konnte, ist wirklich ein absolutes Highlight für mich», meinte die Schächentalerin nach dem Rennen.

Trotz diesen starken Auftritten sind für Stefanie Arnold die Swiss-Loppet-Läufe nur ein willkommener Ausgleich. Sie nimmt hin und wieder Startgelegenheiten wahr, wenn die Rennen in ihr Wettkampf- und Trainingsprogramm passen. «Für mich geniessen die Alpen-Cup-Rennen oberste Priorität», verrät die Absolventin der Sportmittelschule Engelberg und fügt an: «Ich möchte mich mit guten Resultaten mittelfristig für das Schweizer Weltcup-Team aufdrängen.»

In dieser Saison ist Stefanie Arnold im Alpen-Cup bereits mehrfach in die Top 20 gelaufen – im Sprint wie auch in Distanzrennen. Ein Exploit in Form einer Top-Ten-Klassierung blieb der Urnerin bisher jedoch noch verwehrt. Einzig bei den FIS-Rennen im Goms gelangen der 20-Jährigen Resultate unter den ersten zehn. Arnold besitzt aber das Potenzial, um dereinst den Sprung in den Weltcup zu schaffen.

Auf den Spuren von Nadine Fähndrich

Für eine Langläuferin ist die Unterschächerin noch sehr jung, die Trainingsjahre sind in dieser Ausdauersportart natürlich Gold wert. Zudem verfügt Arnold mit ihrer Swiss-Ski-Kollegin Nadine Fähndrich (SC Horw) über ein gutes Vorbild. Die Luzernerin war im Vorwinter ebenfalls noch hauptsächlich im Alpen-Cup engagiert. Mittlerweile gehört die Luzernerin bereits zu den erfolgreichsten Schweizerinnen im Weltcup. Arnold und Fähndrich (21) waren vor zwei Jahren leistungsmässig nahezu auf Augenhöhe. Bei den Zentralschweizer Meisterschaften lieferten sie sich damals ein totes Rennen und teilten sich so den Meistertitel.

Massgeblichen Anteil an den Erfolgen seines derzeitigen Aushängeschildes hat zweifellos der SC Unterschächen. Die Urner Langlaufhochburg schafft es immer wieder, hoffnungsvolle Talente hervorzubringen. Dazu sagt Arnold: «Der SC Unterschächen betreibt schon seit geraumer Zeit eine hervorragende Nachwuchsförderung. Zudem verfügt der Verein über eine erstklassige Infrastruktur mit einer sehr attraktiv angelegten Loipe.» Voraussetzungen also, um Talente langsam an die Weltelite heranzuführen.