SKIARENA: Andermatt-Sedrun und der Schutz der Umwelt

Vor einem Jahr haben sich Umweltverbände, SAC, Kanton Uri und die Betreiberin zu einem Kompromiss über den Ausbau des Skigebietes Andermatt-Sedrun durchgerungen. Jetzt zeigen sich Risse in der Front.

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123 Pistenkilometer, 15 neue Anlagen: Der Übersichtsplan zeigt die Anlagen im neuen, dereinst zusammengeschlossenen Skigebiet Andermatt-Sedrun. Die roten Anlagen sind neu, acht davon ersetzen bestehende Anlagen (bestehende sind schwarz markiert). (Bild: Neue LZ)

123 Pistenkilometer, 15 neue Anlagen: Der Übersichtsplan zeigt die Anlagen im neuen, dereinst zusammengeschlossenen Skigebiet Andermatt-Sedrun. Die roten Anlagen sind neu, acht davon ersetzen bestehende Anlagen (bestehende sind schwarz markiert). (Bild: Neue LZ)

Anlass zur Aufregung gibt ein Entscheid des Schweizer Alpen Clubs (SAC). Er hat seine Stellungnahme zum Schutzzonen-Reglement des Landschaftsschutzgebietes Unteralptal zurückgezogen und unterstützt jetzt den Vorschlag des Kantons Uri. Das kommt nicht überall gut an.

Der SAC habe sich unter Druck setzen lassen und mache sich in anderen Projekten erpressbar, zitieren «Tages-Anzeiger» am Montag Katharina Conradin, Geschäftsleiterin der Umweltorganisation Mountain Wilderness.

Auch bei der Naturschutzorganisation Pro Natura zeigte man sich über den Meinungswechsel des SAC erstaunt. Man möchte wissen, warum der SAC das heute anders beurteilt, erklärte Mediensprecher Roland Schuler gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Es gehe auch um die Frage, ob man weiter auf den SAC zählen könne oder ob er auch andere Punkte der Vereinbarung in Frage stelle.

Erpressungs-Vorwurf zurückgewiesen

In einer Medienmitteilung weist der SAC den Vorwurf, er habe sich erpressen lassen, zurück. Ihm sei es wichtig, einen Konsens zu finden. Auch er sei für den Erhalt der alpinen Landschaft und gegen überdimensionierte Skigebiete.

Zugleich sei der SAC nicht nur Schützer der alpinen Umwelt, sondern vertrete auch die Interessen des Bergsports. Zur Verfolgung dieses Ziels sei ihm ein gutes Einvernehmen der beteiligten Akteure wichtig.

SAC-Geschäftsführer Jerun Vils wies gegenüber der Nachrichtenagentur sda auf die unterschiedlichen Interessen des SAC und der Umweltverbände hin. Zugleich zeigte er sich überzeugt, dass es gelingen werde, eine konsensorientierte Lösung, einen guten Kompromiss zu finden.

Keine Krisensitzung

Am kommenden Donnerstag treffen sich SAC und Umweltverbände. Dabei handle es sich aber nicht um eine Krisensitzung, wie der «Tages-Anzeiger» schreibe. Der Anlass habe einen andern Grund. Es gehe um ein gegenseitiges Kennenlernen. Der SAC habe eine neue Geschäftsführung und auch bei den anderen Verbänden habe es personelle Änderungen ergeben.

Auch Roland Schuler von Pro Natura will nicht von einer Krisensitzung reden. Aber klar ist, dass auch dabei die verschiedenen Ansichten zu den Details des Skigebietes Andermatt-Sedrun angesprochen werden.

Der Ausbau des Skigebietes Andermatt-Sedrun der Andermatt Surselva Sport AG (ASS) ist von existenzieller Bedeutung für das Ferienresort von Samih Sawiris in Andermatt. Vor einem Jahr kam es zum Kompromiss zwischen den Beteiligten, dem Kanton Uri und den Verbänden.

Dabei konnten die Umweltverbände u.a. erreichen, dass das neue Skigebiet kleiner wird als ursprünglich vorgesehen, und dass das Unteralptal als Landschaftsschutzgebiet und alpine Ruhezone ausgewiesen wird. Über die Ausgestaltung dieses Gebietes gehen nun die Meinung auseinander.

sda