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Skifahren contra Sonntagsheiligung

Kanton Uri Ein beliebter Anlass war das Klubrennen. Dabei stand nicht so sehr der sportliche Erfolg, als vielmehr das gesellschaftliche Ereignis im Vordergrund. Zwischen den einzelnen Klubs fanden Freundschaftstreffen mit gemeinsamer Ski-Chilbi statt. Am Ziel, wenn möglich auf dem Dorfplatz, blies die Dorfmusik nach dem Rennen den wackeren Skiläufern den strammen Marsch. Es wurden Mondscheinfahrten von Göschenen nach Amsteg durchgeführt, die mit den notwendigen Zwischenhalten meistens über Mitternacht. Das Klub-Leben war eine schöne und fröhliche Zeit.

Die Wintersaison streifte einerseits die Fasnacht, anderseits ging sie einher mit der Fastenzeit. In der sittenstrengen Zeit geriet das Skifahren in den Konflikt mit der Sonntagsheiligung. Selbst ernannte Sittenwächter schauten mit Argus-Augen auf die Auswirkungen der neuen Sportart. Der Regierungsrat erlaubte das Tanzen an einzelnen Fasnachtstagen. Ansonsten blieb das Tanzvergnügen auf den Montag nach der Kirchweihe beschränkt. Der Bischof legte dem christlichen Volk zudem ans Herz, während der Fastenzeit die «Lustbarkeiten» zu unterlassen. In den Skihütten war man jedoch fernab von polizeilichen Kontrollen. (red)

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