Skiarena Andermatt-Sedrun lockt mit neuem Ski-Halbtax und Extrazügen

Samih Sawiris chartert Züge von den SBB, um mehr Gäste nach Andermatt zu holen. Auch mit Billigangeboten wird geweibelt. 

Philipp Zurfluh 
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Am 14. Dezember soll das Gebiet Andermatt–Oberalppass–Dieni den täglichen Skibetrieb öffnen. (Bild: Pascal Mora / Keystone, 6. Februar 2019)

Am 14. Dezember soll das Gebiet Andermatt–Oberalppass–Dieni den täglichen Skibetrieb öffnen. (Bild: Pascal Mora / Keystone, 6. Februar 2019)

Am Montag lässt Andermatt Swiss Alps (ASA) mit einer Medienmitteilung aufhorchen. Samih Sawiris mietet Züge inklusive Personal von den SBB. Ab dem 14. Dezember fahren jeden Samstag Direktzüge von Zürich nach Göschenen. Die Züge verkehren um 6.50 Uhr ab Zürich (Ankunft retour um 19.10 Uhr) und können nur mit Spezialtickets der Skiarena Andermatt-­Sedrun benutzt werden. Die Retourfahrt inklusive Skiticket kostet 84 Franken und damit genauso viel wie eine Tageskarte. Mit einem Halbtaxabo der SBB oder einem Generalabonnement kostet das Spezialticket 69 Franken. Dieselbe Reduktion gilt für ein Halbpreisabo der Skiarena Andermatt-Sedrun, ebenfalls eine neue Idee von Sawiris.

«Das ÖV-Angebot aus dem Raum Zürich war bisher schlecht», sagt Stefan Kern, Mediensprecher der ASA. Man habe mit den SBB seit dem Frühling Gespräche geführt und sich schliesslich dafür entschieden, selber Züge zu chartern. «Wir möchten, dass die Besucher vermehrt mit dem öffentlichen Verkehr anreisen.» Vor allem für Familien würde die Direktverbindung eine Erleichterung bringen. «Nur einmal umsteigen zu müssen, bringt einen grossen Mehrwert.»

Laut dem Mediensprecher der ASA wurde mit den SBB über den Mietpreis der Extrazüge Stillschweigen vereinbart. Nur so viel:

«Wir haben es uns einiges kosten lassen. Wir gehen davon aus, dass es sich für uns lohnt.»

Die Züge würden mindestens bis Mitte März verkehren. «Im Februar ziehen wir eine erste Bilanz», sagt Kern. Bei den Skibus-Angeboten hofft er auf eine noch bessere Auslastung. «Wir konnten in der vergangenen Wintersaison die Anzahl Gäste verdoppeln, doch wir haben noch Luft nach oben.»

Urner Volkswirtschaftsdirektion befürwortet Angebot

Die ASA wirbt nicht nur mit einer besseren ÖV-Anbindung. Sie dreht an der Preisschraube und lockt mit Billigangeboten für Wintersportler. Die Region Andermatt-Sedrun-Disentis führt diese Wintersaison das Halbpreisabonnement ein. Dieses gibt es für 41 Franken (Erwachsene) beziehungsweise 20.50 Franken (Kinder bis 15 Jahre) ab dem 14. Dezember. Mit diesem können Tageskarten in der Wintersaison 2019/20 unbeschränkt erworben werden. Somit lohnt sich der Kauf dieses Halbpreisabonnements bereits ab dem ersten Tag.

Beim Kanton Uri stösst das Angebot des Extrazuges von Zürich nach Göschenen auf Anklang. «Wir unterstützen dieses Angebot», sagt Thomas Aschwanden, Abteilungsleiter öffentlicher Verkehr bei der Urner Volkswirtschaftsdirektion. Eine Verlagerung von der Strasse auf die Schiene sei grundsätzlich zu begrüssen. «Damit können wichtige Erfahrungen gesammelt werden, dann ziehen wir eine Bilanz.» Der Skibus vom Urner Unterland nach Andermatt sei vergangenes Jahr gut angelaufen. «Wir hoffen jedoch, dass die Auslastung in diesem Winter noch verbessert werden kann», erklärt Thomas Aschwanden.

Der ägyptische Investor Samih Sawiris hat bereits über eine Milliarde Franken in die Region gesteckt. 180 Pistenkilometer und 33 Anlagen stehen nun für die Wintersportler zur Verfügung. Damit auch Gäste ausserhalb des Kantons Uri bequem und direkt den Weg nach Andermatt finden, fahren seit zwei Jahren Skibusse ins Urserntal. Für 69 Franken gibt’s Fahrten ab Zürich, Luzern, Stans, Lenzburg, Baden, Olten, Aarau, Chiasso, Lugano, Bellinzona und neu Winterthur – inklusive einer Tageskarte in der Skiarena Andermatt-Sedrun. Auch von Flüelen, über Altdorf, Schattdorf nach Andermatt fährt ein Bus ins Urserntal.

Seit der Eröffnung des Gotthard-Basistunnels ist die Anreise mit dem Zug ins Urserntal umständlicher geworden. Wer beispielsweise von Zürich oder Luzern nach Andermatt reist, muss bis zu dreimal umsteigen: in Arth-Goldau, Erstfeld und Göschenen. «Die Situation ist nicht akzeptabel», sagte Franz-Xaver Simmen, der ehemalige CEO von Andermatt Swiss Alps, vor rund zwei Jahren gegenüber unserer Zeitung. Nun soll das Angebot des Extrazuges die Situation verbessern.

Am Gemsstock herrscht bereits Betrieb

Am Gemsstock in Andermatt ist die Saison bereits am Samstag, 9. November, mit der Sonnenpiste und der Sesselbahn Gurschen-Flyer eröffnet worden. Bis 1. Dezember ist dort Wochenendbetrieb, anschliessend täglicher Betrieb. Die Anlagen in Disentis gehen je nach Verhältnissen ab dem 30. November in den Wochenendbetrieb. Ab 14. Dezember wechselt das Gebiet Andermatt-Oberalppass-Dieni in den täglichen Skibetrieb, sofern die Schneeverhältnisse dies zulassen. Ab 21. Dezember ist das ganze Gebiet Andermatt-Sedrun-Disentis geöffnet.

Hinweis
Die Halbpreis-Tickets sind ab Montag, 18. November, auf www.halbpreisabo.ch erhältlich.