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SKISPORT: Schocknachricht lässt Aline Danioth nicht verzweifeln

Sie ist ein Versprechen für die Zukunft. Die 18-jährige Urnerin Aline Danioth gilt als eines der hoffnungsvollsten Schweizer Ski-Talente. Nach einer schweren Knieverletzung gibt sich die Strahlefrau trotzdem angriffslustig und sprüht vor Zuversicht.
Philipp Zurfluh
Beim Besuch unserer Redaktion schaut Aline Danioth trotz schwerwiegender Verletzung optimistisch in die Zukunft. (Bild: Philipp Zurfluh (Altdorf, 22. Dezember 2016))

Beim Besuch unserer Redaktion schaut Aline Danioth trotz schwerwiegender Verletzung optimistisch in die Zukunft. (Bild: Philipp Zurfluh (Altdorf, 22. Dezember 2016))

Philipp Zurfluh

philipp.zurfluh@urnerzeitung.ch

Die Diagnose ist ein Schock: Kreuzbandriss, Zerrung des inneren Seitenbands und Riss des inneren und äusseren Meniskus. Die schwere Verletzung am linken Knie zwingt die zweifache Jugend-Olympiasiegerin dieses Jahres zur vorzeitigen Saisonaufgabe. Eine bittere Pille, die sie schlucken muss. Aber die Andermatterin trägt den Rückschlag mit Fassung. Sie wirkt weder verzweifelt noch hoffnungslos und gibt sich kämpferisch. «Ich sehe die Verletzung als Chance und schaue bereits in die Zukunft.»

Ein Blick zurück: Heute vor zwei Wochen passierte es. Am Samstag, 10. Dezember, startete Aline Danioth zum ersten Lauf des Weltcup-Riesenslaloms im italienischen Sestriere. Sie war vor dem Rennen voller Zuversicht, wie sie im Gespräch erzählt. Doch dieses dauerte nur wenige Sekunden. Nach einem Innenskifehler schied sie aus.

Keine Gedanken ans Aufgeben verschwendet

Sie spürte einen stechenden Schmerz im Knie. «Ich hatte sofort das Gefühl, dass etwas kaputt ist», sagt die 18-Jährige. Doch mit dieser erschütternden Diagnose habe sie niemals gerechnet. Im Gegenteil: «Am Abend nach dem Wettkampf bin ich noch ein bisschen Velo gefahren auf dem Hometrainer», sagt die junge Skirennfahrerin. Sogar ein Slalom-Start am nächsten Tag stand zur Debatte, doch das angeschwollene Knie liess es nicht zu, die Schmerzen wurden stärker. Nachdem sie in die Schweiz zurückgekehrt war, ergaben Abklärungen an der Zürcher Universitätsklinik Balgrist schliesslich den traurigen Befund. «Als ich die Diagnose hörte, musste ich ein paarmal leer schlucken und konnte es kaum glauben», erinnert sie sich. «Ich dachte, dass ich schlimmstenfalls ein paar Wochen pausieren müsste.»

Die Operation zwei Tage später verlief reibungslos. Nun ist sie wieder zu Hause in Andermatt bei ihrer Familie, die ihr Mut und Kraft spende, sagt die sympathische Andermatterin. Aufgeben kommt für die leidenschaftliche Skirennfahrerin nicht in Frage. Sie meint selbstbewusst: «Ich will nach der Auskurierung der Verletzung wieder Skirennen fahren und werde noch stärker zurückkommen.» Den Fokus setzt sie jetzt voll und ganz auf die Reha, welche in wenigen Tagen beginnt. Dreimal pro Woche wird sie die Physiotherapie im Kanton Zürich besuchen. Unterstützend zur Seite wird ihr auch der Verbandsarzt von Swiss-Ski, Walter O. Frey, stehen. Schreitet der Heilungsverlauf voran, kann sie in sieben bis neun Monaten wieder auf den Ski stehen. So hofft die Urnerin, dass sie in der Saison 2017/2018 wieder ins Teamtraining einsteigen kann. Die Verletzung kommt für die aktuelle Juniorenweltmeisterin zu einer äusserst ungünstigen Zeit: Sie hat im Februar dieses Jahres einen grossen Coup gelandet. An der Jugend-Olympiade im norwegischen Lillehammer hat sie bei vier Rennen vier Medaillen eingesackt: zweimal Gold, zweimal Bronze – eine überragende Bilanz. Der Lohn war der Sprung in den B-Kader von Swiss-Ski.

Sie weckte mit den starken Leistungen in der Schweizer Skiszene viel Hoffnung auf erfolgreiche Jahre in der Weltcupszene. Auch Andermatt ist begeistert von der jungen Athletin. So liess Danioth die Ski-Euphorie der einstigen Erfolge von Bernhard Russi – als er 1972 bei den Olympischen Winterspielen in Sapporo die Goldmedaille gewann – wieder aufleben.

Der Traum vom Gesamtweltcupsieg lebt

Die Kämpfernatur lässt sich aber durch den Glanz des Edelmetalls nicht blenden schaut über die Sportwelt hinaus. So hat sie vergangenen Frühling die Handelsschule abgeschlossen. Ihren ganz grossen Traum, den Gesamtweltcupsieg, lässt sich die 18-Jährige vom Rückschlag nicht kaputtmachen. «Schon als kleines Mädchen träumte ich vom Gewinn der grossen Kristallkugel», erinnert sie sich.

Doch nun gilt es vorerst, kleine Schritte zu machen, und sich langsam wieder an die Form heranzutasten. Zuerst aber freut sie sich auf die Weihnachtstage, die sie im Kreis der Familie verbringen wird.

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