So schlagen sich die Kandidaten an der Urner Wahlmatinée

Bei einem Wahlpodium im Theater Uri stellten sich alle neun Regierungsratskandidaten kniffligen Fragen.

Markus Zwyssig
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Die Regierungsratskandidaten mussten sich den Fragen auch von Markus Föhn (links) stellen.

Die Regierungsratskandidaten mussten sich den Fragen auch von Markus Föhn (links) stellen.

Bild: Urs Hanhart (16. Februar 2020)

Schwarz und Grau überwogen beim Kleiderstil der neun Regierungsratskandidaten – einzig Dimitri Morettis rote Krawatte hob sich etwas ab. Eine Frau suchte man aber vergebens. Politologe Tobias Arnold sprach von einer «stossenden Situation». In vier Jahren dürfe das nicht mehr passieren. Moderiert wurde die Veranstaltung von Michael Zezzi und Markus Föhn vom «Regionaljournal Zentralschweiz» von SRF, Markus Arnold vom «Urner Wochenblatt» und Florian Arnold von der Urner Zeitung. Sie stellten den Kandidaten in drei Gruppen Fragen zu je zwei Themen, die durch das Los entschieden wurden.

Die Männerdomäne durchbrach das Team der Internetplattform Politcast Uri, das jeden der Kandidaten 100 Sekunden lang auf dem heissen Stuhl mit Fragen löcherte. Dabei gaben die Kandidaten teilweise auch Persönliches preis. Beim Stuhl handelte es sich übrigens um einen Originalsessel, den man eigens aus dem Regierungsratszimmer auf die Bühne gebracht hatte.

Politologe Tobias Arnold stellte nach dem Podium fest, er habe eine grosse Einigkeit unter den Kandidaten gespürt. Auch Dimitri Moretti habe als einziger «nicht-bürgerlicher» Politiker am Wahlpodium keine komplette Gegenposition eingenommen. Im Kanton ziehe man halt am selben Strick, so Arnold. Die Fetzen seien erst geflogen, als es um nationale Themen ging – und dies im Rahmen der Beantwortung von Publikumsfragen, die sich unter anderem um die Begrenzungsinitiative drehten. Bei den Landratswahlen glaubt Politologe Arnold an einen Vorteil für die kleineren Parteien, da zum ersten Mal mit dem Doppelten Pukelsheim gewählt wird.

Die Herausforderungen sind erkannt

Uneinig waren sich die Kandidaten etwa beim Thema Langsamverkehr. Die SVP-Vertreter störten sich an hohen Kosten. Die Grossprojekte wie Bahnhof und Spital sehen alle Kandidaten als Herausforderungen an, die man eng begleiten müsse. Bauchschmerzen bereiten aber auch die Seitentäler aufgrund der Finanzen, die wegen der Grossprojekte knapper werden.

Einen Link zur Audio-Aufzeichnung des Podiums finden Sie hier.