Sold der Feuerwehr Seedorf geht neu an die Einsatzkräfte

Die Feuerwehrleute werden für Ernstfalleinsätze künftig individuell entschädigt. Das Geld fliesst nicht mehr in die Vereinskasse.

Bruno Arnold
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Präsident Bernhard Riesen ehrte den nach 22 Jahren zurückgetretenen Kassier Thomas Bissig (links).

Präsident Bernhard Riesen ehrte den nach 22 Jahren zurückgetretenen Kassier Thomas Bissig (links).

Bruno Arnold (Seedorf, 7. Februar 2020)

Präsident Bernhard Riesen konnte am vergangenen Freitag 42 Aktiv- und 18 Ehrenmitglieder sowie acht Gäste zur 95. Generalversammlung der Feuerwehr Seedorf begrüssen. Ein stilles Memento galt einleitend dem im vergangenen Herbst verstorbenen Altkommandanten und Ehrenmitglied Karl Brand.

Als «absoluten Kracher» im Vereinsjahr 2019 bezeichnete Riesen die gelungene Durchführung der Delegiertenversammlung des Feuerwehrverbands Uri. Weitere Höhepunkte des Jahres waren das 20. Seedorfer Vereinsjassen, der Tag der offenen Tore vom 31. August und die Teilnahme am 175-Jahr-Jubiläum der Feuerwehr Erstfeld.

Kommandant erwartet eine klare Reaktion

Die Angehörigen der Feuerwehr (AdF) mussten zu einem Kleinbrand im Riederbach ausrücken sowie beim Juni-Hochwasser Vieh aus einem Stall im Reussdelta nach Flüelen evakuieren. Neben dem Besuch von Ausbildungs- und Weiterbildungskursen (siehe Box) standen 2019 insgesamt sechs Mannschafts-, acht Kader- und acht Atemschutzproben sowie je fünf Proben der beiden TLF-Teams auf dem Programm.

Gemäss Bericht von Kommandant Iwan Albert liess der Probenbesuch einiger junger Feuerwehrleute zu wünschen übrig. «Von ihnen erwarte ich im Jahr 2020 eine deutliche Reaktion», betonte er. «Ich bin nicht mehr länger bereit, Absenzen ohne triftigen Grund zu akzeptieren, und werde den säumigen AdF nötigenfalls nahelegen, den Platz zu räumen.» Im Weiteren konnte Albert mitteilen, dass der Aufbau der Notstromeinspeisung im Feuerwehrlokal abgeschlossen ist. «Nun sind wir auch bei einem länger anhaltenden Stromausfall in der Lage, das Büro des Gemeindeführungsstabs, die Gemeindekanzlei und die Einsatzzentrale der Feuerwehr zu betreiben.» Schliesslich erwähnte der Kommandant auch noch die Einsätze der Reservegruppe bei der Instandsetzung von Wanderwegen, bei der Vorbereitung der DV des Feuerwehrverbands Uri sowie im Bereich Parkdienst.

Künftig wird der Sold aus Ernstfalleinsätzen (fünf Franken pro Stunde) nicht mehr in die Vereinskasse fliessen, sondern denjenigen Feuerwehrleuten ausbezahlt, die den entsprechenden Einsatz geleistet haben. Die GV-Teilnehmer genehmigten einen entsprechenden Antrag, den Präsident Bernhard Riesen gestellt hatte. Begründet hatte der Vorsitzende seinen Vorschlag unter anderem mit der aktuell guten Finanzlage des Vereins. Dieses Argument wurde mit der Präsentation des positiven Rechnungsabschlusses 2019 untermauert. Kassier Thomas Bissig konnte nämlich Mehreinnahmen von 4325Franken präsentieren.

Thomas Bissig übergibt an Konrad Kempf

Kassier Thomas Bissig (22 Jahre im Amt) und Vizepräsident Stefan Jauch (3 Jahre) hatten zuhanden der GV ihre Demission eingereicht. Als neuer Vizepräsident wird Thomas Stadler amtieren, Konrad Kempf übernimmt das Amt des Kassiers. Präsident Bernhard Riesen, Aktuar Peter Gerig und Beisitzer Markus Schuler, die nicht zur Wahl standen, vervollständigen den Vereinsvorstand, dem mit beratender Stimme zudem Kommandant Iwan Albert und Vizekommandant Marcel Gnos angehören. Peter Kempf wurde als Vizefähnrich bestätigt.

Nach zwei Übertritten zu den Reserven (Bruno Wipfli und Peter Gerig) und zwei Neuaufnahmen (Ramon Wipfli und Bruno Schuler) bleibt der Mannschaftsbestand im Jahr 2020 unverändert bei 60AdF. Im angelaufenen Vereinsjahr werden sieben Mannschaftsproben angeboten. Geplant sind unter anderem eine gemeinsame Probe mit der ganzen Region Gitschen (Seedorf, Attinghausen, Bauen und Isenthal) sowie eine spezielle Übung zum richtigen Verhalten beim Einsatz eines Helikopters. Das Kader wird sich schwerpunktmässig mit dem Thema Einsatzführung beschäftigen. Als wichtigste Vereinsaktivitäten sind das Ehrenmitgliedertreffen (28. August) und der Lottomatch (6. November) geplant. Auf die Durchführung des Vereinsjassens wird vorläufig verzichtet.

Zum Abschluss orientierte Kommandant Iwan Albert über die Zukunft der Feuerwehren von Seedorf und Bauen nach der per 1.Januar 2021 beschlossenen Fusion der beiden Gemeinden. Neben der Feuerwehr Seedorf mit einer Zielgrösse von 60 AdF soll auch ein Zug Bauen mit einem angestrebten Bestand von 12 bis 15 (aktuell: 26) Leuten, einem ortsansässigen Einsatzleiter und mit einem autonomen Feuerwehrlokal zur Verfügung stehen. Die Proben werden gemeinsam erfolgen und allenfalls auch eine Übung in Bauen beinhalten. «Ich bin zuversichtlich, dass die neue Organisation funktionieren wird», betonte Albert, «denn die beiden Feuerwehren und die beiden Atemschutztruppen agieren bereits heute sehr ähnlich.» Der Kommandant betonte allerdings, dass dies der aktuelle Planungsstand sei. «Noch ist nichts beschlossene Sache.»