Sozialversicherungsstelle Uri
Ausgleichskasse Uri zahlt 5,6 Millionen Franken Erwerbsersatz wegen Corona

Der Bund stampfte praktisch über Nacht eine neue Sozialversicherungsleistung aus dem Boden. Profitiert davon haben Selbstständigerwerbende, aber auch Eltern und Menschen in Quarantäne – auch in Uri.

Markus Zwyssig
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Christoph Horat ist Geschäftsleiter der Sozialversicherungsstelle Uri.

Christoph Horat ist Geschäftsleiter der Sozialversicherungsstelle Uri.

Bild: Valentin Luthiger

Die Coronapandemie beeinflusste das Tagesgeschäft der Ausgleichskasse, aber auch der IV-Stelle, massgeblich. Das geht aus dem Jahresbericht 2020 der Sozialversicherungsstelle Uri hervor. Geschäftsleiter Christoph Horat betont: «Es ging schnell, bis die ersten Zahlungen erfolgten.» Am 20. März 2020 habe das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) alle Ausgleichskassen per E-Mail informiert, dass der Bundesrat Massnahmen beschlossen habe, um die wirtschaftlichen Folgen der vier Tage zuvor verkündeten «ausserordentlichen Lage» abzufedern. Bereits Mitte April habe die Kasse dann die ersten Coronaentschädigungen rückwirkend auszahlen können. Geld erhalten haben Selbstständigerwerbende, die infolge Betriebsschliessungen oder des behördlichen Veranstaltungsverbots einen Erwerbsausfall erlitten, Eltern, die ihre Arbeit wegen Ausfalls der Fremdbetreuung ihrer unter zwölfjährigen Kinder unterbrechen mussten sowie die Personen in angeordneter Quarantäne.

Fünf Einsprachen abgewiesen, eine gut geheissen

Die Ausgleichskasse Uri richtete von Mitte März bis Ende Jahr rund 5,6 Millionen Franken Coronaentschädigungen an 796 Bezügerinnen und Bezüger aus. In je drei Fällen waren betroffene Personen entweder mit der Höhe respektive mit der Ablehnung der Entschädigung nicht einverstanden und erhoben bei der Ausgleichskasse Einsprache. Fünf Einsprachen wies die Ausgleichskasse rechtskräftig ab, eine hiess sie gut.

Bei der Ausgleichskasse Uri sind 5044 Mitglieder registriert (Stand: Dezember 2020). Sie bezahlten im Berichtsjahr rund 57,2 Millionen Franken Beiträge an AHV, IV und EO, also deutlich mehr als in den Vorjahren. Es war ein Plus von 3,4 Millionen Franken zu verzeichnen. Hier machen sich erstmals die Massnahmen zur Stabilisierung der Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV) bemerkbar, die das Volk mit dem Bundesgesetz über die Steuerreform und die AHV-Finanzierung (Staf) im Mai 2019 gutgeheissen und der Bundesrat auf 2020 in Kraft gesetzt hat.

Im Sinne eines sozialen Ausgleichs zu den steuerlichen Sonderregelungen für Unternehmen fliessen der AHV dank der Staf zusätzliche zwei Milliarden Franken pro Jahr zu. Davon steuern die Arbeitgebenden und Versicherten rund 1,2 Milliarden Franken über eine Erhöhung des Beitragssatzes von 8,4 auf 8,7 Prozent bei.

Die Ausgleichskasse Uri erbrachte im Berichtsjahr knapp 108 Millionen Franken Leistungen in Form von AHV-Renten, Hilflosenentschädigungen sowie Erwerbsausfall- und Mutterschaftsentschädigungen. Dies entspricht einem Zuwachs von rund 2,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Nicht enthalten sind darin die Coronaentschädigungen. Rund 46 Prozent dieser Leistungen konnte die Ausgleichskasse Uri mit AHV-Beiträgen finanzieren, die sie selbst eingefordert hat (49,6 Millionen Franken, exklusive IV-Beiträge). 2010 betrug der Selbstfinanzierungsgrad noch 52 Prozent. «Das strukturelle Problem in der AHV spitzt sich mit anderen Worten auch in Uri zu», konstatiert die Sozialversicherungsstelle in ihrem Bericht. Für die Differenz kommt der AHV-Ausgleichsfonds auf. Er steht für den Solidaritätsgedanken in der Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV).

Insgesamt erhalten 7736 Urner eine Altersrente

Die Ausgleichskasse Uri richtete 4895 Menschen im und ausserhalb des Kantons Uri eine Altersrente aus. Das entspricht einem Plus von 119 Menschen im Vergleich zum Vorjahr. Diese Zahlen sagen nichts über die im Kanton Uri wohnhaften Bezügerinnen und Bezüger einer AHV-Rente aus, beziehen doch Urnerinnen und Urner ihre Altersrente zum Teil von anderen Ausgleichskassen. So kamen im Dezember 2019 insgesamt 7736 Altersrenten an Menschen im Kanton Uri zur Auszahlung. Ein Jahr zuvor waren es 7561 Altersrenten, schweizweit waren es 1,631 Millionen Renten.

Hilflosenentschädigungen sind rückläufig

Die von der Ausgleichskasse Uri ausgerichteten Hilflosenentschädigungen sind im Vergleich zu den beiden Vorjahren rückläufig, vor allem in der Summe betrachtet. Unter dem Strich resultierte ein Minus von rund 277’000 Franken. «Dies dürfte sich unter anderem mit der zu beobachtenden Tendenz erklären, dass in den letzten Jahren weniger Menschen im Kanton Uri auf eine Hilflosenentschädigung schweren Grades angewiesen waren», begründet die Sozialversicherungsstelle. Waren es 2016 noch 110, so sank diese Zahl 2019 auf 75 Fälle. Im Dezember 2019 bezogen im Kanton Uri insgesamt 153 Frauen und 84 Männer eine Hilflosenentschädigung leichten, mittleren oder schweren Grads (total 237 Personen, Vorjahr: 244 Personen).

IV-Stelle verzeichnet mehr Rentenanmeldungen

Bei der IV-Stelle haben sich 20 Personen mehr für berufliche Massnahmen und/oder eine Rente angemeldet als im Vorjahr (245 gegenüber 225 im 2019). Das entspricht einer Zunahme von rund 8,9 Prozent. Demgegenüber gingen die Anmeldungen für ein Hilfsmittel der IV um rund 3,4 Prozent zurück.