SP und Grüne fordern: Uri soll zehn Flüchtlinge aus Moria aufnehmen

Die Situation im abgebrannten Flüchtlingslager im griechischen Moria ist prekär. Die Landratsfraktion SP/Grüne fordert humanitäre Hilfe vom Urner Regierungsrat.

Nino Gisler
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Anfang September ist das griechische Flüchtlingslager Moria vollständig abgebrannt. Die Bilder des verheerenden Brandes gingen um die Welt. Die aktuellen Zustände der rund 20'000 sich auf der Flucht befindenden Frauen, Männer und Kinder in Moria seien menschenunwürdig, schreibt die Urner Landratsfraktion SP/Grüne in einer parlamentarischen Empfehlung vom Mittwoch. Es fehle unter anderem an Unterkünften, Zugang zu medizinischer Versorgung oder Trinkwasser. Die Zuständigen vor Ort seien komplett überfordert, mit einer Verbesserung in absehbarer Frist sei nicht zu rechnen.

Das abgebrannte Flüchtlingslager in Moria aus der Vogelperspektive.

Das abgebrannte Flüchtlingslager in Moria aus der Vogelperspektive.

Bild: Keystone

Im Namen der Fraktion SP/Grüne stellt Landrat Adriano Prandi daher den Antrag, dass der Kanton Uri beim Bund vorstellig werde, um eine Aufnahme von Flüchtlingen aus Moria zu fordern. Dabei solle der Regierungsrat die eigene Bereitschaft signalisieren, im Kanton Uri mindestens zehn Flüchtlinge aufzunehmen. Infolge der aktuell tiefen Zahl an Asylgesuchen durch die Coronasituation seien die von der Schweiz zur Verfügung gestellten Bundesasylzentren schlecht ausgelastet. «Der Kanton Uri hat genügend Kapazitäten, um Flüchtlinge aufzunehmen», begründet Prandi seinen Antrag.

Solidaritätswelle in der Schweiz

SP-Landrat Adriano Prandi aus Altdorf.

SP-Landrat Adriano Prandi aus Altdorf.

Bild: PD

Neben den prekären Zuständen wirke sich auch die Hoffnungs- und Perspektivlosigkeit der geflüchteten Menschen auf ihre physische und psychische Gesundheit aus, heisst es im Vorstoss weiter. «Allen voran sind es die Kinder, die leiden», so Prandi. Weiter hält er fest, dass diverse Schweizer Städte und Gemeinden sich bereit erklärt haben, sofort schutzsuchende Frauen, Männer und Kinder aus dem abgebrannten Lager Moria aufzunehmen. «Es ist Zeit, dass auch wir Urner einen Beitrag zur Linderung dieses Elends leisten.»

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