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SP Uri nominiert Urs Kälin als Nationalratskandidat

Sein Interesse an einem Sitz in Bern hat er bereits im April signalisiert. Am Dienstagabend, 4. Juni, wurde Urs Kälin am Parteitag der SP Uri offiziell als Nationalratskandidat nominiert.
Carmen Epp
Christian Levrat, Präsident der SP Schweiz (links), setzt grosse Hoffnungen in den Urner Nationalratskandidaten der SP Uri, Urs Kälin. (Bild: Carmen Epp, Altdorf, 4. Juni 2019)

Christian Levrat, Präsident der SP Schweiz (links), setzt grosse Hoffnungen in den Urner Nationalratskandidaten der SP Uri, Urs Kälin. (Bild: Carmen Epp, Altdorf, 4. Juni 2019)

Die SP Uri will im Herbst mit Urs Kälin den frei werdenden Sitz von SVP-Nationalrat Beat Arnold erobern. Wie ernst es der Partei mit diesem Anliegen ist, zeigte sich gestern in Altdorf. Neben zahlreichen Mitgliedern der Kantonalpartei war Christian Levrat zum Parteitag eingeladen. «Es ist an der Zeit, dass der Kanton Uri eine vielfältigere, progressivere Stimme erhält in Bern», so der Präsident der SP Schweiz. Ausserdem müsse die Mehrheit von SVP und FDP im Bundesparlament endlich aufgebrochen werden.

Urs Kälin sei «ein intelligenter, kluger Typ, der strategisch denkt und lebenserfahren ist. Ein politischer Profi mit linkem Profil», hielt alt Regierungsrat Markus Züst fest. Letzteres brauche es in der Politik heute mehr denn je. Dass Kälin Profil hat und dies auch gegen öffentlichen Widerstand verteidigt, habe der Altdorfer Gemeindepräsident zuletzt bei der Kunstrasen-Abstimmung gezeigt, so Züst.

Mit Überzeugung und Demut in den Wahlkampf

Profil bewies Kälin auch bei seiner Rede am Parteitag, bei der er ungewohnt persönlich wurde. Er sei ein leidenschaftlicher Politiker, «auch wenn man das nicht immer merkt», hielt Kälin fest. «Was in Bern entschieden wird, betrifft uns alle ganz direkt», sagte er. «Da müssen wir Flagge zeigen!» Er bringe bestimmte Fertigkeiten mit, die es für das Amt als Nationalrat brauche, führte Kälin aus. Er könne sich intensiv in ein Thema reinknien, recherchieren, sich eine Meinung bilden, eine Strategie entwerfen und probieren, seine Überzeugung durchzusetzen. «Ausserdem habe ich Lust an der Debatte, der wohl wichtigsten Fähigkeit in einem Parlament.»

Mit Verweis auf die Festschrift zum 100-Jahr-Jubiläum der SP Uri, die er verfasst hatte, zeigte Kälin aber auch eine grosse Portion Demut vor dem Wahlkampf. Mit Edith Rosenkranz, Sylvia Läubli, Toni Moser, Felix Muheim, Armin Braunwalder und Annalise Russi hätten schon viele Linke den Weg von Uri nach Bern einschlagen wollen – vergebens. Trotzdem hege er die grosse Hoffnung, dass er es schaffen wird – und zeigte sich überzeugt: «Mit eurer Hilfe ist das machbar.»

Mit Applaus wurde Urs Kälin die Unterstützung am Parteitag als offizieller Nationalratskandidat zugesichert. Auch dem Antrag der Geschäftsleitung der SP Uri, als Partei 5000 Franken für den Wahlkampf einzusetzen, stimmten die Mitglieder zu.

UKB-Strategie: SP will Petition nicht unterstützen

Während die Kandidatur von Urs Kälin unumstritten war, sorgte ein anderes Thema am Parteitag für eine kontroverse Diskussion. Rebekka Wyler, Gemeinderätin von Erstfeld, stellte den Antrag, dass die SP Uri die Petition «Unser Uri. Unsere Bank. Unsere Filialen» der Gemeinden Erstfeld und Wassen unterstützt. «Wer, wenn nicht die SP, ist die Partei, die für den Service Public einsteht?», gab Wyler zu bedenken.

Auch die SP-Fraktion im Landrat sei mit der Art und Weise, wie die Urner Kantonalbank ihre Strategie kommunizierte, nicht einverstanden, hielten Jolanda Joos und Adriano Prandi fest. Trotzdem könne man die Petition nicht unterstützten. Markus Züst warnte, dass die Partei sich schaden würde, wenn sie nun der Fraktion in den Rücken falle. Und Sylvia Läubli, die als Erstfelder Landrätin erst recht in der Zwickmühle sass, gab zu bedenken: «Wenn wir den Service Public der Bank weiterhin wollen, müssen wir die Bank aufrechterhalten - und das geht nur, indem sie Kosten spart.»

Für die Petition sprach sich der Erstfelder alt Gemeindepräsident, Werner Zgraggen aus. Er habe mit vielen Erstfeldern gesprochen und festgestellt, dass die Bürger noch immer auf eine Bank angewiesen seien. «In zehn Jahren sieht das vielleicht anders aus. Heute aber sind wir noch nicht so weit.» Walter Infanger gab zu bedenken, dass es hier nicht um die Frage «Altdorf oder Erstfeld?» gehe, «sondern um die Haltung einer sozialdemokratischen Partei», die sich hier klar für den Service Public und damit auch für die Petition aussprechen müsse.

Nach einer angeregten Diskussion lehnten die Mitglieder mit 20 Nein- und 8 Ja-Stimmen (bei 8 Enthaltungen) Rebekka Wylers Antrag ab.

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