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Spezialisten demonstrieren in Andermatt Stärke

Der Besuchstag der Gebirgsspezialisten-Rekrutenschule hat den Eltern und Angehörigen einen spannenden Einblick in den Soldatenalltag gewährt. Das Highlight war eine bühnenreife Rettung eines schwerverletzten Soldaten an einem Felsen.
Philipp Zurfluh
Die Andermatter Gebirgsspezialisten retten eine von einer Lawine verschüttete Person. (Bild: Philipp Zurfluh, Andermatt, 12. April 2019)

Die Andermatter Gebirgsspezialisten retten eine von einer Lawine verschüttete Person. (Bild: Philipp Zurfluh, Andermatt, 12. April 2019)

Dicker Nebel, eine steife Bise und Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt begrüssten gestern Morgen um 9 Uhr die rund 200 Besucher in Andermatt. In Andermatt ist schweizweit die einzige Rekruten- und Unteroffiziersschule für Gebirgsspezialisten stationiert. Die Angehörigen der Soldaten und Kader, welche derzeit die Gebirgsspezialisten Rekrutenschule 15-1 besuchen, sollten einen Tag lang einen Eindruck in die harte aber vielseitige Ausbildung eines Gebirgsspezialisten erhalten.

«Sie sind heute hier, weil Sie wissen möchten, warum ihr Sohn oder Freund, ihre Tochter oder ihre Freund am Wochenende so müde ist», sagte Oberst im Generalstab Marco Mudry bei seiner Begrüssungsrede mit einem Augenzwinkern. Mudry ist Kommandant des Kompetenzzentrums Gebirgsdienst der Armee in Andermatt. «Gebirgsspezialisten sind eine streng selektionierte, engagierte und verschworene Truppe.»

Alle werden auf Herz und Nieren getestet

Die Ausbildung zum Gebirgsspezialisten ist nicht ohne: Bereits vor der Rekrutenschule müssen die angehenden Gebirgsspezialisten während zwei Tagen das theoretische und praktische Können zeigen. Dabei wird durch Bergführer jeder Einzelner auf Herz und Nieren getestet. Neben vielen praktischen Übungen und Touren ist auch das Risikomanagement von elementarer Bedeutung. In den Bergen kann das Wetter schnell umschlagen. In solchen Situationen muss sich der Gebirgsspezialist zu helfen wissen.

Dass die jungen Soldaten, welche die Leidenschaft für die Berge und für die Kletterei verbindet, eine eingeschworene Truppe sind, war bei den diversen Demonstrationen sicht- und spürbar. Sie blieben von den garstigen Wetterbedingungen unbeeindruckt und zeigten beispielsweise bei einer anspruchsvollen Rettung an einer Seilwand mit grosser Präzision und Stolz ihren Ausbildungsstand. Marco Mudry unterstrich:

«Sie haben ein grosses Bewusstsein für Eigenverantwortung, die Sicherheit steht an erster Stelle.»

Des Weiteren konnten sich gestern die Besucher sich auch aus nächster Nähe ein Bild über die Seiltechnik und Ausrüstung machen.

Unter den 32 Bergspezialisten, welche in Andermatt die Ausbildung absolvieren, ist auch eine Frau – Fabia Dätwyler aus Kirchberg, Kanton Bern. «Die Situation ist speziell, doch mir war von Anfang an klar, dass ich die einzige Frau sein werde und deswegen war ich auch darauf vorbereitet», meinte die 20-Jährige. «Da waren viele Männer überrascht, als sie mir begegneten», sagt Fabia Dätwyler und lacht. Sie hat sich immer schon gerne sportlich betätigt und ist auch privat gerne in den Bergen unterwegs. Ebenfalls ist sie früher aktiv Skirennen gefahren. «Bei der Ausbildung kann ich meine körperlichen und mentalen Grenzen ausloten, das mag ich». Man müsse einander blind vertrauen, vor allem wenn man in steilem Gelände unterwegs sei. Sie hat es keinen Tag bereut, diese Ausbildung in Angriff genommen zu haben. «Ich mag Herausforderungen und lerne dadurch auch meine Stärken und Schwächen besser kennen auch selber besser kennen», sagt die Soldatin.

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