Spirgner befinden über Planungskredit zur neuen Kunsteisbahn

Mit einem guten Jahresergebnis im Rücken beantragt der Gemeinderat Spiringen seinen Stimmbürgern einen Planungskredit für die neue Kunsteisbahn, die auf dem Holzboden entstehen soll. Dank Sponsoren fehlen noch 6000 Franken.

Christian Tschümperlin
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Die Natureisbahn Holzboden soll durch eine Kunsteisbahn ersetzt werden.

Die Natureisbahn Holzboden soll durch eine Kunsteisbahn ersetzt werden.

Bild: Urs Hanhart (16. Januar 2012)

Ein volles Programm erwartet die Stimmberechtigten an der Versammlung der Einwohner- und der Kirchgemeinde Spiringen und Unterboden am kommenden Donnerstag, wenn sie sich in der Turnhalle Kreisschulhaus in Spiringen einfinden werden. So soll wegen steigender Kosten und wärmerer Temperaturen die 15 Jahre alte Natureisbahn auf dem Holzboden durch eine Kunsteisbahn ersetzt werden.

Die Kosten für die Projektplanung belaufen sich dabei auf rund 50'000 Franken. Allerdings hat der Kanton Uri bereits zugesichert, die Hälfte der Kosten via Gelder der Neuen Regionalpolitik zu übernehmen. Weiter beteiligt sich die Urner Kantonalbank im Rahmen des Strukturimpuls-Programms mit 10'000 Franken an der Kunsteisbahn, die Eishockeyförderung Uri übernimmt 5000 Franken, der Eishockeyclub Uri 2000 Franken und eine Privatperson aus Spiringen spendet weitere 2000 Franken. Der Gemeinderat ersucht die Steuerpflichtigen nun, die Restkosten von 6000 Franken zu tragen.

Die Gesamtkosten für die Kunsteisbahn selber, inklusive Infrastruktur und Erweiterung der umliegenden Lokalitäten, würden rund 4,5 Millionen Franken betragen, wie die Gemeinde schätzt.

Für die Planungskommission Kunsteisbahn Holzboden stellen sich zur Verfügung: Urs Imholz (ehemaliger Präsident der Rechnungsprüfungskommission), Anton Arnold (Gemeinderat Spiringen), Benjamin Bührer (BBP Ingenieurbüro AG), Markus Herger (Anlagewart Sportplatz Holzboden), Heinz Scheiber (Gemeinderat Spiringen) und Michael Segessenmann (Eishockeyclub Uri).

Spiringen blickt auf ein gutes Jahr zurück

Der Antrag für den Bau einer Kunsteisbahn kommt zu einer Zeit, in der die Gemeinde ein finanzielles Plus vorweisen kann: Die Erfolgsrechnung 2019 schliesst bei einem Aufwand von 3'262'000 Franken und einem Ertrag von 3'268'000 Franken mit einem Ertragsüberschuss von 5648 Franken. Im Budget 2019 war noch mit einem Verlust von 7314 Franken gerechnet worden. Als Gründe für das bessere Abschneiden nennt Spiringen unter anderem Minderausgaben bei der Pflegefinanzierung infolge «weniger pflegebedürftigen Personen in den Altersheimen». Der Rechnung lässt sich zudem entnehmen, dass die Personalkosten gegenüber dem Vorjahr um 14'000 Franken gesunken sind. Weiter kann sich die Gemeinde über Mehreinnahmen beim Finanz- und Lastenausgleich freuen. «Die Gemeinde Spiringen ist ressourcenschwächer geworden gegenüber anderen Gemeinden», heisst es in der Einladung zur Einwohnergemeindeversammlung.

Die Investitionsrechnung verzeichnete Ausgaben von 301'881 Franken, etwa für die Sanierung des Kreisschulhauses, die Sanierung des Friedhofwegs oder die Beschaffung eines neuen Kippkochkessels für die Schulsuppenküche. Die Bautätigkeit zur Sanierung des Kreisschulhauses sind noch nicht beendet. Die laufenden Kosten konnten eingehalten werden. Die Sanierung des Friedhofweges wurde mit Ausnahme des Spitzbelages abgeschlossen. Gemeinderat und Rechnungsprüfungskommission beantragen, die Jahresrechnung 2019 zu genehmigen.

Bei der Sanierung musste nachgebessert werden

Auf der Traktandenliste steht im Weiteren die Bauabrechnung der Sanierung Talstrasse-Rösslisturz und des Parkplatzes 10 Dorf, die höher ausfällt als budgetiert. Die Gemeindestrasse beim Verzweiger von der Klausenstrasse in die Talstrasse-Rösslisturz und der Parkplatz 10 Dorf waren in einem «sehr schlechten Zustand», wie die Gemeinde schreibt, und mussten saniert werden. Das Kreditbegehren von 90'000 Franken für den Verzweiger beziehungsweise von 32'000 Franken für den Parkplatz 10 Dorf wurde an der Einwohnergemeindeversammlung vom 9. November 2017 genehmigt.

Allerdings wurde bei der Arbeitsausführung im Oktober 2018 nach dem Abfräsen des Deckbelages festgestellt, dass auch die Tragschicht in einem sehr schlechten Zustand ist, wie der Gemeinderat ausführt. Somit musste nicht nur der Belag, sondern auch die Tragschicht und zusätzlich noch ein Teil der Fundationsschicht ersetzt werden. Dadurch entstanden Mehrkosten von 22'600 Franken beim Parkplatz 10 Dorf respektive von 617 Franken beim Verzweiger. Der Gemeinderat beantragt die Genehmigung der Mehrkosten.

In Spiringen soll gebaut werden

Zur Debatte steht auch die Erschliessung einer künftigen Siedlung: Die Liegenschaft Talstrasse 16 beim Alterswohnheim Tal gehört der Gemeinde Spiringen. Die dahinterliegende Liegenschaft der Erbengemeinschaft Müller beabsichtigt, ihre Liegenschaft mit vier Wohnhäusern zu überbauen. Zur Erschliessung soll der neuen Siedlung ein Fuss- und Fahrwegrecht auf der Liegenschaft Talstrasse 16 eingeräumt werden. Der Gemeinderat hat bereits zugestimmt, nun müssen auch noch die Stimmberechtigten darüber befinden.

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