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SPIRINGEN: Absenden von Tragödie überschattet

Karl Bissig, Sepp Herger, Walti Kempf und Marion Zimmermann platzierten am Gabenschiessen je einen Hunderter. Zum Feiern war der Schützenfamilie beim Absenden jedoch nicht zu Mute: Sie trauert über den auf der Ruosalp verunfallten Schützenstandwirt.
Georg Epp
Die vier Erstplatzierten am Gabenschiessen Spiringen, die einen Hunderter platzierten: (von links) Sepp Herger (2.), Sieger Karl Bissig, Walti Kempf (3.) und Marion Zimmermann (4.). (Bild: Georg Epp (4. November 2017))

Die vier Erstplatzierten am Gabenschiessen Spiringen, die einen Hunderter platzierten: (von links) Sepp Herger (2.), Sieger Karl Bissig, Walti Kempf (3.) und Marion Zimmermann (4.). (Bild: Georg Epp (4. November 2017))

Georg Epp

redaktion@urnerzeitung.ch

Alle zehn Jahre organisiert die Schützengesellschaft (SG) Spiringen ein grosses Gabenschiessen für die Bevölkerung von Spiringen und Urnerboden. Die Vorbereitungen für diesen Grossanlass begannen bereits vor zwei Jahren, als an der GV der SG Spiringen das OK mit Ehrenpräsident Walter Gisler an der Spitze und Josef Arnold als Gabenchef bestimmt wurde.

Vom 29. September bis 1. Oktober waren die Einwohner von Spiringen und Urnerboden, aber auch alle A-Mitglieder der SG Spiringen und Urnerboden sowie die B-Mitglieder der Spirgner Schützen eingeladen, sich am Gabenschiessen zu beteiligen. Insgesamt 334 Schützinnen und Schützen folgten der Einladung. Am vergangenen Samstag ging in der Turnhalle der Kreisschule das Absenden über die Bühne.

Schützenfamilie trauert um verunfallten Festwirt

Die Halle war bis auf den letzten Platz besetzt, als OK-Präsident Walter Gisler die grosse Schützenfamilie begrüsste. Mit Freude gab er bekannt, dass die hohen Erwartungen im OK voll und ganz erfüllt wurden.

Nach dem tragischen Ereignis mit dem Felssturz auf der Ruosalp verlor das OK zwischenzeitlich den Schwung, wichtige Sachen im Zusammenhang Gabenschiessen rückten in den Hintergrund. Der schmerzliche Unfalltod von Sepp Gisler und Lukas Müller traf die Gemeinden Spiringen und Unterschächen hart. Gisler war initiativer Schützenstandwirt und auch als Festwirt des Absendens vorgesehen. Er fehlt nicht nur den lieben Angehörigen, sondern auch in der SG Spiringen an allen Ecken und ­Enden.

Für die SG Spiringen war es ein trauriges Jahr, verlor man nebst Sepp Gisler auch Toni Gisler und Olga Jauch, zwei Personen, die eng mit der Schützengesellschaft verbunden waren. In einem kurzen Memento gedachte man der Verstorbenen zu Beginn des Absendens.

Das Gabenschiessen und die tragischen Ereignisse haben die Einwohner von Spiringen noch enger zusammengeschweisst. Hoch anzurechnen ist es, dass René Müller-Gisler, der Schwiegersohn des verunglückten Sepp Gisler, sich spontan bereit erklärte, zusammen mit den Mitgliedern des Verwaltungsrats des Skilifts Ratzi am Absenden als Festwirt zu amten. Die Menükarte wurde vereinfacht, und man verzichtete auch auf Musik nach dem Absenden.

Wer die Turnhalle betrat, staunte über den riesigen Gabentempel. Viele Gaben mit der Beschriftung «Gabenschiessen 2017» werden noch lange an den Grossanlass erinnern. Mit 50000 Franken Gabenwert hat OK-Präsident Gisler mit Sicherheit ab- und nicht aufgerundet. Auch die Letztplatzierten der 285 Schützinnen und Schützen im 300-m-Stand oder der 49 Jugendschützen im 50-m-Stand verdreifachten ihren Doppeleinsatz. Die Bühne reichte bei weitem nicht, um alle Preise zu präsentieren, ab Rang 163–285 musste das Musikzimmer her.

Der 73-jährige Karl Bissig traf am besten

Das Programm des Gabenschiessens mit fünf Probeschüssen und drei gültigen Schüssen auf die Hunderterscheibe war speziell. Weil nur der beste Schuss zählte, (bei Gleichheit der zweit- oder drittbeste) durften sich auch ungeübtere Schützen Siegchancen ausrechnen. Der Wunsch des OK erfüllte sich: Dass sich Spitzenkönner und Gelegenheitsschützen bereits an der Spitze der Rangliste eifrig abwechselten. Einer der ältesten Aktivschützen, der 73-jährige Altmeister Karl Bissig, sicherte sich den Sieg mit 100 Punkten und 95 Punkten beim zweitbesten Schuss. Die nächsten Ränge mit ebenfalls 100 Punkten, aber schlechterem zweiten Schuss erreichten Sepp Herger, Walti Kempf und Marion Zimmermann.

Nicht weniger als 34 Schützinnen und Schützen erreichten eine Mouche, das heisst mindestens 96 Punkte. Es gab viele Neulinge, die sich selber überraschten, aber auch Spitzenkönner wie Vereinspräsident Dani Baumann oder OK-Präsident Walter Gisler, die sich ungewohnt weit hinten in der Rangliste platzierten.

Das OK hofft, dass der eine oder andere Gelegenheitsschütze sein Talent auch am Ausschiessen oder am Feldschiessen wieder unter Beweis stellt. Obwohl die SG Spiringen keine Nachwuchssorgen hat, will sie die hohen Teilnehmerzahlen mindestens halten oder immer noch steigern. Das Absenden des Ausschiessens, das am 13. Oktober abgesagt wurde, wird am Familienabend vom 17. November im Mehrzweckgebäude Holz­boden nachgeholt.

Sandro Herger ist Sieger im Jugendschiessen

Bereits am Nachmittag ging das Absenden der Jugendschützen über die Bühne. 49 Teilnehmer (24 Mädchen und 25 Knaben) schossen mit Kleinkaliber auf die Distanz von 50 m auf die spezielle 110er-Scheibe. Bei den Jugendlichen Nachwuchsschützen (Jahrgang 2001–2013) zählte ebenfalls der beste Schuss. Mit 107 Punkten siegte Sandro Herger, Döldigstrasse 1, vor Jana Gisler, Erstfeld (106) und Carmen Gisler, Bodenbergstrasse 3 (106).

Auszug aus der Rangliste

300 m: 1. Karl Bissig, Dorf, 100/95; 2. Sepp Herger, Schwändelistrasse 4, 100/87; 3. Walti Kempf, Bürglen, 100/85; 4. Marion Zimmermann, Schwendi, 100/77; 5. Tobias Imhof, Witterschwandenstr. 66, 99/85; 6. Heinz Bissig, Unterschächen, 99/85; 7. Karl Arnold, Hofstatt 1, 99/82; 8. Toni Herger, Ratzistrasse 45, 99/76; 9. Isidor Arnold, Getschwilerstr. 10, 98/91; 10. Alois Kempf, Stans, 98/89; 11. Raphael Müller, Talstrasse 6, 98/86; 12. Hansueli Imhof, Butzenstrasse 1, 98/80. – Jugend-Gabenschiessen: 1. Sandro Herger, Döldigstr. 1, 107 Punkte; 2. Jana Gisler, Erstfeld 106/102; 3. Carmen Gisler, Bodenbergstrasse 3, 106/91; 4. Mike Müller, Ratzistrasse 12, 104/89; 5. Ueli Imhof, Ratzistrasse 29, 104/86; 6. Ueli Müller, Ratzistrasse 12, 104/83.

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