Spiringen
Eishockeyclub Uri will aufstocken: Das geht jedoch nur mit der Kunsteisbahn Holzboden

Der Eishockeyclub Uri möchte grösser werden und vor allem den Nachwuchs fördern. Die aktuelle Situation um den Verein lässt jedoch beides nicht zu. Was die Kunsteisbahn Holzboden daran ändern könnte.

Kristina Gysi
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Die Sonne hat sich schon länger hinter die Urner Bergkuppen verkrochen und mit ihr die Wärme des frühlingshaften Tages. Mittlerweile zieht ein kalter Wind um die Beine, ohnehin ist es in Spiringen beim Holzboden einige Grade kälter als unten in Altdorf. Die Natureisbahn liegt unter einer Schneedecke, das Eisfeld ist nur anhand der Banden zu erahnen. Wenn alles glatt läuft, soll es bald durch eine Kunsteisbahn ersetzt werden, die auch an wärmeren Wintertagen betrieben und genutzt werden kann. Grösser soll sie sein und einen lang ersehnten Traum erfüllen: Die Möglichkeit, in Uri endlich richtig Eishockey spielen zu können.

«Ob sich der Eishockeyclub Uri vergrössern und weiterentwickeln kann, steht und fällt mit dem Projekt»,

sagt Markus Arnold. Er ist Präsident des Eishockeyclubs Uri, die Kunsteisbahn liegt ihm entsprechend am Herzen. Dem Verein gehe es finanziell zwar gut – nicht zuletzt aufgrund der Sportförderung durch den Kanton Uri –, trotzdem stagniert er in sportlicher Hinsicht seit Jahren.

Markus Arnold, Präsident des Eishockeyclubs Uri. Im Hintergrund sind die Banden der Natureisbahn Holzboden zu sehen.

Markus Arnold, Präsident des Eishockeyclubs Uri. Im Hintergrund sind die Banden der Natureisbahn Holzboden zu sehen.

Bild: Kristina Gysi (Spiringen, 2. März 2021)

«Alle paar Jahre kommen zwei bis drei neue Spieler hinzu, es gehen dann aber auch etwa gleich viele», so Arnold. Die erste Mannschaft des Klubs spielt in der tiefsten Schweizer Liga, Aufsteigen ist unter den aktuellen Voraussetzungen kein Thema. Vor allem deshalb, weil die Trainingsmöglichkeiten beschränkt sind: «Da Uri kein geeignetes Eisfeld hat, müssen wir in den Nachbarkantonen trainieren.» Regelmässige Eiszeiten für die Mannschaften zu erhalten, ist laut Arnold äusserst schwierig. Für allfällige EHC Uri Junioren wären ausserdem keine zusätzlichen Trainings verfügbar oder aufgrund der Distanz zum Trainingsort und der späten Trainingszeiten ungeeignet.

EHC Uri hat Grosses vor

Doch genau diese Nachwuchsförderung bräuchte es beim EHC Uri. Interesse ist laut Arnold reichlich vorhanden. Es gebe viele eishockeybegeisterte Urner, die regelmässig Spiele in Zug, Ambri oder Lugano besuchen. «Zurzeit spielen auch einige junge Urner bei Hockey Innerschwyz oder beim Eishockeyclub Seewen», so Arnold. Dabei hätte Uri ja eigentlich selbst einen Klub. Und dieser soll grösser werden. Ziel sei es, den EHC Uri spielertechnisch auszubauen, eine Eishockeyschule anbieten zu können, vielleicht sogar mit der Erstmannschaft aufzusteigen. Auch wäre der Klub gerne Gastgeber von Eishockeyturnieren und anderen Veranstaltungen. Mit der neuen Kunsteisbahn könnten diese Wünsche in naher Zukunft umgesetzt werden. «Wir glauben, dass wir da wirklich etwas Tolles auf die Beine stellen könnten», so der Präsident.

An Teamspirit fehle es jedenfalls nicht, sagt Arnold. «Gerade in der Zeit, als wir in Zug zu beinahe unzumutbaren Zeiten trainieren mussten, zeigte sich, dass eine grosse Begeisterung für den Sport vorhanden ist.» Zwar sei es damals schwierig gewesen, neue Spieler zu gewinnen, «aber jene, die wir hatten, die blieben». Auch suchen die Teammitglieder jetzt während der Coronazeit immer wieder den Kontakt untereinander, zum Beispiel im Mannschafts-Chat des EHC Uri. Man vermisse das Zusammensein, egal ob auf oder neben dem Eis.

Verein bleibt auch ohne Kunsteisbahn bestehen

Einen «Masterplan» für den zukünftigen EHC Uri gebe es allerdings noch nicht. «Mit der konkreten Planung beginnen wir erst, wenn wir mit Sicherheit wissen, dass das Projekt zustande kommt», so Arnold. Und wenn nicht? «Dann bleibt der Klub zwar weiterhin bestehen und nimmt an der Schweizer Meisterschaft teil, jedoch ohne grössere Ambitionen.»

Arnold scheint jedoch zuversichtlich, dass das Eisfeld hinter ihm bald einer grösseren Kunsteisbahn weichen wird. Nicht nur der EHC Uri, auch Schulen, Plausch-Mannschaften und die ganze Öffentlichkeit würden davon profitieren. «Zudem könnte man das gesamte sportliche Angebot ausbauen, zum Beispiel mit weiteren Eissportarten wie Curling, Eiskunstlauf oder Stockschiessen.»

Im Mai wird entschieden, ob das Projekt der Kunsteisbahn Holzboden tatsächlich realisiert wird – und so die Träume und Wünsche des Eishockeyclubs Uri Wirklichkeit werden. Laut Arnold ist dies von der Finanzierung abhängig. «Hierzu werden in diesen Wochen wichtige Weichen gestellt», sagt er. Ein grosser Teil solle durch Neue-Regionalpolitik-Gelder (NRP) vom Kanton finanziert werden. «Parallel dazu werden weitere Geldgeber und Sponsoren gesucht», so Arnold weiter. Man rechne damit, dass der grösste Teil des Geldes im Mai gesammelt sein sollte und dann der Entscheid fallen wird, ob das Projekt tatsächlich umgesetzt wird.