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SPIRINGEN: Jetzt läuten wieder alle Kirchenglocken

Drei mittelalterliche Kirchenglocken sind aufwendig renoviert worden. Nun sind sie in den Turm der Pfarrkirche zurückgekehrt. Damit ist die rund dreimonatige Phase ohne Glockengeläut passé.
Urs Hanhart
Vor dem Aufzug brachte Kirchenratspräsident Klaus Gisler jede der drei Glocken kurz zum Ertönen. (Bild: Urs Hanhart (Spiringen, 22. August 2017))

Vor dem Aufzug brachte Kirchenratspräsident Klaus Gisler jede der drei Glocken kurz zum Ertönen. (Bild: Urs Hanhart (Spiringen, 22. August 2017))

Urs Hanhart

urs.hanhart@urnerzeitung.ch

Die Schüler der Kreisschule Schächental in Spiringen kamen gestern, an ihrem zweiten Schultag nach den Sommerferien, in den Genuss eines besonderen Spektakels. In der ersten Stunde nach der Mittagspause mussten sie für einmal nicht die Schulbank drücken, sondern sie durften im Freien, bei Bilderbuchwetter mit stahlblauem Himmel, einer seltenen Aktion beiwohnen.

Drei ganz spezielle Kirchenglocken wurden mit Hilfe eines Lastwagenkrans von der Ladebrücke hinauf zum Kirchturm gehievt und in der Glockenstube wieder an ihrem angestammten Platz verankert. Unmittelbar vor der heiklen Hebeaktion waren sie von Dorfpfarrer Jan Strancich eingesegnet worden.

700-jährige Glocken brauchten eine Sanierung

Die drei bis zu einer Tonne schweren Glocken sind um 1300 gegossen worden, haben also bereits über 700 Jahre auf dem Buckel. Weil die Zeit nicht spurlos an ihnen vorbeigegangen war, mussten sie aufwendig restauriert werden.

Wieder auf Vordermann gebracht wurde das betagte Trio von einer auf solche Sanierungen spezialisierten Firma mit Sitz im bayrischen Nördlingen. Die Kosten für die Arbeiten belaufen sich auf 115000 Franken.

Kirchenratspräsident Klaus Gisler, dem die Ehre zufiel, jeden der drei «Rückkehrer» vor dem Emporhieven mit einem Holzbalken zum Ertönen zu bringen, wies darauf hin, dass die Glocken wohl die ältesten noch erhaltenen Objekte im Schächental seien. Zudem verkörperten sie ein wertvolles sakrales Kulturgut. Gisler bedankte sich bei Hansjörg Gnehm, Glockenexperte des Bundes, und bei Denkmalpfleger Arthur Bucher für die fachliche Begleitung der Glockensanierung. Gnehm, der dem Kirchenrat vor vier Jahren nach einer genauen Begutachtung die Sanierung der drei altehrwürdigen Glocken empfohlen hatte, liess es sich nicht nehmen, dem Glockenaufzug persönlich beizuwohnen und das Ganze zu überwachen.

Die Gefahr von Rissen ist nun gebannt

Die schwerste der drei restaurierten Glocken wog vor der Generalüberholung 984 Kilogramm. Nun bringt sie 1002 Kilogramm auf die Waage, weil 18 Kilo Bronze eingegossen werden mussten. Laut Gnehm drängte sich die Sanierung vor allem aus folgendem Grund auf: «Die Schlagringe waren derart stark ausgeschlagen, dass diese wieder aufgegossen werden mussten. Ansonsten hätte es zu Rissen kommen können», erklärte der Experte. Diese Gefahr sei nun gebannt. «Auch die im Verlaufe der Jahrhunderte angesetzte Patina und der Schmutz sind jetzt weg», sagte Gnehm weiter. Er ist sehr zuversichtlich, dass die drei Glocken noch viele Jahrzehnte, ja sogar Jahrhunderte ihren Dienst versehen werden.

In der Glockenstube des Kirchturms Spiringen hängen insgesamt fünf Glocken. Saniert werden mussten lediglich die drei ältesten, die aus dem Mittelalter stammen und seinerzeit vor Ort, also in Spiringen, gegossen wurden. Jene mit den Jahrgängen 1730 und 1951 befinden sich noch in einem guten Zustand.

Drei 700-jährige Kirchenglocken wurden für 115'000 Franken aufwendig saniert. Nun kehrten sie nach Spiringen zurück. Bevor sie in den Kirchturm gehievt wurden, segnete Pfarrer Jan Strancich die Glocken ein. (Bild: Urs Hanhart (Spiringen, 22. August 2017))

Drei 700-jährige Kirchenglocken wurden für 115'000 Franken aufwendig saniert. Nun kehrten sie nach Spiringen zurück. Bevor sie in den Kirchturm gehievt wurden, segnete Pfarrer Jan Strancich die Glocken ein. (Bild: Urs Hanhart (Spiringen, 22. August 2017))

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