SPIRINGEN: Klausenpass: Segelflieger flog zu nah am Berg

Im Mai 2012 ist ein 58-jähriger Deutscher mit einem Segelflugzeug am Klausenpass abgestürzt. Pilot und Flugzeug wurden erst 46 Tage nach dem Unfall gefunden. Der Mann ist laut Unfallbericht mit geringer Geschwindigkeit zu nah am Gelände geflogen.

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Unfallstelle aus Blickrichtung Nord mit Flugweg des Segelflugzeuges (von rechts) und das Trümmerfeld (rot markierter Bereich). (Bild aus dem Unfallbericht).

Unfallstelle aus Blickrichtung Nord mit Flugweg des Segelflugzeuges (von rechts) und das Trümmerfeld (rot markierter Bereich). (Bild aus dem Unfallbericht).

Die Schweizerische Unfalluntersuchungsstelle (SUST) hat am Donnerstag den Bericht zum Absturz vom 19. Mai 2012 veröffentlicht. Demnach gibt es keine Anhaltspunkte für technische Mängel und keine Hinweise auf einen Beeinträchtigung des Gesundheitszustandes des Piloten. Der Pilot sei ein erfahrener Gebirgssegelflieger gewesen.

Unmittelbar vor dem Unfall sei das Segelflugzeug mit geringer Geschwindigkeit der Gebirgskante des Glatten gefolgt. Der Absturz sei auf eine Kollision mit dem Gelände zurückzuführen, weil der Pilot zu nah am Gebirge flog.

Wie aus dem Untersuchungsbericht der SUST hervorgeht, startete der Pilot am 19. Mai 2012 um 11.31 Uhr auf dem Flugplatz Schänis. Nach dem Ausklinken des Schleppseils flog er über Molis Richtung Chur. Er kreiste über dem Calfeisental und erreichte um zirka 14.15 Uhr den Piz Linard im Unterengadin.

Mehrfach auf Felsvorsprünge geprallt

Dort wendete er und flog zurück Richtung Schänis. Dabei kreuzte er die Churfisten und drehte dann Richtung Glarnerland. Nördlich des Klausenpasses, auf einer Höhe von 2400 Metern, kollidierte das Segelflugzeug um 16.22 Uhr mit dem Gelände und schlug mehrfach auf Felsvorsprüngen auf. Dabei erlitt der Pilot tödliche Verletzungen.

Noch am gleichen Abend wurde die Suche nach dem vermissten Flugzeug aufgenommen. Ohne Erfolg. Es wurden keine Notsignale empfangen. Möglicherweise seien die vielen kleinen weissen Trümmerteile noch auf weissem Restschnee gelegen, hält die SUST fest. Ende Mai wurde die Suchflüge eingestellt. Erst am 4. Juli entdeckte eine Person Teile des Flugzeuges.

Beim Verunfallten handle es sich um einen erfahrenen Gebirgssegelflieger, heisst es im Bericht. Er werden von Fluglehrern als umsichtig geschildert. Über viele Jahre habe er in den südfranzösischen Alpen ausgedehnte Streckenflüge absolviert.

sda

Hinweis: Der vollständige Unfallbericht »