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SPIRINGEN: Sennen wählen neues Oberhaupt

Die Sennenbruderschaft Bürglen hat ihre St.-Michaels-Gemeinde gestern speditiv abgehalten. An der Versammlung wurde auch der neue Sennenvater bestimmt: Es ist der Altdorfer Franz Stadler (66).
Urs Hanhart
Die Wahl des neuen Sennenvaters der Sennenbruderschaft Bürglen fiel einstimmig aus. (Bild: Urs Hanhart (Spiringen, 29. September 2017))

Die Wahl des neuen Sennenvaters der Sennenbruderschaft Bürglen fiel einstimmig aus. (Bild: Urs Hanhart (Spiringen, 29. September 2017))

Urs Hanhart

urs.hanhart@urnerzeitung.ch

Die traditionelle Michaels-Gemeinde der Sennenbruderschaft Bürglen, die gestern bei zunächst regnerischem, aber dann besser werdendem Wetter auf dem Kirchenvorplatz in Spiringen abgehalten wurde, ging ungewöhnlich zügig über die Bühne. Dies vor allem deshalb, weil bei den Wahlen im Vergleich zu anderen Jahren wenige Kandidaten nominiert wurden. Auch die verschiedenen Reden fielen kurz aus.

Versammlungsleiter Max Baumann, seines Zeichens der amtsälteste Spirgner Vertreter im Landrat, hielt zunächst Rückschau auf das vergangene Sennenbruderschaftsjahr. Beim Wetter musste er eine durchzogene Bilanz ziehen. Der Sommer sei zu warm ausgefallen. Heftige Gewitter mit zum Teil Hagel hätten einige Alpen stark in Mitleidenschaft gezogen.

Der Viehhandel läuft gut

Baumann äusserte sich auch zum Viehhandel: «Momentan läuft es einigermassen gut, da gegenüber dem vergangenen Jahr weniger Vieh auf dem Markt ist. Gefragt sind derzeit vor allem Nutzvieh, Kühe und Rinder.» Schliesslich unterstrich Baumann in seinen kurzen Ausführungen auch noch die grosse Bedeutung von Strassen in den Bergregionen: «Die landwirtschaftlichen Erschliessungen sind für den Erhalt und die Bearbeitung von abgelegenen Heimwesen sehr wertvoll.»

Von Baumann viel Lob erhielt die Alpkäserei Urnerboden: «Deren Personal ist sehr innovativ und bringt immer wieder neue Käsesorten auf den Markt. Ein Highlight ist der Hornkuhkäse.» Auch Kastenvogt Wendelin Bucheli (Pfarrer von Bürglen) griff dieses Thema auf. Er sagte augenzwinkernd: «Ob die Milch von Kühen mit Hörnern noch andere Inhaltsstoffe aufweist als die Milch von enthornten Kühen, ist wohl eine Glaubensfrage. Was mir gefällt, ist, dass die Älpler im Schächental und die Alpkäserei Urnerboden kreative Ideen entwickeln und somit Präsenz markieren.» Der Urner Alpkäse sei ein nationales Qualitätsprodukt. Dessen sei man sich im eigenen Kanton manchmal etwas zu wenig bewusst.

Danach wurde die Jahresrechnung der Sennenbruderschaft präsentiert. Diese weist einen Verlust von 1870 Franken aus. Der Fehlbetrag sei vor allem dadurch zu Stande gekommen, dass für die Sennen neue Hosen beschafft werden mussten. Das Vermögen verminderte sich auf 85 329 Franken.

Altdorf stellt den Sennenvater

Als Nächstes galt es für die rund 150 Versammelten, einen neuen Sennenvater zu bestimmen. Heuer war turnusgemäss jemand aus Altdorf an der Reihe. Der ehemalige Landrat Franz Stadler wurde schliesslich einstimmig gewählt. Er war von seinem Vorgänger Josef Arnold-Herger vorgeschlagen worden. Ansonsten gab es keine weiteren Nominationen für dieses Ehrenamt.

Seinen ganz grossen Auftritt wird der neue Sennenvater am zweiten Oktoberwochenende an der Sennenkilbi in Bürglen haben. Dorthin werden ihn die vier ebenfalls neugewählten Sennenbeamten begleiten. Namentlich handelt es sich um Hauptmann Paul Gisler, Eggenbergli, Statthalter Bruno Imhof, Spiringen, Vorfähnrich Beat Schuler, Unterschächen, und Nachfähnrich Stefan Gisler, Schattdorf. Die Sennenkilbi ist das eigentliche Erntedankfest der Älpler. Es handelt sich um ein Volksfest mit einem feierlichen Gottesdienst, Fahnenschwingen, Musik und Tanz.

Mittlerweile besteht die Sennenbruderschaft Bürglen – die grösste ihrer Art im Kanton Uri – bereits seit 424 Jahren (Gründungsjahr 1593). Mitglieder sind Sennen und Älpler der Gemeinden Altdorf, Bürglen, Spiringen, Unterschächen und Schattdorf. Die Bruderschaft wurde seinerzeit aus der Taufe gehoben, um sich gegenseitig beizustehen.

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