SPIRINGEN: Volk soll «Alte Post» wieder anschieben

Um das gesamte Dorfleben zu aktivieren, setzen vier Spirgner auf Selbsthilfe. Der «Alten Post» soll deshalb mit Volksaktien neues Leben eingehaucht werden.

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Die seit zwei Jahren geschlos­sene «Alte Post» in Spiringen. (Bild Sven Aregger/Neue UZ)

Die seit zwei Jahren geschlos­sene «Alte Post» in Spiringen. (Bild Sven Aregger/Neue UZ)

Wer in Spiringen in einem Gasthaus einkehren möchte, ohne aufs Ratzi zu fahren, der hat es zurzeit nicht leicht. 1986 ging das «Rössli» zu. Es wurde 1996 zu einem Mehrfamilienhaus.

Das Restaurant zur Alten Post ist seit rund zwei Jahren geschlossen und für gut 700 000 Franken zum Verkauf ausgeschrieben. Bleibt noch das Gasthaus St. Anton. Doch auch die Besitzer des zurzeit einzigen Restaurants im Dorf denken aus Altersgründen laut über die Einstellung ihres Betriebes nach.

Finanzierung ist das Problem
In Spiringen ist man sich deshalb einig: In Sachen Dorfbeizen muss nun schnell etwas geschehen. Um die «Alte Post» wieder zum Leben zu erwecken, haben sich Josef Schuler, Hofstatt, Max Gisler, Tal, Hans Herger, Schwändeli, Josef Gisler, Tal, und Anton Gisler, Maxihüs, zu einer Interessengemeinschaft zusammengeschlossen. Ihr Ziel: Gründung einer Betreibergesellschaft zur Übernahme des Restaurants.

«Interesse, in der ?Alten Post? zu wirten, haben verschiedene Leute», betont Josef Schuler. «Doch meistens scheitert die Sache an der Finanzierung. Wir möchten deshalb dem neuen ?Post?-Wirt, mit dem wir intensiv verhandelt haben, den Start in finanzieller Hinsicht erleichtern.»

Eine AG auf Zeit
Für diese «Anschubfinanzierung» fasst man die Gründung einer Aktiengesellschaft ins Auge. Diese soll nach Möglichkeit rund 250 000 Franken einschiessen und von der Bevölkerung durch das Zeichnen von Aktien (Mindeststückelung: 1000 Franken) mitgetragen werden.

Auf ein erstes Schreiben hin, das in alle Haushalte verteilt wurde, haben rund dreissig Personen eine unverbindliche Absichtserklärung unterzeichnet. «Wir hoffen jedoch, dass sich noch mehr Personen melden», sagt Schuler. «Natürlich muss der Wirt ebenfalls Aktionär sein», betont der Mitinitiant der IG. «Mit einem Aktionärsbindungsvertrag soll dann aber angestrebt werden, dass er das Gasthaus nach zirka fünf Jahren zu 100 Prozent übernimmt.»

Bruno Arnold

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Samstag in der Neuen Urner Zeitung.