Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

SPITZENSPORT: Uris Sportförderung funktioniert bereits

Die Urner Regierung lehnt die Führung einer eigenen Sportklasse ab. Einerseits käme dies zu teuer, anderseits gebe es genug ausserkantonale Angebote.
Bruno Arnold
Céline Arnold ist eine der jungen Urnerinnen, die eine ausserkantonale Sporttalentschule besuchen. (Bild: Josef Mulle)

Céline Arnold ist eine der jungen Urnerinnen, die eine ausserkantonale Sporttalentschule besuchen. (Bild: Josef Mulle)

Bruno Arnold

Gegenwärtig besuchen 17 Urnerinnen und Urner eine Sporttalentklasse ausserhalb des Kantons, verteilt auf verschiedene Schuljahre und Sportarten (siehe Tabelle). 2015 leistet der Kanton dafür Schulgeldbeiträge von 117 100 Franken (Sekundarstufe I) respektive von 181 300 Franken (Sekundarstufe II). Eine eigene Klasse auf der Sekundarstufe I würde im Kanton Uri im Schnitt jedoch einen Aufwand von rund 300 000 Franken verursachen – ohne Raumkosten. Diese Zahlen präsentiert die Urner Regierung in ihrer Antwort auf eine Interpellation des Bürgler SVP-Landrats Alois Arnold (1981) zur Vereinbarkeit von Ausbildung und Leistungssport. Sie zieht deshalb folgenden Schluss: «Aufgrund des finanziellen Mehraufwands, aber auch der wenigen Schüler innerhalb Uris, macht es keinen Sinn, eigene Sportklassen im Kanton Uri zu führen.» Betreffend Finanzierung erwähnt die Regierung zudem, dass vor einigen Jahren zusammen mit dem Urner Skiverband die Machbarkeit einer Talentklasse und eines regionalen Leistungszentrums in Andermatt für den Bereich Ski alpin geprüft worden sei. «Aus Kostengründen musste die Idee jedoch aufgegeben werden.»

Die Regierung führt allerdings nicht nur finanzielle Aspekte ins Feld. Da das Angebot ausserhalb Uris gross sei, aber diverse Schulen bereits jetzt teilweise Mühe bekundeten, genügend Schüler zu rekrutieren, könne man auch nicht erwarten, dass ein Angebot in Uri ausserkantonale Schüler anzöge. Zu bedenken sei auch, dass jede Sportart spezifische Trainings- und Wettkampfplanungen kenne. Selbst innerhalb der Sportarten gebe es noch verschiedene Leistungsstufen und Wettkampfkategorien. Deshalb sei es kaum möglich, eine Schulklasse zu bilden, die einem geregelten Unterricht folgen könne. Und schliesslich müssten vor Ort der Sportart angepasste Infrastrukturen vorhanden sein.

Arnold warf in seinem Vorstoss auch die Frage auf, ob beispielsweise ein Angebot von Sekundarstufe I mit anschliessender Handelsschule inklusive KV-Praktikum möglich sei. «Diese Angebote in der kaufmännischen Grundbildung werden regional in Zug mit der Institution Vinto und in Luzern mit der Frei’s Talents School bereits seit Jahren erfolgreich angeboten», hält die Regierung dazu fest. «Urner Sportlerinnen und Sportler nutzen diese Möglichkeiten. Der Kanton entrichtet nach erbrachtem Talentnachweis in Sport und Schule entsprechende Schulgelder.»

Nachwuchsförderung funktioniert

Der Bürgler SVP-Vertreter erwähnte bei der Begründung seines Vorstosses auch, dass Spitzenleistungen von Urner Sportlern in olympischen Disziplinen der Vergangenheit angehörten. «In umliegenden Bergkantonen geniesst die Sportförderung einen grösseren Stellenwert – oder aber sind die Strukturen sportfreundlicher gestaltet», spekulierte Arnold. In ihrer Antwort teilt die Regierung Arnolds Einschätzung nicht. Gemessen an der Bevölkerungszahl bringe Uri Jahr für Jahr rund dreissig Schweizer Meisterinnen und Schweizer Meister in den Aktivkategorien hervor, und zwar in Sportarten wie Ringen, Orientierungslauf, Nationalturnen, Biken und Triathlon. Die Grundlagen hierfür müssten bereits im Nachwuchsalter gelegt werden. «Also kann man nicht von ungenügender Nachwuchsförderung im Kanton Uri sprechen», so die Exekutive in ihrer Antwort. Sie verweist in ihrer Antwort zudem auf bereits bestehende Fördermassnahmen im Bereich der Urner Berufsbildung und an der Kantonalen Mittelschule Uri, aber auch auf die Möglichkeit der individuellen Beratung durch kantonale Stellen.

Gut unter einen Hut gebracht

«Die Erfahrung zeigt, dass der Grossteil der Urner Sporttalente eine reguläre berufliche Grundbildung absolviert», schreibt die Regierung weiter. «Dank kurzen Wegen und kompromissbereiten Lehrbetrieben und Berufsfachschulen lassen sich zusammen mit den Eltern der Sporttalente passende Lösungen für die Vereinbarung von Sport und Berufsbildung finden.»

Die Regierung erwähnt auch, dass schweizweit immer mehr Lehrbetriebe auf das offizielle Label «Sportfreundlicher Lehrbetrieb» von Swiss Olympic verzichten würden, weil der administrative Aufwand zur Erfüllung der Label-Vorgaben seitens Swiss Olympic als zu aufwendig angesehen werde. «Die Erfahrung in anderen Kantonen hat zudem gezeigt, dass nur wegen des Labels nicht mehr Sporttalente hervorgehen», schreibt die Regierung. Dem Amt für Berufsbildung und Mittelschulen seien im Weiteren keine Auflösungen von Lehrverträgen aufgrund von sportlichen Ambitionen bekannt. «Ob sportliche Ambitionen zu Gunsten der Ausbildung zurückgestellt oder aufgegeben werden, kann aber nicht beantwortet werden.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.