Sportzentrum in Amsteg spaltet die Gemüter an der Gemeindeversammlung – wird aber letztlich gutgeheissen

Die Gemeinde Silenen beteiligt sich mit einem Beitrag von 150'000 Franken an der geplanten Dreifachturnhalle. Die entsprechende Änderung der Nutzungsplanung sorgte für Diskussionsstoff.

Urs Hanhart
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Stimmberechtigte heben ihre Hände zur Abstimmung in der Pfarrkirche Bristen.

Stimmberechtigte heben ihre Hände zur Abstimmung in der Pfarrkirche Bristen.

Bild: Urs Hanhart (18. November 2020)

Ein Thema ist ganz klar im Zentrum gestanden, als am Mittwoch 184 Stimmberechtigte zur Gemeindeversammlung von Silenen in der Pfarrkirche Bristen kamen. Fast alles drehte sich um das Sport- und Ärztezentrum mit integriertem Restaurant, das im Entwicklungsgebiet Grund in Amsteg realisiert werden soll. Weil die geplante Infoveranstaltung vom 28. Oktober abgesagt werden musste, gab es zunächst einen rund einstündigen Informationsblock, der von Gemeindevizepräsident Willy Lussmann bestritten wurde. Gemeindepräsident Hermann Epp begab sich in den Ausstand, weil er selber finanziell am Projekt beteiligt ist.

«Der Gemeinderat ist überzeugt, dass das Sportzentrum die Attraktivität der Gemeinde Silenen nachhaltig steigert. Durch die Kombination der Bereiche Gesundheit, Sport und Gastronomie nutzt das Gesamtprojekt wertvolle Synergien, trägt den bestehenden Bedürfnissen Rechnung und ist ein Bekenntnis zum mittleren Reusstal», sagte Lussmann.

Der Kostenvoranschlag für den Bau der Dreifachturnhalle rechnet mit Ausgaben von 3,25 Millionen Franken. Gemäss Lussmann ist die Finanzierung bereits gesichert. Die Grund Immobilien AG will 1,5 Millionen Franken investieren. Floorball Uri und der HC KTV Altdorf beteiligen sich mit je 100'000 Franken. Stiftungen und Dritte steuern 250'000 Franken bei. Vom Kanton Uri kommen via Sportfonds und dem Förderprogramm Neuen Regionalpolitik (NRP) insgesamt 1,15 Millionen Franken, wobei ein zinsloses NRP-Darlehen von 800'000 Franken integriert ist. «Als Standortgemeinde, und aufgrund der Bedürfnisse der Ortsvereine und der Schule, erachtet der Gemeinderat einen einmaligen Beitrag von 150'000 Franken für den Bau der Dreifachturnhalle als verhältnismässig und angemessen», so Lussmann.

Anwohner befürchten mehr Lärm

Das sehen aber nicht alle so. Insbesondere diverse Anwohner sind alles andere als begeistert vom Projekt. Zu den Skeptikern gehört auch Ruedi Zberg, der sagte: «Für uns bringt das Projekt absolut keinen Mehrwert. Eine Sporthalle so nahe am Wohngebiet ist untragbar.» Die Anwohner befürchten, dass es vorbei sein wird mit der Ruhe im Quartier, insbesondere wenn in der Halle Grossveranstaltungen durchgeführt werden sollten. Der Gemeinderat musste sich von den Gegnern des Projekts vorwerfen lassen, sehr schlecht orientiert zu haben. Zudem seien die Informationen verwirrend und intransparent. Es gab aber auch zahlreiche Votanten, die sich voll und ganz hinter das Projekt stellten. Ein Befürworter meinte beispielsweise, dass man nicht nur den «Fünfer und das Weggli», sondern auch noch «Weihnachten und Ostern gleichzeitig» bekomme. Das Projekt sei eine Riesenchance für Silenen.

Letztlich stärkten die Versammelten dem Gemeinderat ganz klar den Rücken. Die erforderliche Änderung der Nutzungsplanung im Entwicklungsgebiet Grund in Amsteg wurde mit 146 Ja-Stimmen genehmigt. 36 Stimmberechtigte sprachen sich dagegen aus und zwei enthielten sich der Stimme. Auch der Gemeindebeitrag von 150'000 Franken an die Dreifachturnhalle wurde mit deutlichem Mehr gutgeheissen.

Steuerfuss bleibt unverändert

Angesichts des Hauptthemas des Abends, das inklusive der zum Teil recht emotional geführten Diskussion mehr als zwei Stunden in Anspruch nahm, geriet das Budget 2021 in den Hintergrund. Bei einem Gesamtaufwand von 6,57 Millionen und einem Gesamtertrag von 6,63 Millionen Franken ist ein Ertragsüberschuss von 58'700 Franken veranschlagt. Positiv wirken sich dabei gemäss Verwalter Paul Indergand insbesondere diverse Mehrerträge in den Bereichen Steuern für natürliche Personen sowie Finanz- und Lastenausgleich aus.

Das Budget der Investitionsrechnung weist Ausgaben von 1,05 Millionen und Einnahmen von 15'000 Franken auf. Die grösste vorgesehene Ausgabenposition mit dem Betrag von 650'000 Franken betrifft die Umfahrungsstrasse Eichhornboden in Bristen – die erste Tranche der Strassenbauprojekte Bristen 2020 bis 2025. Der Steuerfuss für natürliche Personen für das Jahr 2021 bleibt unverändert bei 105 Prozent. Beibehalten wird auch der Kapitalsteuersatz für juristische Personen von 2,4 Promille. Indergand wies darauf hin, dass gemäss Finanzplanung bis 2025 weiterhin kleine Überschüsse resultieren sollten. Eine Steuererhöhung ist somit vorderhand kein Thema.

Vier Einbürgerungsgesuche wurden bewilligt

Raffael Baumann aus Silenen wurde für den Rest der Amtszeit 2020/2021 als Mitglied in die Schulkommission gewählt. Er ersetzt dort Sandro Arnold. In die Wasserkommission gewählt wurden Peter Jauch, Silenen (als Präsident), Josef Echser, Silenen, Franz Gnos, Amsteg, und Marcel Jauch, Silenen. Der Gemeinderat ist durch Willy Lussmann darin vertreten. Zum Schluss wurden noch die Einbürgerungsgesuche von Ingo Reichel, Katja Uhlig, Silja Noemi Reichel sowie Fabien Reichel genehmigt.