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SRF: TV-Serie nimmt Bezug auf Andermatt

Derzeit wird auf dem Urnerboden die sechsteilige TV-Serie «Wilder» gedreht. Dass die Geschichte stark an Andermatt und Sawiris erinnert, ist durchaus gewollt, wie der Autor des Krimis während der Dreharbeiten erklärt.
Carmen Epp
Szenen wie diese versprechen Spannung in der sechsteiligen TV-Serie «Wilder». (Bild: Urs Hanhart (Urnerboden, 21. Februar 2017))

Szenen wie diese versprechen Spannung in der sechsteiligen TV-Serie «Wilder». (Bild: Urs Hanhart (Urnerboden, 21. Februar 2017))

Carmen Epp

carmen.epp@urnerzeitung.ch

Der Urnerboden ist derzeit kaum wiederzuerkennen: Ein Schild heisst die Besucher in «Oberwies» willkommen, mitten im Hochtal steht eine Tankstelle, daneben ragen Profilstangen eines riesigen Baukomplexes in den bedeckten Himmel. Auch die Stimmung ist düster: So warnt ein Transparent vor einem «Ausverkauf der Heimat», auf einer Tafel steht in roter Schrift gar unmissverständlich: «Stop! Or I kill her!» Und mittendrin zwei Männer, die in ein wildes Gerangel geraten und von einer jungen Kommissarin erwischt werden.

Man könnte sich beinahe inmitten eines Verbrechens wähnen. Wären da nicht die vielen Kameras, Mikrofone, Bildschirme und Personen, die nervös umherlaufen. Sie verraten, was es mit dem Ausnahmezustand auf sich hat: Das falsche Ortsschild, die Tankstelle, die Profilstangen, die Transparente und Tafeln und auch das Gerangel ist Teil einer Inszenierung. Seit ein paar Wochen ist der Urnerboden nämlich einer der Drehorte der sechsteiligen Krimi-Serie «Wilder».

Geschichte von Andermatt gewissermassen entliehen

Wer den Beschrieb der Geschichte liest, denkt unweigerlich an Andermatt: Ein arabischer Investor will in einem Bergdorf ein Ferienresort bauen. Diese Parallele zur Geschichte von Samih Sawiris und Andermatt kommt nicht von ungefähr, wie Béla Batthyany erklärt. Der Redaktor und Autor von Dokumentarfilmen des SRF hat das Drehbuch zu «Wilder» geschrieben und ist überzeugt: «Die besten Geschichten liefert noch immer die Realität.» So habe man für die TV-Serie die Geschichte von Andermatt gewissermassen entliehen. «Wenn ein ausländischer Investor auf ein Bergdorf trifft, ist das ein toller Nährboden für Konflikte, die eine solche Serie spannend machen.» So dürfte die Ausgangslage des fiktiven Dorfes «Oberwies» stark an die Anfangszeit von Sawiris’ Projekt in Andermatt erinnern: Da gibt es die Befürworter, die sich durch den Investor eine goldene Zukunft versprechen, aber auch Gegner, die ihre Heimat in Gefahr sehen.

Die Parallele zu Andermatt birgt aber auch die Gefahr, die Fiktion mit der Realität zu vermischen. Dessen ist sich auch Bat­thyany bewusst. «Wir achten darauf, dass der Investor in unserer Serie nicht ins schlechte Licht gerückt wird.» Würde ihm in der Serie beispielsweise Korruption unterstellt, könnte schnell der Verdacht entstehen, dass das auch auf Samih Sawiris zutreffe. Auch wolle man mit der Darstellung des Investors und dessen Familie in der Serie keine rassistischen Motive bedienen. «Da müssen wir vorsichtig sein», sagt der Autor.

Die eigentliche Geschichte des Sechsteilers hat schliesslich auch nichts mehr mit Samih Sawiris und Andermatt zu tun: Nach dem Spatenstich verschwindet die Tochter des Investors, woraufhin die ortsansässige Kantonspolizistin Rosa Wilder (gespielt von Sarah Spale) zusammen mit dem Bundeskriminalbeamten Manfred Kägi (Marcus Signer) die Ermittlungen übernimmt und dabei auf ein dunkles Geheimnis des Bergdorfes stösst.

Christian Kohlund outet sich als Uri-Fan

Eine kurze, aber «entscheidende Rolle» – mehr wollen die Verantwortlichen noch nicht verraten – spielt dabei auch Armand Ott, ein undurchsichtiger Bildhauer, der im Ausland für seine Erfolge gefeiert wird, zum Spatenstich des Ferienresorts aber in seine Heimat Oberwies zurückkehrt. Gespielt wird die Rolle von Christian Kohlund. Der Schauspieler ist vor allem für seine Rollen als Professor Vollmers in der ZDF-Serie «Die Schwarzwaldklinik» oder als Hotelmanager in der ARD-Serie «Traumhotel» bekannt. Den Urnern hingegen dürfte sein Name auch aus einem anderen Zusammenhang noch immer ein Begriff sein: Sein Vater Erwin Kohlund hat von 1968 bis 1985 die Altdorfer Tellspiele inszeniert. Dabei begleiteten ihn auch seine Kinder, Christian und Franziska, nach Altdorf, wo sie mit kleinen Rollen schon erste Gehversuche in der Welt der Schauspielerei machen konnten. Franziska Kohlund – die inzwischen verstorben ist – trat schliesslich 1988 in die Fussstapfen ihres Vaters und führte bis 1994 ebenfalls Regie bei den Altdorfer Tellspielen. Christian Kohlund hingegen zog es an die Schauspielschule nach Wien, später nach Deutschland, Italien, Frankreich und England.

Heute lebt der gebürtige Basler in München. Seine Zeit in Altdorf habe er aber nicht vergessen, sagte Kohlund während der Dreharbeiten auf dem Urnerboden im Gespräch mit unserer Zeitung. «Ich fühle mich Uri noch immer stark verbunden.» Vor allem das Isental und Gitschenen haben es dem 66-Jährigen angetan, immer wieder kehre er hierhin zurück, um seine Freizeit zu verbringen. «Die Berge und die Landschaft sind einfach gewaltig!»

Die Dreharbeiten zu «Wilder» dauern noch bis Ende März. Im Januar 2018 soll die sechsteilige TV-Serie dann im SRF ausgestrahlt werden.

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