SRK uri

«Bereits vor 70 Jahren herrschte ein Mangel an Pflegepersonal»

Seit 50 Jahren bietet SRK Uri Ausbildungskurse für Pflegehelferinnen und Pflegehelfer an. Insgesamt haben über 1200 Personen den Kurs abgeschlossen. Ihren Ursprung hat die Ausbildung in einem sehr aktuellen Problem.

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Der Spitalhelfer-Kurs – heute Lehrgang Pflegehelfer/-in des Schweizerischen Roten Kreuz (SRK) hat im Kanton Uri vor 50 Jahren zum ersten Mal stattgefunden. Seither haben mehr als 1200 Frauen und einige wenige Männer die Laienschule in der Pflege beim SRK Uri besucht. Bei der Einführung dauerte der Kurs 28 Stunden: 8 Stunden Theorie und 20 Stunden Einführung in die praktische Arbeit. Anschliessend wurde ein zweiwöchiges Praktikum in einem Spital gemacht. Nach und nach erhöhte sich die Dauer des theoretischen Teils bis auf heute 120 Stunden, und der Praxiseinsatz wird während 15 Tagen in einer Langzeitpflegeinstitution oder bei der Spitex absolviert.

Der Kursraum des SRK Uri.

Der Kursraum des SRK Uri.

Bild: PD

Die Einführung dieses Kurses durch das SRK gründete unter anderem im Bericht «Unsere Krankenpflege in Gegenwart und Zukunft». Dieser wurde Ende 1958 vom SRK publiziert. Da in den 1950er-Jahren in der Schweiz ein Mangel an Pflegepersonal herrschte, setzte sich das SRK für die Ausbildung und Rekrutierung ein. Die Ausbildung von Rotkreuz-Spitalhelferinnen wurde 1959 lanciert. Ziel war es, dass bei einem dringenden Bedarf, beispielsweise bei einem Kriegs- oder Katastrophenfall, zur Pflege von Kranken und Verletzten diese Rotkreuz-Spitalhelferinnen als Hilfspflegepersonal eingesetzt werden können. Der Rückblick in die Geschichte des Lehrgangs Pflegehelfer/-in SRK zeigt: «Bereits vor 70 Jahren herrschte ein Mangel an Pflegepersonal», schreibt das SRK Uri in einer Mitteilung zum Jubiläum, und ergänzt:

«Es scheint, die Geschichte wiederholt sich – einfach unter anderen Vorzeichen.»

Am 17. Dezember wurde neun weiteren Teilnehmerinnen das Zertifikat überreicht. Das SRK Uri gratuliert den frischgebackenen Pflegehelferinnen, dankt ihnen für ihr Engagement und wünscht ihnen Kraft und Freude. Die Absolventinnen sind: Monika Arnold, Jolanda Gisler, Anita Kempf, Bianca Odermatt, Marina Stanojevic, Anna Rosa Tresch, Martha Truttmann-Schuler, Annemarie Walker-Zgraggen, Hedy Zwyssig.

Heute begleiten, betreuen und pflegen Pflegehelferinnen Menschen mit einer Behinderung sowie Menschen, die an Demenz erkrankt, chronisch krank oder betagt sind. Sie tun dies beim Entlastungsdienst des SRK Uri, bei der Spitex, zu Hause oder in einer Pflegeinstitution. Dabei unterstützen und ergänzen die Pflegehelferinnen und Pflegehelfer SRK das ausgebildete Pflegefachpersonal in der Pflege, Gesundheitsförderung und Teamzusammenarbeit.