Stefanie Arnold schafft in Gitschenen den Hattrick

Die Unterschächnerin holte sich ihren dritten Urner Langlaufmeistertitel. Klubkollege Roman Bricker fuhr zum vierten Mal USV-Gold ein.

Urs Hanhart
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Stefanie Arnold lässt in Gitschenen ihre Konkurrenz hinter sich.

Stefanie Arnold lässt in Gitschenen ihre Konkurrenz hinter sich.

Bild: Urs Hanhart, Gitschenen, 6. Januar 2020

Die am Dreikönigstag bei Bilderbuchbedingungen ausgetragenen Urner Kantonalmeisterschaften im Langlauf in Gitschenen wurden zu einer wahren Machtdemonstration des Skiclubs Unterschächen. In den beiden Hauptrennen der Frauen und Männer sahnte die Nordisch-Hochburg fünf der zu vergebenden sechs Medaillen ab. Für die anderen Skiclubs blieben aufgrund der Schächentaler Domination nur Brosamen übrig. Etwas mehr Vielfalt in Sachen Edelmetallverteilung gab es hingegen im Nachwuchsbereich.

Stefanie Arnold, die kürzlich beim Weihnachtslanglauf den Tagessieg geholt hatte, figurierte zunächst nicht auf der Startliste. Dies weil sie ursprünglich davon ausgegangen war, dass sie am Dreikönigstag arbeiten musste. Sie bekam aber von ihren Arbeitgeber, einem Hotel in Beckenried, unverhofft frei und konnte sich kurzfristig nachmelden. Dafür bedankte sich die 23-jährige Unterschächnerin auf ihre Art, nämlich mit einem in überlegener Manier herausgelaufenen Tagessieg.

Skating-Duell zwischen Arnold und Christen vertagt

Die ehemalige Swiss-Ski-Kaderläuferin ergriff bereits auf dem ersten von insgesamt rund sechs Kilometern die Flucht nach vorne und skatete in der Folge einem ungefährdeten Triumph entgegen. Für die Hotel-Rezeptionisten, die mit einem grossen Vorsprung auf Alessia Nager (SC Gotthard Andermatt) und Titelverteidigerin Céline Arnold (SC Unterschächen) gewann, war dies ein ganz spezieller Sieg, durfte sich doch nach 2013 und 2015 zum dritten Mal USV-Gold umhängen lassen. «Ich freue mich sehr über diesen Hattrick. Es ist immer etwas Besonderes, bei einer Kantonalmeisterschaft ganz oben auf dem Podest zu stehen», sagte die frischgebackene USV-Meisterin. «Mein Ski ist vor allem in schattigen Partien sehr gut gelaufen. In jenen Streckenteilen, die in der Sonne lagen, harzte es hingegen ein wenig. Insgesamt bin ich mit einer Form sehr zufrieden.» Die Schächentalerin wäre gerne gegen Maria Christen vom SC Gotthard Andermatt angetreten. Allerdings musste die zurzeit erfolgreichste Urner Langläuferin aufgrund einer anderen Startverpflichtung passen. Bis zum ersten Skating-Duell dieser Saison zwischen Arnold und Christen müssen sich die Langlauffans also noch etwas gedulden. Im bislang einzigen Klassisch-Kräftemessen beim Bürer-Langlauf behielt Christen klar die Oberhand.

Mit der Startnummer 75 wird Roman Bricker schliesslich Tagessieger.

Mit der Startnummer 75 wird Roman Bricker schliesslich Tagessieger.

Bild: Urs Hanhart, Gitschenen, 6. Januar 2020

Als Nächstes plant die ehemalige Sprintspezialistin Arnold, die seit dieser Saison den Langlaufsport nur noch hobbymässig betreibt, aber augenscheinlich von ihrer früheren Leistungsstärke noch nicht viel eingebüsst hat, den Start bei einem ganz langen Kanton. Am kommenden Sonntag will die Unterschächnerin den Planoiras-Volkslanglauf über 25 Kilometer mit Start und Ziel auf der Lenzerheide bestreiten. Für sie ist dies gleichzeitig der Einstieg in die Swiss-Loppet-Serie, in der sie zu den Anwärterinnen auf den Gesamtsieg gezählt werden muss, sofern sie genügend Startgelegenheiten erhält.

Routinier Roman Bricker schlägt nochmals zu

Im Massenstartrennen der Männer über vier Runden à 2,1 Kilometer wähnte man sich schon fast an einer klubinternen Meisterschaft. An der Spitze des Feldes waren von Beginn weg lauter hellgrün-blaue Dresses des SC Unterschächen auszumachen. Die Vertreter der anderen Skiclubs konnten gegen die Schächentaler Übermacht nicht viel ausrichten. Im Verlaufe des von taktischen Geplänkel geprägten Wettkampfs vermochten sich Roman Bricker, Markus Schuler, Aaron Briker und Robi Briker, die allesamt dem SC Unterschächen angehören, vom übrigen Feld abzusetzen. In der Schlussphase zeigte dann Routinier Roman Bricker seinen drei Begleitern den Meister. Der 45-jährige Athlet gab seinen zum Teil deutlich jüngeren Vereinskollegen mit einem lang gezogenen Endspurt das Nachsehen. Bricker heimste nach 2016, 2011 und 2018 bereits zum vierten Mal USV-Gold ein. Silber sicherte sich Schuler, seines Zeichens der Urner Champion von 2014 und 2016. Bronze ging überraschend an den bald 52-jährigen Robi Briker.

Im Nachwuchsbereich war Tino Schuler eine Klasse für sich. Der Biathlonspezialist vom SC Gotthard Andermatt sicherte sich in überlegener Manier JO-Gold. Bei den Mädchen riss sich Julia Gisler vom SSC Schattdorf den begehrten USV-Titel unter den Nagel.