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Steht Wassen bald ohne Gemeinderat da?

An der Gemeindeversammlung am Freitag wurde nur zwei Mitglieder für den Gemeinderat nominiert. Die Zeit drängt. Am 23. September finden Gesamterneuerungswahlen statt. Wird kein Gemeindepräsident gefunden, so gibt es auch keinen Gemeinderat und Wassen droht die Zwangsverwaltung durch den Kanton.
Paul Gwerder
Die personelle Situation im Gemeinderat Wassen sieht alles andere als rosig aus. Bild: Urs Hanhart (Wassen, 7. Juni 2018)

Die personelle Situation im Gemeinderat Wassen sieht alles andere als rosig aus. Bild: Urs Hanhart (Wassen, 7. Juni 2018)

52 Personen, darunter 45 Stimmberechtigte kamen am Freitagabend zur offenen Dorfgemeinde ins Mehrzweckgebäude in Wassen. Am 23. September finden Gesamterneuerungswahlen in Wassen statt und dort fehlen heute noch die Gemeinderatskandidaten.

Keine Wahlvorschläge eingegangen

Gemeindepräsidentin Kristin T.Schnider orientierte, dass trotz intensiver Suche keine schriftlichen Wahlvorschläge eingegangen seien. Deshalb erwartete sie Vorschläge aus der Runde, die überraschenderweise aus rund zwei Drittel Frauen bestand. «Wo blieben denn die Männer nur?» fragte Schnider. In der Mehrzweckhalle herrschte Schweigen und niemand meldete sich zu Wort.

Von den bisherigen haben sich nur der jetzige Vizepräsident Markus Baumann-Jauch sowie Beat Baumann-Nogueira bereit erklärt, als Mitglieder zu kandidieren. Bei der folgenden Abstimmung erhielt Markus Baumann nur zwölf der 45 Stimmen, dagegen wurde Beat Baumann-Nogueira mit grossem Mehr für eine weitere Amtsperiode nominiert. Neben Gemeindepräsidentin Kristin T. Schnider treten auch Verwalter Marcel Schmutz, Sozialvorsteherin Yolanda Parietti und Mitglied Verena Walker-Epp nicht mehr an.

Es droht die Zwangsverwaltung durch den Kanton

Die Gemeindepräsidentin erklärte: «Wir müssen einen Präsidenten haben, der namentlich gewählt wird, sonst steht Wassen Ende Jahr ohne Gemeinderat da und der Gemeinde droht die Zwangsverwaltung durch den Kanton»! Kristin T. Schnider findet es schade, denn bei Festivitäten, wie dem Alpabzug vom 15. September findet man immer genügend Leute, nur für den Gemeinderat nicht. «Vielleicht ist es der Umgang untereinander», mutmasste sie. Der sonst recht besonnene Ständerat Isidor Baumann meldete sich enttäuscht zu Wort: «Es ist für mich sehr erstaunlich, dass die grosse Mehrheit der Anwesenden nicht den Mut hatte, Markus Baumann-Jauch die Stimme zu geben». Weiter sagte deutlich: «Ihnen ist es wohl egal, wenn die Gemeinde schlussendlich ohne Gemeinderat dasteht – überlegt Euch das gut.»

Markus Baumann-Jauch erklärte, warum er nicht als Präsident kandidiert: «Ich habe seit dem Jahr 2000 einen Landwirtschaftsbetrieb und bin weiterhin sehr motiviert etwas für die Gemeinde zu leisten, aber als Gemeindepräsident bin ich aus beruflichen Gründen zu wenig flexibel.» Nach der Versammlung sagte Markus Baumann zum schwachen Abstimmungsresultat: «Ich bin nicht enttäuscht darüber und werde trotzdem gerne weiterhin im Gemeinderat mitarbeiten. Aber hier ist es so, wenn man etwas macht, wird man häufig an der Urne bestraft.» Diese Aussagen unterstützte auch die abtretende Verena Walker-Epp.

Kontroverse Diskussion über die Parkplatzbewirtschaftung

Markus Baumann-Jauch informierte über die Sanierung des Schulhausplatzes: «Es ist geplant, dass die Gesamterneuerung im nächsten Sommer fertig sei und es ist vorgesehen, anstelle der Blumenrabatte drei schwere Granitsteine beim Eingang anzubringen.» An diesen Gesteinsbrocken hatten insbesondere die anwesenden Frauen keine Freude: «Dies ist wirklich nichts Schönes und zudem wirken Blumenbeete viel einladender und schöner», wurde aus der Versammlung votiert. Baumann akzeptierte die verschiedenen Meinungen und erklärte, dass nun frische Ideen gefragt seien.

«Wir wollen keine Dauerparkierer, denn davon haben wir nichts», sagte der Gemeindevizepräsident zum Grund für die Einführung einer Parkplatzbewirtschaftung. Es ist angedacht, dass auf dem Schulhausplatz, beim Dorfbrunnen und hinter dem Gemeindehaus in Zukunft bezahlt werden soll. Bei einer Zahlstelle können die Automobilisten ein Ticket lösen und dieses unter die Windschutzscheibe legen. Die anderen Parkplätze entlang der Dorfstrasse oder auch bei der Post, sollen als «Blaue Zone» gekennzeichnet werden. Zu reden gab die Idee des Kantons, die Parkplätze vor dem Hotel «Alte Post» zugunsten der Fussgänger aufzuheben, denn dort bestehen grosse Sicherheitsdefizite. «Das ist schlecht für den Tourismus», meinten die einen. Andere dachten «an die Mutter mit ihrem Kinderwagen.»

Zustimmung fand hingegen die Idee, dass eine gewisse Anzahl Parkkarten bei der Gemeinde gekauft werden könnten. Nach über einem Dutzend Wortmeldungen sagte Isidor Baumann: «Die Parkplatzbewirtschaftung muss nun vertieft betrachtet werden.» Er plädierte dafür, dass im gesamten Dorf, so wie es bei der Parkplatzbewirtschaftung vorgesehen ist, mindestens 45 Minuten gratis parkiert werden kann. Für Cars, sollten ausserhalb der Gemeinde Abstellplätze zur Verfügung gestellt werden.

Siedlungsleitbild und Gemeinderechnung

Projektleiter Stephan Furrer stellte das Siedlungsleitbild vor, welches als Grundlage für den Nutzungsplan dient. «Wir haben aus der Gemeinde erfreulicherweise über 90 Rückmeldungen und Ideen erhalten, welche wir nun versuchen, ins neue Siedlungsleitbild zu integrieren.» Ziel sei es, Wassen als Wohngemeinde zu stärken, eine moderate Bevölkerungsentwicklung anstreben, bestehende Infrastrukturen wie Post und Läden zu erhalten, einen sanften Tourismus zu fördern und das Naherholungsgebiet Meiental ans Urner Reusstal bestmöglichst anzubinden. Geplant ist, dass das neue Siedlungsleitbild im Frühling/Sommer 2019 dem Regierungsrat zur Genehmigung vorgelegt werden kann.

Bei einem Aufwand von 1,807 Millionen weist die Erfolgsrechnung 2017 einen Gewinn von 818 Franken aus. Mit den zusätzlich vorgenommenen Abschreibungen von 93'000 Franken beträgt der Gewinn sogar 93’818 Franken und schliesst rund 228'000 Franken besser ab als budgetiert.

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