STEINSCHLAG: Bristenstrasse: Die Entscheidung fällt am Donnerstag

Die Felssicherung und die geologischen Abklärungen wegen des Steinschlags vom Dienstag sind noch nicht abgeschlossen. Nun kommt jedoch aus, dass das Ereignis nicht ganz ohne Personenschäden vonstatten ging.

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Felsräumung oberhalb der Bristenstrasse, um sie nach dem Steinschlag vom Dienstag wieder sicher zu machen. (Bild: PD (Bristen, 3. Mai 2017))

Felsräumung oberhalb der Bristenstrasse, um sie nach dem Steinschlag vom Dienstag wieder sicher zu machen. (Bild: PD (Bristen, 3. Mai 2017))

Florian Arnold

florian.arnold@urnerzeitung.ch

Die Bristner müssen sich noch länger gedulden. Wie die Baudirektion am Mittwoch mitteilte, bleibt die Bristenstrasse vorläufig gesperrt. Nach ersten Abklärungen und Felsräumungsarbeiten kann noch immer keine Entwarnung gegeben werden. Am Donnerstag sollen weitere geologische Abklärungen folgen. Der Entscheid über eine Öffnung der Strasse werde im Verlauf des Tages gefällt.

«Die Felsräumungsarbeiten wurden während des gesamten Mittwochs mit Hochdruck vorangetrieben und verlaufen planmässig», schreibt die Baudirektion in einer Medienmitteilung. «Weiterhin stellen die Standseilbahn des KW Amsteg sowie die Shuttlebusse die Verbindung nach Bristen sicher.»

Helikopter beliefern die Baustelle

Parallel zu den Felsräumungsarbeiten laufen die Instandstellungsarbeiten an der Schadenstelle vom 5. März weiter. Um den engen Zeitplan einhalten zu können, werden auch Helikopter für Baustellentransporte eingesetzt. Die Baudirektion gibt sich zuversichtlich: Die Hauptarbeiten können nach derzeitigem Kenntnisstand fristgerecht auf den kommenden Freitag, 5. Mai, abgeschlossen werden.

In der Zwischenzeit sind weitere Details bekannt geworden. Der Steinschlag, der am Dienstag gegen 13 Uhr die Bristenstrasse erreichte, traf ein Fahrzeug, das sich auf der geöffneten Strasse befand. Eine Frau verletzte sich dabei leicht an der Hand und begab sich aufgrund von Schocksymptomen zur Überwachung für eine Nacht ins Kantonsspital Uri. Mittlerweile konnte sie das Spital verlassen.

«Ich bin erleichtert, dass dieser Zwischenfall aufgrund des unerwarteten Steinschlags glimpflich abgelaufen ist und dass es der betroffenen Frau mittlerweile wieder gut geht», sagt Baudirektor Roger Nager. «Die Baudirektion Uri investiert viel in die Sicherheit des Kantonsstrassennetzes und die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer.» Im Gebirge gebe es allerdings nie eine 100-prozentige Sicherheit. «Einzelne Steinschläge und Ereignisse wie jenes von gestern lassen sich nie ganz ausschliessen.»

Ereignisse haben keinen Zusammenhang

Zweimal schon mussten die Bristner in den vergangenen Wochen den Atem anhalten. Am 5. März rutschte oberhalb des dritten Kehrtunnels der Kantonsstrasse Amsteg–Bristen ein rund 10 Meter langes Teilstück der Strasse ab und verschüttete einen darunterliegenden Abschnitt. Nachdem die Strasse seit Gründonnerstag wieder offen war, musste sie am Dienstag nach dem Steinschlag erneut gesperrt werden. Glücklicherweise wies die Strasse nach diesem zweiten Ereignis keine grösseren Schäden auf. «Die Schadenstelle steht in keinem Zusammenhang mit dem Abrutschen der Bristenstrasse Anfang März», betont die Baudirektion. Grund für den Steinschlag dürften die Niederschläge und die starken Temperaturschwankungen der vergangenen Tage gewesen sein.

Weder euphorische noch erhitzte Gemüter

Just am Tag des zweiten Ereignisses hatte die Baudirektion zu einer Informationsveranstaltung eingeladen. Gerne hätte sie wohl bessere Nachrichten überbracht. Die Stimmung an der Veranstaltung sei zwar nicht euphorisch, aber auch nicht überhitzt gewesen, berichtet der Silener Gemeindepräsident Hermann Epp. «Die Bristner haben sehr sachliche Fragen gestellt, aber auch zum Ausdruck gebracht, dass man nun die Probleme so schnell wie möglich an die Hand nehmen muss und man von der Regierung verbindliche Antworten erwartet», sagt Epp.

Damit bezieht er sich auch auf ein Postulat von Landrat Rolf Jauch (FDP, Bristen). Dieser forderte eine dauerhafte Notstrasse. Diese sei nachhaltiger, als bei jedem Ereignis eine Notorganisation aufziehen zu müssen. Die Regierung erklärte sich bereit, die Idee zu prüfen.

Die Bristner würden eine solche Strasse sicherlich begrüssen. Notwendig sei aber eine umfassende Prüfung, so Gemeindepräsident Epp. «Nach einer Analyse wird man sich für die beste Lösung entscheiden müssen.» Ob sich die Gemeinde Silenen an einer Notstrasse finanziell beteiligen muss, kann noch nicht abgeschätzt werden.

Zentral für die Bevölkerung sei nun, dass auf der Bristenstrasse möglichst rasch wieder der Normalbetrieb einkehren könne. Die Baudirektion sei daran, die Steinschlagnetze zu ersetzen. Letztlich seien sich die Bristner bewusst, dass es in den Bergen solche Vorkommnisse geben könne, weiss Epp.