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Der Kanton Uri bereitet sich auf Stellenmeldepflicht vor

Schon bald müssen Arbeitgeber offene Stellen zwingend dem RAV melden. Allerdings gilt dies nur für Berufsarten mit hoher Arbeitslosenquote. Ab Juli gilt die Stellenmeldepflicht auch im Kanton Uri.
Urs Hanhart
Arbeitgeber müssen freie Stellen dem Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) - in Uri ander Brickermatte zu finden - melden. (Foto: Urs Hanhart, 28. September 2016).

Arbeitgeber müssen freie Stellen dem Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) - in Uri ander Brickermatte zu finden - melden. (Foto: Urs Hanhart, 28. September 2016).

Per Anfang Juli dieses Jahres müssen Arbeitgeber aus verschiedenen Branchen ihre freien Stellen den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) melden, um das inländische Arbeitskräftepotenzial besser zu nutzen. Die neue Stellenmeldepflicht ist eine Auswirkung der im Februar 2014 durch das Schweizer Stimmvolk angenommenen Initiative «Gegen Masseneinwanderung».

Betroffen sind Berufsarten mit hoher Arbeitslosigkeit. Um Arbeitgeber aus erster Hand über die Neuerungen zu orientieren, veranstaltete das Amt für Arbeit und Migration zusammen mit dem Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) am 28. Mai im BWZ Uri in Altdorf eine Informationsveranstaltung. Allerdings hielt sich das Interesse in Grenzen. Die Plätze in der Aula waren nur spärlich besetzt.

Ein Paradigmenwechsel steht an

«Die Stellenmeldepflicht ist ein völliger Paradigmenwechsel», sagte Urs Zanitti, Vorsteher des Amts für Arbeit und Migration im Kanton Uri. Sie stelle die Zusammenarbeit zwischen der öffentlichen Arbeitsvermittlung sowie den Arbeitgebern und den Personalverleihern auf eine völlig neue Basis. «Es kommt ein ganzer Modernisierungsschub auf uns zu, was ich sehr positiv finde», so Zanitti.

Allerdings sei das Ganze für alle Beteiligten eine Herausforderung und mit einem Mehraufwand verbunden. Aber dieser lohne sich. Man habe nun die Chance, Verbesserungen einzuführen. Das RAV-Team könne fortan einen regelmässigeren Kontakt zu den Arbeitgebern pflegen. Man investiere in eine langfristige Zusammenarbeit. «Wir möchten zusammen mit der Wirtschaft schlanke und ergebnisorientierte Prozesse aufbauen, sodass für alle ein Mehrwert daraus resultiert», betonte Zanitti. Das Urner RAV-Team umfasst fünf Mitarbeitende. Sie alle sind Ansprechpartner für die Betriebe.

Kein Inländervorrang, aber ein RAV-Vorrang

Mauro Tomeo vom Seco orientierte am vergangenen Montag über die Umsetzung der Stellenmeldepflicht. Er stellte klar: «Es gibt keinen Inländervorrang, sondern es handelt sich um einen Stellensuchenden-Vorrang für Leute, die beim RAV angemeldet sind.» Ab dem 1. Juli 2018 sind Arbeitgeber verpflichtet, den RAV Stellen in Berufsarten mit schweizweit mindestens acht Prozent Arbeitslosigkeit zu melden. Per Ende April wären 19 von 370 Berufsarten davon betroffen gewesen. Auf den 1. Januar 2020 wird dieser Schwellenwert auf 5 Prozent gesenkt.

Auch betroffene Stellen, die durch private Arbeitsvermittler, Headhunter oder Personalverleihunternehmen vermittelt werden, sind dem RAV zu melden. Es gibt aber auch einige Ausnahmen. Die Meldepflicht fällt beispielsweise weg, wenn eine Stelle mit einer Person besetzt wird, die seit mindestens sechs Monaten im Unternehmen arbeitet oder wenn die Anstellung maximal 14 Kalendertage dauert. Zu den Dienstleistungen der RAV sagte Tomeo: «An sich wird nichts Neues erfunden mit der Stellenmeldepflicht. Es wird aber neue Kontakte geben, denn gewisse Firmen werden nicht darum herumkommen, freie Stellen zu melden.»

Online-Plattform soll Austausch vereinfachen

Um die administrativen Abläufe künftig digital und papierlos abzuwickeln, werden 2018/19 schrittweise neue Online-Services eingeführt. Das Portal «arbeit.swiss» soll damit den Austausch zwischen Stellensuchenden, Wirtschaft und Verwaltung einfacher machen. Die meldepflichtigen Stellen sind während einem fünftägigen Publikationsverbot ausschliesslich für die beim RAV registrierten Stellensuchenden zugänglich. Vorgesehen ist, dass die Arbeitgeber innert drei Arbeitstagen nach Meldung der Stelle über passende Dossiers von Stellensuchenden informiert werden. «Dieses Job-Room-Tool ist einfach, schnell und kostengünstig», sagte Lydia Gisler vom RAV Uri.

An der Informationsveranstaltung zeigte sich, dass noch verschiedene Unklarheiten bestehen. Tomeo wies darauf hin, dass das Seco nicht für Kontrollen zuständig sei. Diese Aufgabe sei vom Bund an die Kantone delegiert worden. Aber offenbar ist das noch nicht durchgesickert. Zanitti jedenfalls sagte: «Das ist neu für mich. Wir warten jetzt darauf, dass der Bund entsprechende Empfehlungen herausgibt.»

Man tue sich generell immer schwer mit Kontrollen, meinte Tomeo und fügte an: «An sich sollte das Melden von freien Stellen keine Pflicht sein, sondern ein bewusster Entscheid zu einer Zusammenarbeit. Dann würde die ganze Diskussion um die Kontrollen generell hinfällig.» In seinem Schlusswort betonte Zanitti: «Wir wissen noch nicht alles. Auch in Bern wissen sie noch nicht alles. Es gilt jetzt, Lösungen zu finden, die sowohl für uns als auch das Gewerbe stimmen. Man muss auch bereit sein, dafür neue Wege zu gehen.»

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