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Urner Regierungsrat hält an seiner Einstellungspraxis fest

In seiner Antwort auf eine Motion begründet die Regierung, weshalb sie zum Teil auf Ausschreibungen verzichtet.
Christian Tschümperlin
Die Regierung zeigt auf, weshalb nicht alle Stellen ausgeschrieben werden sollen.Symbolbild: Getty

Die Regierung zeigt auf, weshalb nicht alle Stellen ausgeschrieben werden sollen.Symbolbild: Getty

Bei der Besetzung von Stellen innerhalb der Kantonalen Verwaltung hält sich der Regierungsrat grundsätzlich an die in der Personalverordnung festgehaltene Pflicht, Stellen öffentlich auszuschreiben. In begründeten Ausnahmefällen kann er jedoch davon abweichen. Letzteres möchte Landrätin Jolanda Joos (SP, Bürglen) mit einer Motion ändern. Sie fordert, dass alle Stellen öffentlich ausgeschrieben werden müssen. In seiner Antwort verteidigt nun der Regierungsrat seine bisherige Strategie. Er begründet die flexible Regelung mit sieben Vorteilen:

Die Regelung verhindere die Abwanderung von fähigen Mitarbeitern. Denn: Personalaustritte würden oftmals damit begründet, dass Angestellten innerhalb der Kantonalen Verwaltung keine Aufstiegs- und Entwicklungsperspektiven eröffnet werden könnten. Durch frühzeitige Entwicklungsplanung könne eine Person jedoch fachlich auf die nächsthöhere Funktion vorbereitet werden. Die Aussicht auf künftige Beförderung motiviere den Mitarbeiter.

Wenn sich eine interne Lösung abzeichne, wäre es gegenüber weiteren Interessenten nicht fair, eine Stelle nur pro forma auszuschreiben. Eine Stellenausschreibung sei bei der bewerbenden Person mit einer Erwartungshaltung und Hoffnung verbunden. Diese mit einer Alibiübung zu enttäuschen, sei nicht zielführend.

Die Chance, dass die Stellenbesetzung erfolgreich verlaufe, erhöhe sich, weil die interne Person den Arbeitgeber bereits kenne.

Durch bessere Vorkenntnisse könne die Einarbeitungszeit verkürzt werden.

Weitere Kosten könnten bei der Rekrutierung und mit dem Verzicht auf Inserate gespart werden.

Nach einer erfolglosen Erst-Ausschreibung solle die Anstellungsbehörde Bewerber direkt ansprechen können.

Weiter werde vor allem bei befristeten Stellen (Praktikanten und Ferienaushilfen) auf eine Ausschreibung verzichtet.

Nur 8 von 26 Kaderstellen nicht ausgeschrieben

Der Regierungsrat hält fest, dass in der Zeitspanne vom 1. Januar 2016 bis 31. Mai 2019 insgesamt 26 Stellen im Kaderbereich neu besetzt worden sind. «Davon wurden 18 Stellen öffentlich ausgeschrieben», schreibt er. Die ausgewogene Rekrutierungsstrategie gewähre einerseits Kontinuität und Aufstiegsmöglichkeiten beim bestehenden Personal, andererseits kämen attraktive Stellen auf dem Arbeitsmarkt und neue Ideen und Inputs von ausserhalb der Verwaltung. Vor diesem Hintergrund empfiehlt der Regierungsrat dem Landrat, die Motion nicht erheblich zu erklären.

Landrätin Jolanda Joos hatte argumentiert, dass Uri nicht als attraktiver Wohn- und Arbeitskanton auf dem Arbeitsmarkt Zentralschweiz wahrgenommen würde, wenn Stellen der kantonalen Verwaltung nicht öffentlich ausgeschrieben würden. Sie empfand vor allem den Verzicht von Ausschreibungen bei Kaderstellen als stossend.

Der Landrat entscheidet an seiner Session am 2. Oktober über die Motion.

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