Steuererklärung muss erst bis Ende Mai eingereicht werden

Aufgrund der Coronakrise gibt es Erleichterungen bei den Steuern. Gesuche um Zahlungserleichterungen werden grosszügig behandelt.

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Finanzdirektor Urs Janett vor dem Logo für die gemeinsame Steuerlösung von Kanton und Gemeinden. In Sachen Steuern setzt man auch in Uri auf Kulanz.

Finanzdirektor Urs Janett vor dem Logo für die gemeinsame Steuerlösung von Kanton und Gemeinden. In Sachen Steuern setzt man auch in Uri auf Kulanz.

Markus Zwyssig (uz) / Urner Zeitung

(MZ) Der Bundesrat hat einen vorübergehenden Rechtsstillstand beschlossen. Zahlreiche Unternehmen können durch die ausserordentliche Lage in der Coronakrise in finanzielle Schwierigkeiten geraten. In der ganzen Schweiz dürfen Schuldner bis am 19. April nicht betrieben werden. Diese Massnahmen haben auch Auswirkungen auf Urner Unternehmen und Selbstständigerwerbende, wie es in einer Mitteilung der Standeskanzlei heisst.

Die Finanzdirektion und die Gemeindesteuerämter sind bestrebt, den Regelbetrieb weiterhin aufrecht zu halten. Deshalb werden die Veranlagungen und Steuerrechnungen weiterhin versandt, um die Liquidität der Gemeinwesen sicherzustellen. Die Steuerbezugsbehörden beurteilen Gesuche um Zahlungserleichterungen wohlwollend und mit Kulanz. Die Bevölkerung ist jedoch angehalten, ihre Anliegen und Fragen ausschliesslich telefonisch oder per E-Mail zu erledigen. Besuche bei den Steuerbehörden oder die Bezahlung von Steuerrechnungen am Schalter sind aufgrund der Empfehlungen des Bundesrats zu unterlassen.

Die Einreichungsfrist für die Steuererklärung 2019 wird für alle natürlicher Personen bis 31. Mai erstreckt. Ein Gesuch um Fristerstreckung ist bis Ende Mai nicht notwendig. Für die juristischen Personen gilt als Einreichungsfrist weiterhin der 31. Juli. Die Frist für Anträge auf Tarifkorrekturen bei den Quellensteuern wird generell um zwei Monate neu bis am 31. Mai erstreckt.

Bis im Mai gibt es keine Betreibungen 

Der Bundesrat ordnete einen Rechtsstillstand an. Die Betreibungen werden bis im Mai ausgesetzt. Die im April geplanten Mahnläufe betreffend nicht bezahlter Steuerrechnungen werden aufgrund der ausserordentlichen Lage ebenfalls ausgesetzt. Personen, die mit Steuerzahlungen in Verzug geraten sind und weder eine Ratenzahlung noch einen Steueraufschub beantragt haben, werden ab Mai gemahnt.

Die provisorische Rechnungstellung für natürliche Personen erfolgt wie in früheren Jahren per Ende April 2020. Die Fälligkeit dieser Rechnungen ist unverändert Ende Oktober. Für Zahlungen vor Fälligkeit wird ein Ausgleichszins von 0,25 Prozent vergütet. Selbstständigerwerbende, die aufgrund der aktuellen Situation Einkommenseinbussen erleiden, können beim Gemeindesteueramt eine Anpassung der provisorischen Rechnung für die Kantons- und Gemeindesteuern sowie die direkte Bundessteuer verlangen. Selbstständigerwerbende können für die provisorischen Steuerrechnungen der direkten Bundessteuer zusätzlich Zahlungserleichterungen beantragen.

Den juristischen Personen wird in diesem Jahr die provisorische Steuerrechnung 2020 erst im Mai zugestellt. Unternehmen können beim Amt für Steuern ebenfalls eine berichtigte Steuerrechnung verlangen, falls sie mit Verlusten rechnen. Juristische Personen können für die provisorischen Steuerrechnungen der direkten Bundessteuer zusätzlich Zahlungserleichterungen beantragen.

Unternehmen und Selbstständigerwerbenden kann Steueraufschub gewährt werden  

Bei definitiven Steuerrechnungen gewähren die Bezugsbehörden den Unternehmen und Selbstständigerwerbenden auf Gesuch hin einen Steueraufschub bis 31. Oktober. Sie kann ab 1. November die Frist im Einzelfall weiter erstrecken, wenn die Zahlungsverpflichtung mit einer erheblichen Härte verbunden ist oder Ratenzahlungen bewilligen und auf die Erhebung von Verzugszinsen verzichten.

Die zuständigen Steuerbezugsbehörden beurteilen die Gesuche für Zahlungserleichterungen grosszügig und aufgrund der aktuellen Situation mit der notwendigen Kulanz.