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Steuersünder sorgen für viel Ertrag

74 Urner haben im vergangenen Jahr ihre Steuersünden offengelegt, und sind so einer möglichen Busse entgangen. Das sind zwar weniger als noch 2017 – und trotzdem ist dadurch mehr Geld an Kanton und Gemeinden geflossen.
Raphael Zemp

Wer bei der Steuererklärung nicht alle Vermögenswerte angibt, kann unter schlaflosen Nächten leiden. Sich selber anzuzeigen, kann da Abhilfe verschaffen. Das ist seit 2010 möglich – und dies ohne Strafe. Allerdings muss dann die Nachsteuer inklusive Zins auf maximal zehn Jahre zurück bezahlt werden. Und natürlich tauchen die angezeigten Einkommen und Vermögen auch künftig in der Steuererklärung auf. Ein Blick auf die landesweite Statistik: Im vergangenen Jahr haben sich 644 Luzerner zu einer Selbstanzeige entschieden – so viele wie noch nie (Ausgabe vom 7. Januar). Im Kanton Zürich waren es gemäss «Tagesanzeiger» gar 7250 Steuerpflichtige, die sich selbst angezeigt haben.

Aber auch der Kanton Uri profitiert von der Selbstanzeige – auch wenn nicht im selben Ausmass: In 74 Fällen ist es im abgelaufenen Jahr zu einer Nachdeklaration von Vermögenswerten gekommen. Das sind zwar nicht so viele wie noch im Jahr zuvor (100), aber deutlich mehr als in den Jahren 2014 bis 2016.

123 Millionen Franken zusätzlich versteuert

Die Summe jener Fälle, die das kantonale Amt für Steuern 2018 bearbeitet hat, fällt mit offen gelegten Vermögenswerten von 123 Millionen Franken indes deutlich höher aus als die 24 Millionen Franken im Jahr 2017. Das dürfte Kanton und Gemeinden gleichermassen erfreuen. Anstelle von 0,3 Millionen Franken (2017) haben ihnen reuige Steuersünder im vergangenen Jahr eine zusätzliche halbe Million in die Kassen gespült, total 0,8 Millionen Franken.

Grund für diesen Anstieg dürfte der automatische Informationsaustausch sein, der im vergangenen Herbst mit 38 Ländern angelaufen ist. In diese schickt der Bund nun Bankdaten und erhält im Gegenzug von dort Informationen zu Schweizer Bürgern mit Konten im Ausland.

Saftige Busse soll umgangen werden

Das bestätigt Denise Zgraggen vom Amt für Steuern des Kantons Uri. Offenbar haben also auch einige Urner nach der Devise gehandelt: «Besser selber melden, als warten, bis die Behörden davon Wind bekommen und eine womöglich saftige Busse fällig wird.»

Im Gegensatz zu anderen Kantonen führt Uri keine detaillierte Statistik über die einsichtigen Steuersünder. So weiss Zgraggen zwar, dass sich vor allem natürliche Personen selber anzeigen, kaum aber juristische. Von besonders «dicken Fischen», die bisher freiwillig ins Netz geschwommen sind, kann die Steuerfachfrau aber ebenso wenig berichten, wie über etwaige Trends. «Dazu bräuchten wir zusätzliches Personal, das wir nicht haben», so Denise Zgraggen.

Künftige Vermögenswerte stärker kontrolliert

Den Kernaufgaben komme man aber nach, betont Zgraggen – auch ohne detaillierte Statistik. Die Fälle würden schnell und effizient bearbeitet. Ebenso stelle man sicher, dass die Nachsteuern bezahlt werden und die gemeldeten Vermögenswerte auch künftig in den Steuererklärungen auftauchten.

Trotz des automatischen Informationsaustausches: Auch künftig wird wegen Selbstanzeigen zusätzliches Geld an Kanton und Gemeinden fliessen. Denn zum einen sind noch nicht alle gemeldeten Fälle bearbeitet. Zum anderen gilt: Es kann sich jeder weiterhin straflos anzeigen – solange die Steuerbehörden von sich aus noch nichts entdeckt haben. Die Chancen sind also noch in Takt, ohne Busse davon zu kommen – und den Schlaf des gerechten zu schlafen.

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