Stiftung Papilio in Altdorf öffnet die Betreuungsangebote für Notsituationen

Zahlreiche Urnerinnen und Urner sind im Dauereinsatz für die Bevölkerung. Die Stiftung Papilio schafft Plätze für Kinder, die nicht zu Hause betreut werden können. 

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In der Stiftung Papilio werden auch während der Coronakrise Kinder betreut. Ihre Eltern arbeiten zum Beispiel im Kantonsspital Uri.

In der Stiftung Papilio werden auch während der Coronakrise Kinder betreut. Ihre Eltern arbeiten zum Beispiel im Kantonsspital Uri.

Bild: PD

(ml) Viele Mütter und Väter im Kanton Uri sind in sogenannt systemrelevanten Berufen tätig. Sie leisten derzeit zusätzliche Arbeitsstunden, damit die Versorgung, die Pflege oder die Notfallorganisationen weiterhin funktionieren. Das fordert insbesondere Familien sehr stark, wie es in einer Medienmitteilung der Stiftung Papilio heisst. 

Für Situationen, in denen für die Betreuung keine Lösung im persönlichen Umfeld gefunden werden kann, stehen Kinderbetreuungsangebote im Kanton Uri zur Verfügung. Urner Familien, welche durch ihre Arbeitsstelle als medizinisches Fachpersonal, in der Pflege und Betreuung, in der Logistik oder Verwaltung Einsätze leisten und ihre Kinder betreuen müssen, können sich melden.

Andere Kinder bleiben zu Hause

Für Familien, welche die Kinder zu Hause betreuen können, bedeutet dies aber, dass sie auf ihren Betreuungsplatz zwischenzeitlich verzichten müssen. «Auf der einen Seite schaffen wir so die nötigen Plätze, die dann auch jederzeit flexibel verfügbar sind», sagt Martin Huber, Geschäftsführer der Stiftung Papilio. «Andererseits versuchen wir damit auch die Kontakte zu reduzieren und damit die Verbreitung des Virus zu bremsen.» Die Betreuungspersonen setzen sich durch ihre Tätigkeit auch einem Risiko aus. Deshalb werden die Hygienevorschriften unter den Erwachsenen in der Stiftung Papilio strikte eingehalten, so die Mitteilung weiter.

«Natürlich hoffen wir, durch diese Massnahmen den Alltag bald wieder zurückzuhaben», meint Martin Huber. «Auf jeden Fall möchten wir uns bei unseren ‹Stammkunden› für das Verständnis herzlich bedanken.»

Fachstelle Familienfragen gibt Rat

Die aktuelle Situation kann gemäss der Medienmitteilung zu Spannungen, Konflikten und Auseinandersetzungen führen. Kinder, die viel Bewegung brauchen, sollen plötzlich in der Wohnung bleiben und die Hausaufgaben sind nicht für alle gleich spannend oder auch selbstständig zu lösen. Ob das Gröbste am 19. April vorüber ist, steht in den Sternen.

Um Familien in solchen Situationen unterstützen zu können, ist die Fachstelle für Familienfragen und frühe Kindheit da. Daniela Zgraggen kennt Tricks und Tipps, um den Alltag zu bewältigen. Bei Bedarf kann sie den Kontakt zu einer Fachstelle herstellen. «Diese ausserordentliche Situation kann Eltern und Kinder sehr fordern. Dass man in Krisen besonnen reagieren kann, ist wichtig. Dann hilft ein offenes Ohr und ein guter Rat», weiss Christoph Schillig, Leiter Amt für Soziales Uri.

Die Fachstelle Familienfragen ist tagsüber unter Telefon 041 874 13 13 oder per E-Mail unter familienfragen@stiftung-papilio.ch erreichbar. Die Website www.familien-uri.ch bietet einen Überblick über die wichtigsten Kontakte und die App «parentu» informiert über Neuigkeiten, mit speziellen Inhalten in dieser Zeit, und neue Events wie z.B. das Online-Kangatraining.