STRASSENVERKEHR: Urner Regierung will Autofahrer nicht erst mit 75 zum Arzt schicken

Die Urner Regierung ist dagegen, dass sich Autofahrerinnen und Autofahrer statt wie heute nach dem 70. erst nach dem 75. Geburtstag regelmässig einer ärztlichen Untersuchung unterziehen müssen. Sie fürchtet um die Verkehrssicherheit.

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Auch der Ständerat will nach dem Nationalrat die obligatorische Fahrtauglichkeitskontrolle von 70 auf 75 Jahre setzen. (Symbolbild) (Bild: Pius Amrein)

Auch der Ständerat will nach dem Nationalrat die obligatorische Fahrtauglichkeitskontrolle von 70 auf 75 Jahre setzen. (Symbolbild) (Bild: Pius Amrein)

Verkehrsmediziner befürchteten mit einer Erhöhung des Kontrollalters mehr Tote und Verletzte im Strassenverkehr, schreib die Urner Regierung in der am Donnerstag publizierten Stellungnahme an die Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen des Nationalrats zur Änderung des Strassenverkehrsgesetzes.

Die Idee der Heraufsetzung der periodischen vertrauensärztlichen Kontrolluntersuchung für Senioren-Autofahrer stammt von Maximilian Reimann (SVP/AG). Er reichte eine parlamentarische Initiative ein.

Auch wenn die Schweizer Bevölkerung seit den 1970er-Jahren im Durchschnitt sechs bis sieben Jahre älter sowie geistig und physisch rüstiger geworden sei, wirkten sich altersbedingte Veränderungen negativ auf die Verkehrssicherheit aus, schreibt die Urner Kantonsregierung.

Für sie ist die periodische ärztliche Kontrolluntersuchung ab dem 70. Altersjahr nach wie vor "zum richtigen Zeitpunkt". Die Untersuchung leiste einen wichtigen präventiven Beitrag und fördere sogar die Selbstverantwortung der älteren Menschen. "Nicht wenige Personen kommen in der Folge zum Schluss, freiwillig auf ihre Fahrberechtigung zu verzichten", schreibt die Regierung.

Aus diesen Gründen beantragt der Regierungsrat auch, ab dem 84. Altersjahr das Kontrollintervall auf ein Jahr zu verkürzen. (sda)