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STUDIE: Bau bleibt der Urner Wirtschaftsmotor

BAK Basel geht davon aus, dass die Urner Wirtschaft weiterhin leicht wachsen wird. Einen starken Anstieg verzeichnen allerdings zurzeit die Mietpreise.
Florian Arnold
Gebaut wird in Uri viel, doch noch finden die Neubauten ihren Absatz. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

Gebaut wird in Uri viel, doch noch finden die Neubauten ihren Absatz. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

Florian Arnold

«Gemischte Signale für die Urner Wirtschaft», unter diesem Titel hat die Urner Kantonalbank (UKB) gestern die Medienmitteilung zur jüngsten Studie von BAK Basel veröffentlicht. Darin wird das Bild fortgeführt, das der Kanton Uri seit Jahren abgibt: jenes einer «unspektakulären Wirtschaft», wie UKB-CEO Urs Traxel vor den Medien ausführte. Das sei aber nicht negativ gemeint: «Es wachsen zwar keine Bäume in den Himmel, dafür ist Uri in Krisen nicht so anfällig wie andere Wirtschaftsräume.»

Maschinenbau ist top

Grosses Wachstum sucht man zurzeit in der ganzen Schweiz. «Die Schweizer Wirtschaft wurde 2015 vom starken Anstieg des Frankens nach der Aufhebung des Euro-Mindestkurses ausgebremst», so die klare Botschaft. Dies schlägt sich nicht nur in den negativen Exportzahlen nieder, sondern auch in der abgeschwächten Investitionstätigkeit. So ist die Schweizer Wirtschaft vergangenes Jahr um lediglich 0,9 Prozent expandiert. «Wir stecken damit in keiner Rezession», stellt Traxel klar. Immerhin erwirtschaftete der Kanton Uri 2015 ein Plus von 1 Prozent.

Zum guten Ergebnis beigetragen hat vor allem die Maschinenbau-Branche in Uri, die um ganze 11,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr zugelegt hat. Der Aufwärtstrend soll laut BAK Basel anhalten, wenn auch mit 0,6 Prozent im laufenden Jahr etwas verhaltener. Danach sagt der Wirtschaftsanalyst von 2017 bis 2020 rund 0,8 Prozent Steigerung voraus. Die Prognose dürfte aber eher vage sein.

Export geht klar zurück

Ausser im Maschinenbau ging die Nachfrage aus dem Ausland stark zurück. Der Gesamtexport schrumpfte um 7,7 Prozent. Im Maschinenbau wurde aber um 17,4 Prozent zugelegt. Weil das aussenwirtschaftliche Umfeld verhalten bleibt, dürfte die Urner Bruttowertschöpfung um 1,2 Prozent sinken.

«Die Baubranche hat sich über Jahre als substanzieller Wachstumsfaktor erwiesen», sagt der UKB-CEO. In den vergangenen Jahren spielten die verschiedenen Projekte in Andermatt eine wichtige Rolle. Nicht zu unterschätzen ist aber auch die Bautätigkeit im Unterland. Die Zahl der Baubewilligungen hat sich in Uri 2015 fast verdoppelt, nachdem sie bereits 2014 ein Plus von 25 Prozent erreichte. 2015 wuchs die reale Wertschöpfung im Urner Baubereich um 2,4 Prozent (Schweiz: plus 0,6 Prozent), was im laufenden Jahr sogar noch übertroffen werden dürfte: BAK Basel rechnet mit einem Plus von 7,7 Prozent. Aufgrund der steigenden Nachfrage auf dem Urner Wohnungsmarkt stiegen auch die Immobilienpreise und die Mieten. Die Preise bei Eigentumswechsel sind um 0,9 Prozent (Schweiz: minus 0,4) gestiegen – die Mieten sogar um 4,5 Prozent (plus 2,4).

Neubauten finden Absatz

Wie Pilze schiessen zurzeit die Baustellen im Urnerland aus dem Boden. «Was gebaut ist, findet aber nach wie vor den Markt», sagt Geschäftsleitungsmitglied Christoph Bugnon. Die Neubauten seien gut ausgelastet. Dafür sei der Druck auf alte Bauten gestiegen. «Wir raten unseren Kunden deshalb, dass sie alte Liegenschaften in Schuss halten.» Etwas Respekt hat man bei der UKB davor, dass neben den Banken Organisationen wie Versicherungen als Anlage vermehrt in Uri bauen. Dies könne zu Preisverzerrungen führen.

Nach der Eröffnung des Hotels The Chedi, die zu einem regelrechten Boom geführt hatte, ist die Tourismusbranche wieder etwas eingebrochen. Auch hier war die Euro-Krise zu spüren, die Hotelübernachtungen gingen dementsprechend zurück, gesamthaft in Uri um 1,3 Prozent. Rückläufig waren vor allem die Hotelnächte von westeuropäischen Gästen von minus 10 Prozent. Dies konnte durch grosse Nachfragen aus dem Inland und aus Asien teilweise kompensiert werden.

Hoffnung in Skiarena

Der schwache Tourismus wirkte sich auch auf die Wertschöpfung im Detailhandel aus (minus 1,2 Prozent). Von den Grenzgängern, wie sie etwa Basel spürte, hat der Urner Detailhandel aber nichts zu spüren bekommen. BAK Basel rechnet in diesem Jahr für Tourismus und Detailhandel mit einer leichten Erholung: Detailhandel plus 0,7, Gastgewerbe minus 0,2 Prozent. Die Erweiterung der Skiarena Andermatt-Sedrun mit neuen Anlagen dürfte künftig positive Impulse bringen.

Die Wirtschaftsprognosen bleiben auch für 2016 verhalten. «Der hohe Margen- und Spardruck im Inland und das schwierige aussenwirtschaftliche Umfeld drücken auf die Dynamik», heisst es im Bericht. Das Bruttoinlandprodukt (BIP) soll sich 2016 in Uri – prognostiziert ist ein Plus von 1,1 Prozent – leicht besser entwickeln als in der Schweiz (plus 0,8 Prozent). Ein Aufsteller ist die Beschäftigung der Urner. Die Arbeitslosigkeit ist nochmals gesunken und liegt mittlerweile unter 1 Prozent (Schweiz: 3,4 Prozent). Gleichzeitig ist auch die Zahl der Beschäftigten innerhalb des Kantons deutlicher angestiegen als im schweizerischen Schnitt.

Längerfristig dürfte laut Urs Traxel die Urner Wirtschaft vom Neat-Anschluss profitieren. Die UKB selber will deshalb in den geplanten Zentralbahnhof Altdorf investieren, wie kürzlich bekannt wurde.

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