STUDIE: Unterschächen zweifelt die Studie an

Gemäss Forschern werden die Unterschächner weniger alt als der Rest der Schweiz. Die Studie stösst beim Gemeindepräsidenten auf Skepsis.

Anian Heierli
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Viele Unterschächner - hier Meinrad Bissig - arbeiten körperlich hart und bewegen sich auch oft. (Archivbild Pius Amrein)

Viele Unterschächner - hier Meinrad Bissig - arbeiten körperlich hart und bewegen sich auch oft. (Archivbild Pius Amrein)

Die Männer aus Unterschächen werden durchschnittlich knapp 78 Jahre alt, die Frauen beinahe 84. Damit ist die Lebenserwartung im 700-Seelen-Dorf schweizweit am geringsten. Zu diesem Resultat kommt eine neue Studie des Instituts für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Bern. Am längsten leben dagegen die Einwohner der Zürcher Gemeinde Uitikon. Hier erreichen Männer im Schnitt ein Alter von 82,6 Jahren und Frauen eines von gut 86.

Lebensende im Heim

Die Studie, die von der «Sonntagszeitung» publik gemacht wurde, löst beim Unterschächner Gemeindepräsident Sepp Müller Skepsis aus. «Persönlich erachte ich die Studie als wenig aussagekräftig», sagt er. Der Grund ist naheliegend: Die ältesten Einwohner würden oft gar nicht in Unterschächen sterben, sondern im Alters- und Pflegewohnheim Gosmergartä in Bürglen, betont Müller. Stirbt jemand im «Gosmergartä», gilt nicht mehr Unterschächen als letzter Wohnsitz, sondern eben Bürglen. «Wenn bei einem kleinen Bergdorf wie Unterschächen mehrere Menschen im Alter über 80 andernorts sterben, ist die Statistik bereits deutlich verfälscht», so Müller. Tatsächlich leben derzeit 10 Personen aus Unterschächen im Altersheim Bürglen.