SVP peilt zweiten Sitz in Urner Regierung an

Als zweitstärkste Fraktion im Urner Landrat will die SVP nun auch in der Regierung besser vertreten sein. Bei den Erneuerungswahlen vom Sonntag strebt sie deshalb einen zweiten Sitz an. FDP, CVP und SP wollen ihre Sitze mit aller Kraft verteidigen.

Drucken
Teilen
Urner Fahne am Rathaus in Altdorf. (Bild: Urs Hanhart/Neue UZ)

Urner Fahne am Rathaus in Altdorf. (Bild: Urs Hanhart/Neue UZ)

Zurzeit setzt sich die Urner Exekutive aus drei Mitgliedern der CVP (Heidi Z'graggen, Josef Arnold, Isidor Baumann), zwei Vertretern der FDP (Stefan Fryberg, Josef Dittli) und je einem der SP (Markus Züst) und der SVP (Beat Arnold) zusammen.

Sicher ist: Die Wahl im März wird drei neue Regierungsmitglieder bringen. Josef Arnold und Isidor Baumann (CVP) sowie Stefan Fryberg von der FDP treten zurück. Fryberg gehörte der Regierung seit 2004 an, Arnold seit 2000. Baumann war ebenfalls seit 2000 in der Urner Exekutive und wurde im vergangenen Jahr in den Ständerat gewählt.

Offen ist, ob sich auch die parteipolitische Zusammensetzung der Regierung verändern wird. Zwar will die SVP die aktuelle Konstellation aufmischen. Problemlos wird ihr dies aber nicht gelingen.

Schliesslich war die SVP im Kanton Uri lange Zeit gar nicht in der Regierung vertreten. Nicht zuletzt, weil es ihr jeweils an bekannten Köpfen fehlte. Erst 2010 schaffte Beat Arnold als erster SVP-Politiker den Sprung in die Exekutive.

Beat Arnold, SVP, bisher. (Bild: Neue UZ)
11 Bilder
Josef Dittli, FDP, bisher. (Bild: Neue UZ)
Heidi Z'graggen, CVP, bisher. (Bild: Neue UZ)
Markus Züst, SP, bisher. (Bild: Neue UZ)
Thomas Arnold, FDP. (Bild: Neue UZ)
Barbara Bär, FDP. (Bild: Neue UZ)
Urban Camenzind, CVP. (Bild: Neue UZ)
Patrizia Danioth Halter, CVP. (Bild: Neue UZ)
Ericher Herger, CVP. (Bild: Neue UZ)
Josef Schuler, SVP. (Bild: Neue UZ)
Beat Jörg, CVP. (Bild: Neue UZ)

Beat Arnold, SVP, bisher. (Bild: Neue UZ)

Acht Männer, drei Frauen

Insgesamt bewerben sich acht Männer und drei Frauen um die sieben Urner Regierungsratssitze. Die SVP greift mit dem Bisherigen Beat Arnold (34) und Landratspräsident Josef Schuler (51) an.

Die CVP steigt mit einem Quartett ins Rennen. Auf der Liste stehen neben der bisherigen Justizdirektorin Heidi Z'graggen (46) neu der Gurtneller Gemeindepräsident Beat Jörg (53), Landratsvizepräsident Urban Camenzind (46) sowie die Parteipräsidentin Patrizia Danioth Halter (47). Darüber hinaus unterstützt die grösste Urner Partei auch alle anderen bisherigen Regierungsräte.

Nicht auf die offizielle CVP-Liste geschafft hatte es der Bürgler Gemeindepräsident und ehemalige Chefredaktor des «Urner Wochenblatts», Erich Herger. Der 55-Jährige liess sich dadurch aber nicht entmutigen und entschied sich, als wilder Kandidat bei den Wahlen anzutreten.

Auch Bär kandidiert wild

Den selben Weg wählte die ehemalige Altdorfer Gemeindepräsidentin Barbara Bär. Auch sie wurde von ihrer Partei, der FDP, nicht offiziell nominiert. Trotzdem entschied sich die 55-Jährige für eine Kandidatur. Schliesslich war es vor acht Jahren der nun zurücktretende Stefan Fryberg, der den Sprung in die Regierung als wilder FDP-Kandidat schaffte.

Die FDP entschied sich für ein Zweierticket mit dem bisherigen Josef Dittli (54), der seit 2004 im Amt ist, und Thomas Arnold (55), der den Sitz des zurücktretenden Fryberg verteidigen soll. Die FDP will zudem alle bisherigen Regierungsräte unterstützen.

Eine Allianz gehen die SP, die Grünen und der Gewerkschaftsbund ein. Ihr Ziel heisst Markus Züsts Wiederwahl. Diese dürfte der 60- Jährige mühelos schaffen. Auch die SP entschied sich, alle vier bisherigen Regierungsratsmitglieder auf die Liste zu setzten.

sda