Wegen Lerndefizit: SVP Uri fordert ein bis zwei Wochen weniger Schulferien

Erstaunt über das Vorgehen der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) richtet sich die SVP Uri mit einer kleinen Anfrage an den Regierungsrat.

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Laut der SVP Uri würde eine Ausdehnung der Schulzeit vor allem jenen Kindern helfen, die mit Homeschooling die Ausbildungsziele nicht erreicht haben.

Laut der SVP Uri würde eine Ausdehnung der Schulzeit vor allem jenen Kindern helfen, die mit Homeschooling die Ausbildungsziele nicht erreicht haben.

Symbolbild: Gaetan Bally/ Keystone

(pd/RIN) Der Bundesrat hat als Folge der Coronavirus-Pandemie weitgehende Beschlüsse gefasst und Restriktionen erlassen. Sie sind vorerst bis zum 19. April befristet. Eine der Schutzmassnahmen ist die Schliessung der Schulen, um die Verbreitung des Virus unter Kindern zu verhindern. Bevor nun der Bundesrat über das weitere Vorgehen entschieden hat, hat die Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) zum weiteren Vorgehen im Bereich der obligatorischen Schule nun aber Beschlüsse gefasst.

Die Urner SVP Fraktion hat am vergangenen Donnerstag, noch vor der Kommunikation des Entscheides der EDK beim Regierungsrat zum weiteren Vorgehen bei den Urner Schulen, eine kleine Anfrage mit diversen Punkten deponiert. Die SVP fordert dabei den Urner Regierungsrat auf, bis zu den Ostern Klarheit beim weiteren Vorgehen im Urner Bildungswesen zu schaffen. Dies geht aus einer Mitteilung der SVP Uri hervor. Obschon sämtliche Einschränkungen befristet bis zum 19. April gelten, wird teilweise der Schulbeginn den Frühlingsferien angepasst. So beginne der Schulunterricht in Ob- und Nidwalden ab dem 26. April, in Uri wäre nach einer Woche (ab dem 25. April) und in Schwyz nach zwei Wochen (3. bis 14. Mai) Schulunterricht bereits wieder Frühlingsferien.

«Reisen sind problematischer als Schulunterricht»

Bei einer Lockerung der Einschränkungen ab dem 19. April würden die Familien die Ferien nutzen und Reisen und Ausflüge unternehmen, wie die Partei weiter schreibt. «Hingegen sind grössere Menschenansammlungen durch Reise- und Freizeittätigkeiten von Familien weit gefährlicher für neue Ansteckungen von gefährdeten Personengruppen als der ordentliche Schulunterricht», heisst es in der Mitteilung weiter.

Ebenfalls beginnen die Sommerferien schweizweit an unterschiedlichen Zeiten: Diese variieren um drei Wochen, von Ende Juni bis nach Mitte Juli. Somit ergebe sich seit dem 16. März ein ordentlicher Schulausfall von mindestens fünf Wochen. Der Schulstoff könne nur bedingt mit Homeschooling aufgearbeitet werden. Das verbleibende Schuljahr bis zu den Sommerferien beträgt in Nidwalden, Obwalden, Luzern und Zug zehn Wochen (Engelberg neun), in Uri und in Schwyz neun Wochen. Im Kanton Zürich verbleiben elf, und im Kanton Aargau gar 13 Wochen.

Pädagogisches Defizit kompensieren

Es sei zu überprüfen, ob in den Urschweizer Kantonen, insbesondere im Kanton Uri, das laufende Schuljahr um ein bis zwei Wochen Ferienzeit verkürzt wird, um den fehlenden Schulstoff nachzuholen. Eine Ausdehnung der Schulzeit würde vor allem jenen Kindern helfen, die mit Homeschooling die Schul- und Ausbildungsziele nicht erreicht haben. «Auf allen Stufen könnte das pädagogische Defizit mit ein bis zwei zusätzlichen Schulwochen etwas kompensiert werden und durch faire Beurteilungen durch Tests und Prüfungen beendet werden», so die SVP Uri weiter.

Vor einem Entscheid vom Bundesrat über eine allfällige Weiterführung von dem «Lockdown» auch nach dem 19. April hat die EDK beschlossen, keine Änderungen im Bereich der obligatorischen Schule zu machen. Bei den Grundsätzen, welche die EDK verabschiedet hat, stehe absolut nicht das schulische Defizit, welches durch das «Homeschooling» entstehen könnte, im Vordergrund. «Wir sind aber nach wie vor der Ansicht, dass die Fragestellungen im Bildungsbereich die Bevölkerung in dieser schwierigen Zeit auch in den nächsten Tagen und Wochen stark beschäftigen werden», heisst es in der Mitteilung. Weiter sei festzuhalten, dass das Bildungswesen grundsätzlich im Kompetenzbereich der Kantone liegt und bei Beschlüssen der EDK die kantonsspezifischen Gegebenheiten zu berücksichtigen seien. «Aus diesem Grund halten wir explizit an der kleinen Anfrage fest und erwarten vom Regierungsrat eine rasche Klärung der offenen Fragen», so die SVP Uri.