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SVP Uri: Pascal Blöchlinger und Christian Arnold sollen es richten

Der Urner Nationalrat Beat Arnold (SVP, Schattdorf) tritt zu den eidgenössischen Wahlen vom 20. Oktober 2019 nicht mehr an. Als Nachfolger will die SVP Uri Parteipräsident Pascal Blöchlinger, Altdorf, ins Rennen schicken. Zudem soll Christian Arnold, Seedorf, im März 2020 den 2016 verlorenen SVP-Regierungsratssitz zurückerobern.
Bruno Arnold
Pascal Blöchlinger, Präsident SVP Uri, will in den Nationalrat. (Bild: Urs Hanhart, Schattdorf, 7. Dezember 2018)

Pascal Blöchlinger, Präsident SVP Uri, will in den Nationalrat. (Bild: Urs Hanhart, Schattdorf, 7. Dezember 2018)

Im Herbst 2018 musste sich der bald 41-jährige Urner SVP-Nationalrat Beat Arnold einer Hirntumor-Operation unterziehen und anschliessend eine Chemotherapie beginnen. Am 4. März 2019 hat er seine politische Arbeit in der Grossen Kammer in Bern wieder aufgenommen. Vielerorts ist in den vergangenen Wochen intensiv über die politische Zukunft des ehemaligen Urner Sicherheitsdirektors und einzigen Urner Nationalrats spekuliert worden. Nun besteht Klarheit: Beat Arnold tritt zu den eidgenössischen Wahlen vom 20. Oktober nicht mehr an und verlässt den Nationalrat Ende November 2019 nach vier Jahren aus gesundheitlichen Gründen.

Arnold ist seit 2010 Berufspolitiker. «Im Zusammenhang mit meiner Krankheit habe ich mir natürlich viele Gedanken über mein künftiges Leben und selbstverständlich auch über meine politische Zukunft gemacht», erklärte Arnold gestern. «Ich wollte mir während der März-Session definitiv Klarheit verschaffen.» Diese habe er denn auch definitiv erhalten. Arnold sagt weiter:

«Mir ist bewusst geworden, dass mich die aktuelle Situation nicht mehr befriedigt, dass es für einen 41-Jährigen Wichtigeres gibt als Politik allein, dass ich einerseits meine Energie in meine Genesung investieren und mich anderseits aber auch vermehrt meiner Familie mit drei kleinen Kindern widmen will.»

Arnold sucht zudem eine neue berufliche Herausforderung. In den nächsten Tagen wird diesbezüglich eine Entscheidung fallen. Der diplomierte Bau- und Wirtschaftsingenieur dürfte in sein angestammtes berufliches Umfeld in der Baubranche zurückkehren. Die aktive Politik werde bei ihm auf jeden Fall in den Hintergrund treten. «Ich nehme es vorerst einmal, wie es kommt.»

Blöchlinger soll Arnold beerben

Die SVP wird anstelle von Beat Arnold den 42-jährigen Altdorfer Landrat Pascal Blöchlinger ins Rennen um den Sitz im Nationalrat schicken. Er vertritt die Gemeinde Altdorf seit 2012 im Kantonsparlament und amtiert zurzeit als Vizepräsident des Kantonsparlaments (siehe auch Box). Die Parteileitung hat aber auch mit Landrat Christian Arnold, Seedorf, über eine mögliche Kandidatur als Nationalrat gesprochen. Dieser verzichtet aber und will am 8. März 2020 als Regierungsrat ins Rennen steigen.

Christian Arnold soll Regierungsrat werden

Christian Arnold aus Seedorf amtierte 2015/16 als Landratspräsident und kandiert im März 2020 als Regierungsrat. (Bild: Urs Hanhart, Altdorf, Juni 2015)

Christian Arnold aus Seedorf amtierte 2015/16 als Landratspräsident und kandiert im März 2020 als Regierungsrat. (Bild: Urs Hanhart, Altdorf, Juni 2015)

Der 42-jährige Christian Arnold politisiert seit 2012 im Landrat und präsidierte das Urner Kantonsparlament im Amtsjahr 2015/16. Bereits 2016 war Arnold als aussichtsreichster Regierungsratskandidat der SVP Uri gehandelt worden, verzichtete aber auf eine Kandidatur. «Ich war damals Landratspräsident und überzeugt, dass die SVP den Sitz des zurücktretenden Beat Arnold auch mit andern Kandidaten würde verteidigen können», sagte er gestern. Zudem hätten damals familiäre und berufliche Gründe gegen ein Regierungsratsmandat gesprochen. Arnold führt einen der grössten Landwirtschaftsbetriebe im Kanton Uri. Der Seedorfer betont:

«Mein Hauptziel ist es, den Betrieb in der Familie behalten zu können. Inzwischen ist dies organisatorisch soweit aufgegleist, dass ich eine Kandidatur als Regierungsrat ins Auge fassen kann.»

Exekutivamt statt Arbeit in der Legislative

Für Christian Arnold muss die SVP Uri bei den Wahlen 2020 als oberstes Ziel die Rückeroberung des 2016 verlorenen Sitzes anstreben. «Ich bin bereit, meinen Beitrag zu leisten», sagt Arnold. Und er betont: «Ich trete für die SVP und nicht gegen eine der übrigen Parteien an. Mich reizt das Exekutivamt mehr als ein Mandat in der Legislative in Bern», so der ehemalige Seedorfer Gemeinderat. Klar sei auch, dass er im Falle einer Wahl in die Urner Regierung seine Mandate im Verwaltungsrat der Emmi Schweiz und im Vorstand der Zentralschweizer Milchproduzenten aufgeben würde. «Mit Blick auf die parteiinterne Ausmarchung und die Wahlen vom März 2020 bin ich zuversichtlich», erklärt Arnold. «Ich bin mir aber auch bewusst, dass es kein einfacher Spaziergang wird.»

Die SVP-Ortsparteien sind eingeladen, bis zum 30. April 2019 zuhanden der Parteileitung weitere mögliche Kandidatinnen und Kandidaten zu melden. Die Nomination für die Nationalrats- und die Regierungsratswahlen wird an der ausserordentlichen Versammlung vom 23. Mai stattfinden.

Beat Arnold als Mann der ersten Stunde

Der diplomierte Bau- und Wirtschaftsingenieur Beat Arnold aus Schattdorf war der Mann der ersten Stunde innerhalb der SVP. 2010 wurde der damalige Schattdorfer Landrat und Fraktionspräsident zum ersten Urner SVP-Regierungsrat gewählt und war Vorsteher der Sicherheitsdirektion. Arnold amtierte knapp sechs Jahre lang als Vorsteher der Sicherheitsdirektion.

Als erster Urner SVP-Politiker schaffte er im Herbst 2015 gegen Frieda Steffen (CVP, Andermatt) und Annalise Russi (Grüne Uri) auch den Sprung ins eidgenössische Parlament in Bern. Hier wurde er Mitglied der Sicherheitspolitischen Kommission (SIK) und Verantwortlicher für den Bereich Sicherheitspolitik der SVP Schweiz. Aufgrund seiner Wahl in den Nationalrat trat Arnold per Ende Mai 2016 als Urner Regierungsrat zurück. Bei den Wahlen vom April 2016 verlor die SVP ihren einzigen Sitz in der Urner Exekutive wieder. Damals scheiterte die SVP-Kandidatin Petra Simmen-Zurfluh im zweiten Wahlgang. Sie musste Urs Janett (FDP, Altdorf) und Dimitri Moretti (SP, Erstfeld) im Kampf um die letzten beiden Plätze den Vortritt lassen.

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