Tälläbuebä treten in Attinghausen erstmals mit neuer Dirigentin auf

Am Jodlerabig in Attinghausen leitete erstmals Corina Ferrari musikalisch die Tälläbuebä. Neben dem einheimischen Klub sorgten auch die Gäste mit unterschiedlichen Darbietungen von Naturfür Unterhaltung.

Robi Kuster
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Präsident Louis Camenzi9nd bedankt sich bei den Ansagerinnen Lilly und Fiona Briker. (Bild: Robi Kuster, 17. März 2019)
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Die Kindertanzgruppe Erstfeld mit witzigen Einlage. (Bild: Robi Kuster, 17. März 2019)
Louis Camenzind bedankt sich bei der neuen  Dirigentin Corina Ferrari. (Bild: Robi Kuster, 17. März 2019)
Die Tälläbuebä überzeugten mit gefälligen Jodelliedern. (Bild: Robi Kuster, 17. März 2019)
Prächtiges Jodlerduett mit Andreas und Beat Thalmann. an der Orgel Cécile Thalmann. (Bild: Robi Kuster, 17. März 2019)

Präsident Louis Camenzi9nd bedankt sich bei den Ansagerinnen Lilly und Fiona Briker. (Bild: Robi Kuster, 17. März 2019)

Die Aula in Attinghausen füllte sich am Samstag für den diesjährigen Jodlerabig schon früh. Man war gespannt auf das Abschneiden der neuen und jungen Dirigentin der Tälläbuebä. «Jung sy» hiess auch entsprechend das Motto und das Lied von Adolf Stähli, mit dem der einheimische Klub die Besucher begrüsste. Den Start machten die Tälläbuebä aber mit «Ha Rose gseh» von Emil Wallimann. Die neue Handschrift war bei der Interpretation der Lieder spürbar.

Corina Ferrari ist ausgebildete Jodler-Dirigentin und ist darum bestrebt, ihre eigene Idee für die Lieder einzubringen, was ihr auch gut gelang. Sie ist selber eine ausgezeichnete Jodlerin, überlässt aber bei den Tälläbuebä das Jodeln den Männern, wie es beim 80-jährigen Klub schon immer der Fall war. Ihre Erfahrung als Jodlerin ist aber bei der Arbeit als Dirigentin wichtig und wertvoll. Die meisten heutigen Jodlerklubs haben Jodlerinnen in ihren Reihen. Wichtig sei die Anpassung der Lieder an die Stimmen im Chor, so die Meinung der Dirigentin.

Geburtstagsfeier auf der Bühne

Nach ihrer Dirigentenausbildung habe sie sich eine Anstellung in Uri gewünscht und so sei ihr die Anfrage der Tälläbuebä willkommen gewesen, sagte Ferrari. Man habe sie auch sehr herzlich aufgenommen und viel Goodwill gezeigt. Ihr Wunsch sei es gewesen, das Maximum aus den Stimmen herauszuholen, was ihr auch am Samstag gelungen ist.

Im Gegensatz zu den Gästen aus Obwalden steht bei den Tälläbuebä nicht der Naturjodel im Mittelpunkt, sondern das Jodellied, wie etwa «Abigglogge» oder «Schnittertanz», mit dem die Tälläbuebä das Konzert abschlossen. Corina Ferrari studierte mit dem Lied «Im Buechewald» von Edi Gasser auch ein neueres Lied aus Obwalden ein. Und der «Beichle Jutz» von Franz Stadelmann passte zu den Gästen aus Luzern. Der 26-jährigen Pflegefachfrau, die am Jodlerabig ihren Geburtstag feierte, ist der Einstand geglückt. Ihre nächste Herausforderung mit den Tälläbuebä wird das Zentralschweizerische Jodlerfest in Horw sein, an dem man mit «Ha Rose gseh» die Höchstklassen erreichen möchte.

Obwaldner präsentieren Juiz zum Geniessen

Anders als bei den Tälläbuebä pflegen die Obwaldner Jodler vorwiegend ihren eigenen Naturjuiz. In diesem Bereich sind sie grosse Könner. Das zeigte sich auch am Samstag beim Obwaldner Trachtenchörli. Ihre Naturjuiz waren Leckerbissen. Beim Chorklang des «Tschifelers», des «Breitäfäldärs» und des «Wicheltossä-Juizes» merkte der Kenner des Naturjodels, warum es so ist.

Das heisst aber nicht, dass die «Tschifeler» keine schönen Lieder singen könnten. Mit «Neus Läbä» von Paul Meier und Beat Jäggi und dem «Hüeterbueb» von Emil Herzog bewiesen sie das Gegenteil. Das Trachtenchörli Obwalden wird von Beat von Holzen geleitet. Gegründet wurde es von Jost Marty, der mit dem Chörli grosse Erfolge feiern konnte.

Singen zu zweit und Tanzen in der Gruppe

Für die nötige Abwechslung am Jodlerabig sorgten diesmal das Jodlerduett Andreas und Beat Thalmann aus Schüpfheim und die Kindertanzgruppe der Trachtengruppe Erstfeld. Das Duett begeisterte mit Kompositionen aus Luzern wie «Ä Schwyzer sy» und «S chund ä Zyt» von Arthur Schöpfer oder «Wenn die wilde Chirschböim blöje» von Jakob Ummel, der aus dem unweit entfernten Emmental stammte.

Doch die Augen richtig zum Leuchten brachten die jungen Tänzerinnen der Kindertanzgruppe Erstfeld unter der Leitung von Pia Walker und Bernadette Wipfli. Sie ernteten grossen Applaus bei den anwesenden Eltern und Konzertbesuchern, auch wenn die jungen Tänzer fehlten. So fröhlich und unbeschwert wie die Mädchen aus Erstfeld führten auch die beiden Zwillingsschwestern Fiona und Lilly Briker aus Attinghausen durch das Programm.

Für alle, die im Saal zum Tanzen angesteckt wurden, spielte nach dem Konzert die Ländlerkapelle Echo vom Gitschä. Sie hatte die Anwesenden schon vor dem Konzert und in der Pause unterhalten. Wer sich lieber ein Bier unter Kollegen gönnte, benützte den geheizten Barwagen vor dem Schulhaus. Der Jodlerabig ist immer auch ein Treffpunkt der Dorfbevölkerung und deren Besuch ein Dankeschön an die einheimischen Jodler, welche das Dorfleben bereichern.