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«Tag der Menschen mit einer Behinderung»: Begegnung auf Augenhöhe ist gewünscht

Der 3. Dezember ist Menschen mit einer Behinderung gewidmet. Einer von ihnen ist Daniel Reichmuth. Er berichtet von seinen Erfahrungen im Alltag und äussert seine Wünsche an die Gesellschaft.

Am 3. Dezember stehen Menschen mit Behinderung und ihre Anliegen im Fokus der Öffentlichkeit. «Über sein Leben selber bestimmen, selber entscheiden wo und wie man wohnt – dies muss für jede Person eine Selbstverständlichkeit sein. Für viele Menschen mit Behinderung bleibe dies jedoch ein frommer Wunsch», schreibt Daniel Reichmuth, Mitglied der Kantonalkommission Pro Infirmis Uri Schwyz Zug, zum «Tag der Menschen mit einer Behinderung».

Die eingeschränkte Wahlfreiheit im Wohnen und Arbeiten bewirke auch heute noch einen Ausschluss aus der Gesellschaft. Zudem können sich nicht alle angepasste Wohnungen leisten. Doch die UNO-Behindertenrechtskonvention (UNO-BRK) verlangt ausdrücklich, dass Menschen mit Behinderung selbstbestimmt leben können (Art. 19). Aber auch Personen, welche in ihren eigenen vier Wänden wohnen, erleben täglich Barrieren, bei denen sie in der Teilhabe eingeschränkt sind.

Einschränkungen im Alltag

«Ich bin seit meiner Kindheit von der seltenen Krankheit AOA Typ 1 betroffen. Durch die Krankheit habe ich verschiedene Einschränkungen, zum Beispiel beim Sprechen sowie Koordinationsprobleme mit Armen und Beinen», berichtet Daniel Reichmuth. Der Rollstuhl ist sein ständiger Begleiter. Er geht zweimal in der Woche nach Valens in die Rehaklinik ins Training. «Meine Hoffnung ist, dass sich auf diese Weise die Krankheit nicht ganz so schnell verschlechtert.»

Für die von einer Erkrankung oder Behinderung betroffenen Personen gibt es im Alltag nach wie vor Einschränkungen und Diskriminierungen. Eine nicht autonom überwindbare Schwelle vor einem Gebäude bleibt ein Hindernis. «Wenn ich sie nicht selbstständig bewältigen kann, bedeutet dies für mich Ausschluss», so Reichmuth. Ein Geldautomat kann für einen Rollstuhlfahrer eine Herausforderung werden, wenn dieser nicht heruntergesetzt ist. Da er mit seinen Fingern Probleme hat, die Tasten zu drücken, ist Daniel Reichmuth froh, an einem bedienten Bankschalter Geld beziehen zu können. Jedoch ist auch dies nicht mehr in jeder Bank selbstverständlich. «Beim Um- oder Neubau öffentlicher Bauten wünsche ich mir, dass Personen mit einer Beeinträchtigung bei der Planung vorzeitig mit einbezogen werden», sagt Reichmuth. Davon profitierten auch ältere Menschen oder Eltern mit Kinderwagen.

Ein Dialog ist notwendig

Es gibt aber auch Situationen im Alltag, die Daniel Reichmuth das Leben in der Gesellschaft erschweren. Je nach Tagesform spreche er etwas schleppender oder flüssiger. Weil er sich nicht so schnell mitteilen kann, denken viele Menschen, er sei geistig zurückgeblieben.

Aufgezwungene, gut gemeinte Hilfe, ohne diese zuvor mit Betroffenen geklärt zu haben, sei jedoch sehr unangenehm. «Das macht mich wütend, ist diskriminierend und wirkt verletzend. Deshalb mein Aufruf: Nur in einer Gesellschaft, in der wir gemeinsam den Dialog führen, kann Teilhabe ermöglicht werden. Wir Betroffenen wollen nicht anders sein, sondern wünschen uns Begegnungen auf Augenhöhe», so Reichmuth. (pd/ml)

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