TALGEMEINDE URSERN: Landverkäufe geben zu reden

Die Gemeinde Realp hat die Konzession für die Wasserbezugsrechte an zwei Trinkwasserquellen erhalten. Von einem Einheitsbodenpreis wollen die Talbürger nichts wissen.

Urs Hanhart
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Bei Bilderbuchwetter wurde teilweise angeregt über die Korporationsgeschäfte diskutiert. (Bild: Urs Hanhart (Hospental, 21. Mai 2017))

Bei Bilderbuchwetter wurde teilweise angeregt über die Korporationsgeschäfte diskutiert. (Bild: Urs Hanhart (Hospental, 21. Mai 2017))

Urs Hanhart

urs.hanhart@urnerzeitung.ch

An der Talgemeine der Korporation Ursern, die gestern bei Bilderbuchwetter auf dem Kirchplatz von Hospental vonstattenging, wurden sämtliche Anträge des Talrats meist einstimmig gutgeheissen. Trotzdem kam es bei einigen Geschäften zu regen Diskussionen. Im Zusammenhang mit zwei Verkäufen von Korpo­rationsland an Talbürger in Hospental, die schliesslich abgesegnet wurden, stellte Fritz Simmen den Antrag, künftig für das ganze Tal einen Einheitstarif festzusetzen. Im vergangenen Jahr hatte die Korporation bei einem Landverkauf in Andermatt 400 Franken pro Quadratmeter verdient. In Hospental wurden nun 150 Franken pro Quadratmeter verlangt.

«Das ist ungerecht», sagte Simmen. «Vor dem Gesetz sind alle Talbürger gleich. Dementsprechend sollten wir einen Einheitspreis einführen.» Sein Antrag wurde jedoch grossmehrheitlich abgelehnt, nachdem Talammann Hans Regli darauf hinwies, dass die Bodenpreise in Andermatt in den vergangenen Jahren im Vergleich zu Hospental und Realp explodiert seien. Für gute und schlechtere Lagen gleich viel zu verlangen, mache keinen Sinn.

Mehr Mitspracherecht gefordert

Zu reden gab auch eine Teilrevision der Verordnung über die Geschäftsführung des Elektrizitätswerks Ursern. Hanspeter Russi stellte den Antrag, auf diese Vorlage gar nicht einzutreten. «Die Verordnung ist erst seit kurzem in Kraft, und jetzt wird uns schon wieder etwas Neues vorgelegt», so Russi. «Der Talrat will zu viel ersatzlos herausstreichen.» Das Mitspracherecht der Talgemeinde werde immer mehr beschnitten. «Wenn es so weitergeht, wird diese Versammlung irgendwann überflüssig.»

Gleicher Meinung wie Russi waren nur wenige. Der Teilrevision wurde schliesslich grossmehrheitlich zugestimmt. Aber Russi blieb hartnäckig und hakte mit einem weiteren Antrag nach. Er verlangte, dass der Talgemeinde im nächsten Jahr das Reglement zur Beratung und Beschlussfassung vorgelegt wird. Dieser Antrag wurde schliesslich gutgeheissen.

Die Einwohnergemeinde Realp darf künftig die beiden Quellen Gatschola und Waldi für die Trinkwasserversorgung nutzen. Eine Konzession über die Dauer von 40 Jahren wurde von den Versammelten einstimmig ab­gesegnet. 2015 und 2016 waren bereits Wasserkonzessionsvereinbarungen mit den Gemeinden Andermatt und Hospental gut­geheissen worden.

Quelle «Graue Wand» wird für Strom genutzt

Ebenfalls schlank durch ging eine Vorlage im Zusammenhang mit Gewässern auf Korporationsgebiet. Die SAC-Sektion Uto als Betreiberin der Albert-Heim-Hütte erhielt eine Wassernutzungskonzession (30 Jahre) für Trinkwasser und für ein Kleinkraftwerk zur Erzeugung von elek­trischer Energie. Genutzt wird die Quelle bei der «Grauen Wand».

Die Fenster im Rathaus Ursern sind zum Teil schon sehr alt und undicht. Aus diesem Grund und auch aus energietechnischen Überlegungen beabsichtigt die Korporation Ursern, diese im Sommer zu ersetzen. Hierzu sind Kosten von 120000 Franken veranschlagt. Ein entsprechender Kredit wurde gestern von der Talgemeinde bewilligt. Aufgrund des Ortsbildschutzes und des ­besonderen Charakters des Gebäudes wurde bei diesem Sanierungsprojekt von Beginn weg der Denkmalpfleger des Kantons Uri einbezogen. Die Arbeiten sollen im Sommer/Frühherbst 2017 ausgeführt werden.

Die Jahresrechnung 2016 der Korporation Ursern wurde einstimmig genehmigt. Sie weist nach getätigten Abschreibungen und Rückstellungen einen Gewinn von rund 1700 Franken aus. Zustimmung fanden auch Geschäftsbericht und Jahresrechnung 2016 des Elektrizitätswerks Ursern. Dieses hat einen Überschuss von rund 623 000 Franken erwirtschaftet.