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BWZ Uri: Technisches Know-how
ersetzt den grünen Daumen

Berufsmaturanden haben am 12. April im Berufs- und Weiterbildungszentrum Uri ihre Abschlussarbeiten präsentiert. Ein botanischer Alleskönner wurde dabei etwas genauer unter die Lupe genommen.
Remo Infanger
Von links: Die drei Berufsmaturanden Luca Tresch, Philipp Christen und Florian Wipfli präsentieren ihr automatisiertes Gewächshaus. (Bild: Remo Infanger (Altdorf, 12. April 2019))

Von links: Die drei Berufsmaturanden Luca Tresch, Philipp Christen und Florian Wipfli präsentieren ihr automatisiertes Gewächshaus. (Bild: Remo Infanger (Altdorf, 12. April 2019))

Die Berufsmaturanden der Abteilung Handwerk/Technik/Gesundheit haben am 12. April im Berufs- und Weiterbildungszentrum (BWZ) Uri ihre interdisziplinären Projektarbeiten vorgestellt. «Ähnlich wie in der TV-Show die ‹Höhle der Löwen› müssen die Berufsmaturanden heute ihre Projekte und Endprodukte im besten Licht präsentieren», begrüsste der interimistische BWZ-Leiter Herbert Venzin die zahlreichen Besucher. «Statt Sponsoren und Investoren versuchen die jungen Referenten aber die Experten und nicht zuletzt das Publikum, von ihren Abschlussarbeiten zu überzeugen.»

Während mehrerer Wochen hätten sich die Lernenden intensiv mit wichtigen Inhalten aus ihrem beruflichen oder privaten Umfeld auseinandergesetzt – so auch Luca Tresch, Philipp Christen und Florian Wipfli. Sie stellten sich die Frage: Braucht es einen grünen Daumen, um ein Gewächshaus in Schwung zu halten? Die Antwort: nicht unbedingt. Die drei Berufsmaturanden haben im Rahmen ihrer Abschlussarbeit bewiesen, dass Setzlinge in einem Treibbeet auch ohne gärtnerisches Gespür gedeihen – mit ihrem automatisierten Gewächshaus, das die Arbeit von Gärtnern teilweise überflüssig macht. Allerdings benötigt dies eine ganze Menge anderes Know-how, das von Elektrotechnik bis Programmieren reicht.

Unterschiedliche Fachgebiete involviert

Ein Treibbeet zu konstruieren, das sich von alleine giesst, bei Regen oder Sonnenschein den Deckel automatisch öffnet und wenn es zu stark windet, diesen wieder schliesst, war das Ziel des Trios. «Klingt nicht nur ambitioniert, sondern ist es auch gewesen», gesteht Luca Tresch aus Altdorf. Und gibt zu: «Etwas unterschätzt haben wir unser Vorhaben schon. Es treffen nämlich ganz unterschiedliche Fachgebiete aufeinander, die zusammengeführt werden müssen, damit am Schluss alles sauber läuft.»

Programmieren als Herausforderung

Damit die Pflänzchen nicht verdursten, wurden Vorgänge der Elektrotechnik, mechanisches Geschick und die Programmiersprache kombiniert. «Von Vielem hatten wir anfangs keine Ahnung», ergänzt Florian Wipfli aus Göschenen. «Gerade beim Programmieren haben die meisten von uns zuerst nur Bahnhof verstanden.» Also mussten sich die Berufsmaturanden zunächst in die eine oder andere Materie einlesen. Allerdings seien aber aufgrund der verschiedenen beruflichen Werdegänge der Teammitglieder doch auch schon gewisse Kompetenzen vorhanden gewesen. «Da jeder von uns einen anderen Beruf erlernt hat, haben wir uns gut ergänzen und Arbeitsschritte aufteilen können», so Philipp Christen aus Altdorf. «Florian Wipfli, der Automobil-Mechatroniker, ist hauptsächlich für den Aufbau des Gewächshauses verantwortlich gewesen. Luca Tresch hat sich als gelernter Elektroplaner um die elektrischen Schaltungen und den Stromkreis gekümmert, und mein Aufgabenbereich war das Programmieren der Systeme», erklärt KV-Absolvent Philipp Christen. «Es ist ein super Gefühl gewesen, als schlussendlich bei den Testversuchen im Freien alles funktioniert hat», sagt Luca Tresch.

Das automatisierte Gewächshaus ist mit verschiedenen Messfühlern ausgestattet. Ein Sensor im Beet misst die Trockenheit und Feuchtigkeit, entscheidet dann, ob die Pflanzen gegossen werden müssen, und pumpt aus einem Behälter Wasser in die Bewässerungsanlage. Ein Temperatursensor öffnet oder schliesst das Dach des Treibhauses, wenn es zu heiss respektive zu kalt ist. Zudem öffnet sich der Deckel, wenn es regnet, damit die Setzlinge mit natürlichem Regenwasser bewässert werden. Der letzte Sensor misst die Windstärke und schliesst beispielsweise bei Föhnwind das Gewächshausdach zum Schutz der Pflanzen.

Der Wetterlage bestens angepasst

«Das Tüpfelchen auf dem i wären dann noch Sonnenkollektoren auf dem Dach gewesen, damit das Gewächshaus den benötigten Strom selber hätte generieren können», so Wipfli. «Die Idee ist zwar da gewesen, doch das hätte den Rahmen unserer Abschlussarbeit gesprengt.» Und wer nimmt den botanischen Alleskönner nun nach Hause? «Das haben wir noch nicht entschieden», sagt Christen. «Vielleicht findet das Gewächshaus einen Platz an der Schule – oder bei dem mit dem ‹ungrünsten› Daumen.»

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