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Wilhelm Tell trifft seine südafrikanischen Brüder

Das Tell-Museum geht der Frage nach, wie sich Wilhelm Tell von Freiheitshelden aus Südafrika unterscheidet, und lädt am Freitag, 5. Oktober, 19.30 Uhr zum Vortrag einer Spezialistin ein.
Was verbindet die Freiheitshelden Makhanda und Wilhelm Tell? (Bild: Bilder: Frederik Timpson l’Ons (Zeichnung) / Friedrich Pecht ()

Was verbindet die Freiheitshelden Makhanda und Wilhelm Tell? (Bild: Bilder: Frederik Timpson l’Ons (Zeichnung) / Friedrich Pecht ()

Der Schweizer Nationalheld Wilhelm Tell hat Brüder und Schwestern. Selbstredend sind nicht alle gleich bekannt wie er: Friedrich Schiller hat nicht über den kubanischen Nationalhelden Ché Guevara geschrieben, und über Jeanne D’Arc gibt es keine Oper von Rossini.

In Europa kaum bekannt ist Makhanda. Er kämpfte in den Grenzkriegen des südafrikanischen Volkes der Xhosa gegen europäische Siedler der Kapkolonie (1779–1879). Nachdem es 1817 zu Konflikten zwischen Kolonisten und Xhosa gekommen war, führte Makhanda 1819 einen Angriff der Xhosa gegen die Garnison von Grahamstown. Den Kolonisten gelang es, den Angriff abzuwehren und dabei Makhanda gefangen zunehmen, bei einem Fluchtversuch starb der Xhosa-Anführer.

Helden im Kampf gegen die koloniale Fremdherrschaft

Die Xhosa erzählten sich die Geschichte weiter, aber Historikerinnen und Historiker interessierten sich bis zum Ende der Apartheid wenig dafür. Im neuen Südafrika werden Freiheitskämpfer wie Makhanda aber immer wichtiger fürs kollektive Gedächtnis und die Identitätsstiftung. Makhanda sowie Nelson Mandela werden heute von der schwarzen Bevölkerung Südafrikas als Helden im Kampf gegen die koloniale Fremdherrschaft und Apartheid erinnert, viele Strassen, Schulen und Ortschaften tragen ihre Namen.

In vielem gleichen sie der Figur Wilhelm Tell: Auch Tell soll laut Überlieferung gegen ungerechte Vögte gekämpft haben. Ungeachtet der Frage nach seiner tatsächlichen Existenz erlangte Tell als mythischer Freiheitskämpfer nach 1848 eine Funktion als Integrationsfigur für den jungen Nationalstaat Schweiz. Bis heute ist ihm diese Rolle geblieben.

Afrika-Spezialistin steht für Fragen zur Verfügung

Welche dieser Heldenfiguren sind momentan besonders präsent und was sagt das über die jeweilige Gesellschaft aus? Das Tell-Museum in Bürglen möchte Verwandtschaften und Unterschiede beleuchten, eine Perspektive auf die südafrikanische Geschichte eröffnen und das Verständnis von Freiheitsheldinnen und -helden fördern.

Am Freitag, 5. Oktober, 19.30 Uhr, hält Tanja Hammel im Grossen Saal des Restaurant Tell einen Vortrag zu diesem Thema. Tanja Hammel, Spezialistin für Afrikanische Geschichte und Erinnerungskulturen, wird während rund 40 Minuten sprechen und danach für Fragen zur Verfügung stehen. Eintritt in die Veranstaltung ist frei, das Tell-Museum hofft auf zahlreiche Besucherinnen und Besucher. (pd/eca)

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