Tellmuseum in Bürglen hofft auf 5000 Besucher

Seit 11. Mai ist das Tellmuseum wieder für Besucher offen. Im Zentrum der Saisoneröffnung unter dem Motto «Spiel und Spass, Geschichte und Mythos» stand das Spiel «Tell-Till», das von Urs Wüthrich präsentiert wurde.

Paul Gwerder
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Spielerfinder Urs Wüthrich beobachtet, ob seine beiden Grosskinder, Micha (links) und Luzian Wüthrich, das Spiel richtig demonstrieren. (Bild: Paul Gwerder, Bürglen, 11. Mai 2019)

Spielerfinder Urs Wüthrich beobachtet, ob seine beiden Grosskinder, Micha (links) und Luzian Wüthrich, das Spiel richtig demonstrieren. (Bild: Paul Gwerder, Bürglen, 11. Mai 2019)

Das Tellmuseum in Bürglen besitzt die umfassendste Sammlung von Dokumenten, Darstellungen und Gegenständen historischer, künstlerischer und originellster Art aus sechs Jahrhunderten über den Schweizer Freiheits- und Nationalhelden Wilhelm Tell. Am Samstag, 11. Mai, wurde die Saison, die nun bis am 20. Oktober anhält, mit einer Vernissage eröffnet.

Für Museumsrat Sandro Christen ist der «Tag der offenen Tür» wichtig, um aktiv Werbung für das Museum zu machen. Die Verantwortlichen sind dabei, mit Botschaftern noch mehr Reklame zu machen, damit das Ziel von 5000 Besuchern erreicht werden kann. Einer von ihnen ist Manuel Burkhart vom Cabaret-Duo Divertimento, für den ein Besuch im Museum ein Erlebnis für die ganze Familie ist. Ebenso hofft der Museumsrat, dass mit der Zusammenarbeit von Uri Tourismus dieses Jahr noch mehr Gästegruppen das Tellmuseum besuchen werden.

Spiel zum Kombinieren, Lernen und Denken

Erich Herger, Präsident der Tellmuseumsgesellschaft, war erfreut, dass Urs Wüthrich an der Vernissage das neueste Spiel «Tell-Till» vorstellte. «Till ist ein männlicher Vorname und Tell steckt in zahlreichen Ortsnamen», erklärte der Präsident. «Aber hier in Bürglen ist unser Wilhelm Tell von Friedrich Schiller zuhause». Etwas verbindet die beiden bekannten Figuren Till Eulenspiegel und Wilhelm Tell aber: Sie faszinieren beide. Till mit der Eule und dem Spiegel, Tell mit dem Apfel und der Armbrust – das Schweizer Symbol für Frieden.«Es ist höchste Zeit für einen Spiegel, für den Auftritt von Tell und Till», betonte Urs Wüthrich einleitend, denn der Kultur geht es nicht besonders gut. Vereine kämpfen wegen Mitgliederschwund ums Überleben und die Musik ist ein englischer Einheitsbrei mit vorfabrizierten Rhythmen aus der Konservendose. «Und mit dem stundenlangen Starren auf das Display des Handys, dem vermeintlichen Tor zur Welt, vereinsamen wir zusehends», glaubt Wüthrich.

Das Projekt «Tell-Till» verbindet netzartig Organisationen, Generationen und Themen. Der Held «Tell» interessierte Wüthrich schon immer, und als Kind las er gerne den bunten Eulenspiegelkalender mit den vielen Witzzeichnungen. Die Entwicklung des neuen Spiels fand zusammen mit seinen Grosskindern statt.

Ein Schranktablar wird zum Spielbrett

Als «Urbrett» diente ein nicht mehr benütztes Schranktablar, welches in Bastelarbeit zu einem Spielbrett umgestaltet wurde. Auf dem hölzernen Spielbrett, das hälftig aus dem Schweizer Kreuz und aus dem Rotem Kreuz besteht, stehen zwei Zahlenleitern gespiegelt auf dem Kopf. 26 Ziffern symbolisieren die Schweizer Kantone. 52 beschriftete oder bebilderte Steine als Sprossen und zwei Würfel in den Urner Farben ermöglichen mehrere Spielvarianten.

Die vier Abbildungen an den Ecken des Spielbretts erzählen Geschichten und Sagen von Tell mit Sohn Walterli und dem Apfelschuss oder von Till mit der Eule und dem Spiegel. Aber auch der Teufel mit dem Höllenfeuer und der Ziegenbock mit dem Teufelsstein sind Begriffe, die sich gegenüberstehen. Hergestellt wurde das Spiel in den Räumlichkeiten der Stiftung Behindertenbetriebe in Schattdorf.

Vom Leiterlispiel bis zum Memory

Auf dem Brett können mehrere verschiedene Spiele gespielt werden. Diese heissen Teufelsbrücke, Spiegelbilder, MemUri, Urner Leiterlispiel und Teufelssteinspiel. Für die beiden Grosskinder Micha und Luzian Wüthrich, welche die Spiele den Gästen zeigten, ist das Leiterlispiel der Favorit. «Es ist lässig und man braucht ein bisschen Köpfchen, wenn man nicht verlieren will», erklären sie. «Und es schafft zudem Kontakt unter den Spielern.» Beim Memoryspiel stellten die Besucher bald einmal fest, dass sie gegen die Kinder keine Chance haben und deshalb immer wieder verlieren.

Das Glücks- und Geschicklichkeitsspiel «Tell-Till» wird den Urner Primarschulen kostenfrei abgegeben. Auch das Didaktische Zentrum Uri, die Kantonsbibliothek und das Staatsarchiv erhalten je ein Gratisexemplar. Dies war nur dank Sponsorenbeiträgen von der Otto Gamma- und der Dätwyler Stiftung, dem Kanton und der Korporation Uri sowie den beiden Gemeinden Altdorf und Bürglen möglich.

Weitere Informationen zum Spiel gibt es unter: www.telltill.ch