Tell's Valley hat eine Zwangspause eingelegt, will aber möglichst schnell weiter rocken

Obwohl die Urner Band zurzeit nicht gemeinsam proben kann, denken die Musiker bereits über ein neues Album nach.

Markus Zwyssig
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Die Urner Band Tell's Valley hat war inzwischen einen neuen Bassisten, das Probelokal ist aber immer noch das selbe geblieben.

Die Urner Band Tell's Valley hat war inzwischen einen neuen Bassisten, das Probelokal ist aber immer noch das selbe geblieben.

Bild: Markus Zwyssig (Bürglen, 21. Oktober 2016)

Ein wenig haben sie zurzeit schon den Blues, und das nicht nur wegen Corona. Seit über 30 Jahren nutzen die Musiker von Tell’s Valley den selben Proberaum. Etliche kreative Stunden verbrachten sie hinter den gebunkerten Wänden in Bürglen. Sei es für das Komponieren von neuen Songs, das Einstudieren eines Sets für ein bevorstehendes Konzert oder einfach für eine Jam-Session um Freude und Spass an der Musik zu haben.

«Wir wagen zu behaupten, dass uns während dieser Zeit nie die Decke auf den Kopf fiel», gibt sich Dani Kempf, Gitarrist und Gründungsmitglied, überzeugt. Höchstens passierte es, dass ein Oberstufenlehrer die Musiker zu gemässigterer Lautstärke bitten musste, da sich über dem Proberaum mehrere Schulzimmer befinden.

Das erste Album Feensturm erschien 1996.

Das erste Album Feensturm erschien 1996.

Bild: PD

Songs handeln von Themen aus dem Alltag

Die Eigenkompositionen, welche die Bandmitglieder in Englisch und Mundart schreiben, handeln von Geschichten und Themen aus dem Alltag. Beispielsweise «Besser so», da geht es ums Wetter, das von uns Menschen zum guten Glück (noch) nicht bestimmt werden kann. In «Out in the fields» singt Erol «Sax» Arnold von der Suche nach einem Ort mit Frieden. «Put a gear down» ruft nach Entschleunigung in der heutigen schnellen und kurzlebigen Zeit und befasst sich mit dem Sinn des Lebens. In «Stiärägrind» besingt Tell's Valley das geliebte Ürnerland und den Stolz ein Ürner oder Ürneri zu sein. Dass es nicht selbstverständlich ist, in einem sicheren Land und in einer vertrauten Heimat zu leben, wird mit «Belong» kundgetan. Weitere eigene Songs nennen sich «Älplerblues», «Stranger», «Moonshine Lady», «Ga schaffä», «Pizza Boogie», «River», «Gotthard Train», «Dankä» oder «Like Horses».

Auf Grund der momentanen Lage haben die Musiker der Band beschlossen, keine gemeinsamen Musikproben in ihrem Proberaum mehr durchzuführen. «Natürlich würden wir das besonders jetzt gerne praktizieren», sagt Dani Kempf. Musik sei bekanntlich gut fürs Gemüt. «Aber aus Angst vor Ansteckungen und gegenseitigem Respekt unterlassen wir dies.» So übe jeder zu Hause im stillen Kämmerlein.

Guten Freund und Musikliebhaber verloren

Das Jahr 2020 scheint Tell's Valley etwas suspekt. «Es mag zwar eine Zahl sein, die man gut behalten kann. Doch sie brachte bisher eher den Blues als Sunshine», so Kempf. Im Dezember des vergangenen Jahres vereinbarten die Musiker mit Edwin Marxer wieder einmal ein Foto-Shooting. «Wir benötigen neue Band-Fotos für unsere Website und Social-Media, da wir mit Stivi Zberg einen neuen Bassisten haben», so Kempf. Ein paar Tage später, nachdem Edwin Marxer notfallmässig wegen starken Rückenschmerzen ins Spital musste, wurde das Shooting auf Januar 2020 verschoben. Auch gute Besserungswünsche konnten die Schmerzen nicht lindern und so wurde eine Rücken-OP unumgänglich.

Zu diesem Zeitpunkt war die Band immer noch optimistisch, von Edwin Marxer neue Band-Fotos etwas später schiessen zu lassen. Mitte Januar meldete er sich, die OP sei erfolgreich verlaufen. «Endlich etwas Positives, wir freuten uns für ihn», erinnert sich Kempf. «Doch Ende Januar meldete er sich, er könne immer noch keinen Termin festlegen und wir sollen doch besser einen anderen Fotografen suchen.» Das sollte kein Problem sein, Edwin Marxer soll genesen um bald wieder gesund zu werden. «Das war der letzte Kontakt mit ihm. Mitte Februar kam dann die Hiobsbotschaft über den Tod von Edwin.» Mit solch einem abrupten Ende hatte niemand gerechnet. «In ihm haben wir einen guten Freund und Musikliebhaber verloren", so Kempf. «An dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankeschön an ihn für seine Zeit, seine Geduld und die vielen Fotos. Wir wünschen Edwin Marxer, dass er in Frieden ruhe. Seiner Partnerin Monica Gogniat und der Trauerfamilie wünschen wir viel Kraft und gute Gedanken.»

Das zweite Album Brand New Day wurde 2014 veröffentlicht.

Das zweite Album Brand New Day wurde 2014 veröffentlicht.

Bild: PD

Musik gibt es auch auf Spotify und Co.

«Wir wären nicht die Tell’s Valley Band, wenn wir jetzt stehen bleiben würden», sagt Kempf. Auch nach der Corona Pandemie werde sich die Erde drehen und das Leben weiter gehen. Nachdem die Musiker kürzlich ihre bisherigen Alben «Feensturm» (1996) und «Brand new day» (2014) an Spotify und Co. für den digitalen Musikvertrieb freigegeben haben, denken sie bereits über ein drittes Album nach. Kempf meint denn auch: «Wir vermissen das gemeinsame Proben sehr und können es kaum erwarten, bald wieder live auf der Bühne zu stehen.»

Wer sich für die Musik der Band interessiert, der findet weitere Informationen auf www.tellsvalley.ch. Dort kann man sich für einen Newsletter anmelden oder man erhält mittels einem «Gefällt mir» auf www.facebook.com/TellsValley News. Dani Kempf meint, man wolle das Beste hoffen und er wünscht allen eine kurzweilige Zeit. «Bleibt gesund und munter. Zusammen schaffen wir das!» Möge es bald vorüber sein, so Kempf. «Keep on rocking!»