TELLSYMPHONIKER URS ARNOLD: Doping schmeckt wie Caramel

Die Gugger sind rund um die Uhr unterwegs. «Tellsymphoniker» Urs Arnold verrät, wie man diese Tage übersteht.

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«Ich beisse mich jedes Jahr länger durch», Urs Arnold, «Tellsymphoniker». (Bild Angel Sanchez/Neue UZ)

«Ich beisse mich jedes Jahr länger durch», Urs Arnold, «Tellsymphoniker». (Bild Angel Sanchez/Neue UZ)

Kaum Schlaf, viele Auftritte und eine Menge Alkohol stehen auf dem Programm unzähliger Fasnächtler und Guggenmusiker. Auch Urs Arnold ist seit Tagen mit den «Tellsymphonikern» aus Bürglen unterwegs.

An der Fasnacht ist man per du. Also Urs: Was sind deine Tipps, um sich über die Fasnachtstage fit zu halten?

Urs Arnold: Unsere guggeninternen Muntermacher heissen «Wakkers». Das sind Tabletten, die nach Caramel schmecken. Das Besondere daran ist: Sie wirken wie zehn Espresso-Shots. Die peitschen uns so richtig auf. Wichtig ist ausserdem, dass man nicht an die Müdigkeit denkt und immer Vollgas gibt. Und was nicht fehlen darf, ist immer wieder ein Bier zur Motivation.

Apropos Bier: Wie viel Alkohol hast du heute schon getrunken?

Urs: Das waren zwei Kaffee «Zwetschgä» und zwei Eistee «Zwetschgä». Zudem haben wir während des ganzen Umzugs Weisswein getrunken.

Stimmt das Vorurteil, dass eine Gugge gar nicht ohne Alkohol funktioniert?

Urs: Alkohol gehört schon dazu. Aber wir «Tellsymphoniker» können es auch ohne Alkohol lustig haben.

Wie viele Stunden schläfst du durchschnittlich während der Fasnachtszeit?

Urs: Ich würde sagen zwischen 2 und 3 Stunden pro Nacht. Selten eine ganze Nacht. Und es gibt sogar Nächte, wo ich gar nicht schlafe.

Du bist seit sechs Jahren als aktives Mitglied in der Guggenmusik dabei. Spürst du Unterschiede zu früher?

Urs: Was mich erstaunt: Ich beisse mich jedes Jahr länger durch. In den ersten Jahren waren meine Hände immer voller Blasen vom Schlagzeugspielen. In diesem Jahr sind es nur noch ganz wenige.

Was war das Highlight der diesjährigen Fasnacht?

Urs: Etwas, worauf ich mich jedes Jahr wieder freue, ist der «Gidelmäändig» in Altdorf. Wenn wir nach Mitternacht vor dem Telldenkmal spielen, läuft es mir immer kalt den Rücken hinunter. Speziell in diesem Jahr war auch das vergangene Wochenende. Da waren wir in Betra in Norddeutschland unterwegs. Wir nahmen an zwei Umzügen teil und haben am Abend für Party gesorgt.

Was hast du immer dabei?

Urs: Was nicht fehlen darf, sind meine Schlagzeugschläger und genügend Ersatz für den Fall, dass sie brechen oder verloren gehen. Zudem habe ich meistens ein Bier dabei.

Bald ist die Fasnacht vorbei. Bist du traurig oder erleichtert?

Urs: Traurig natürlich. Diese Fasnacht war zwar kurz, aber einfach nur geil. Andererseits ist es besser für die Gesundheit, wenn diese Tage wieder vorbei sind.

Wann siehst du dein Bett wieder?

Urs: Nach dem «Gidelziischtig-Schwimmen». Wahrscheinlich (lacht).

Wie lange brauchst du, um dich von der Fasnachtszeit zu erholen?

Urs: Körperlich bin ich nach dem «Gidelziischtig-Schwimmen» wieder einigermassen fit. Deshalb gehe ich auch bereits am Mittwoch wieder arbeiten. Was viel länger dauert, ist die Depression nach der Fasnacht. Manchmal hält die bis zu einem Monat an.

Hinweis: Urs Arnold ist seit sechs Jahren Mitglied der «Tellsymphoniker» aus Bürglen. Der 22-jährige Altdorfer sorgt mit seiner «Chuchi» für den richtigen Rhythmus.

Von Raffaela Truttmann